Polizeioberkommissar Bernd Lange verabschiedet sich nach 37 Jahren am Waller Revier in den Ruhestand Der letzte Kontaktpolizist der ersten Stunde

Walle. Es ist soweit: Der letzte KOP der ersten Stunde verlässt sein Revier. Nach 15 Jahren Kontaktdienst auf Walles Straßen genießt Polizeioberkommissar Bernd Lange ab heute seinen Ruhestand. Und damit geht nach Jürgen Wulf, der sich schon im Februar von der Waller Wache verabschiedet hat, tatsächlich der letzte Kontaktpolizist, der von Anfang an dabei war.
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Von Anne Gerling

Walle. Es ist soweit: Der letzte KOP der ersten Stunde verlässt sein Revier. Nach 15 Jahren Kontaktdienst auf Walles Straßen genießt Polizeioberkommissar Bernd Lange ab heute seinen Ruhestand. Und damit geht nach Jürgen Wulf, der sich schon im Februar von der Waller Wache verabschiedet hat, tatsächlich der letzte Kontaktpolizist, der von Anfang an dabei war.

Spontan hatte sich der Gröpelinger auf die Stelle beworben, als es 1996 im Bremer Westen einen ersten Modellversuch mit Kontaktpolizisten, kurz KOPs, gab. Der Testlauf sollte damals Beamte zu Fuß und per Fahrrad auf die Straße bringen und damit mehr Nähe zu den Menschen herstellen. Und diese Idee gefiel Lange auf Anhieb gut: "Es war schon immer mein Wunschtraum, in dieser Richtung zu arbeiten. Aber die Möglichkeit gab es vorher nicht", erzählt er. Am Waller Revier - bis 1999 befand es sich am Wartburgplatz - versah Lange übrigens schon seit 1974 seinen Dienst: Er hatte sich gleich nach der Ausbildung für die Reviere in Gröpelingen und Walle beworben, denn: "Diese Ecke hat mir gefallen. Und dann bin ich hier gelandet."

Als KOP war Bernd Lange zunächst für den Abschnitt zwischen Waller Ring und Gröpelingen verantwortlich, später kam dann noch die Waller Feldmark dazu. "Anfangs gab es Lehrgänge ohne Ende", erinnert sich der Polizeioberkommissar, der sich damals sofort daran machte, Kontakte zu Behörden, Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen im Stadtteil zu knüpfen. Bereut hat er seine Entscheidung, KOP zu werden, nie. "Ich habe viele positive Erlebnisse gehabt", erzählt er, "und es ist mir immer wichtig gewesen, dass die Leute einen Ansprechpartner hatten, auch bei kleineren Sachen. Die Zeit habe ich mir gerne genommen." Auf das Wissen und die gute Vernetzung "seiner" KOPs greift auch Revierleiter Harald Herrmann gern zurück, der unterstreicht: "Die KOPs kennen sich im Revier wirklich gut aus. Und sie sind die Letzten, die noch anfassbar und ansprechbar auf der Straße unterwegs sind - sie haben an Bedeutung gewonnen."

Am Waller Revier gibt es nach den beiden "letzten KOPs der ersten Stunde" jetzt wieder ein Novum: Dort treten zwei der ersten drei weiblichen KOPs in Bremen in die Fußstapfen von Bernd Lange und Jürgen Wulf. "Das Wichtigste ist: Rausgehen und sich im Revier bekannt machen. Guten Tag sagen, ein Gespräch anfangen und Visitenkarten verteilen", empfiehlt Bernd Lange seiner Nachfolgerin, mit der er auch schon eine "kleine Rundreise" durchs Revier gemacht hat. Sie und die anderen Kollegen auf der Wache haben ihn heute morgen sicher schon vermisst, denn üblicherweise war Lange einer der Ersten im Büro, wo er morgens gern Bonschen und Weingummis auf die einzelnen Dienstzimmer verteilte.

Ob das der Ausgleich für die Streiche war, die er dem Team gern spielte?! "Das Sture hat mir nie gelegen", meint Lange jedenfalls. Was der KOP a.D. ab heute mit seiner vielen freien Zeit anfangen will, das weiß er schon ziemlich genau: "Ich habe mich zur Hausfrau ausbilden lassen - 30 Jahre lang", lacht er, denn er kocht gut und gerne. Und freut sich schon sehr aufs Angeln.

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