"Wachgeküsst - Das Dornröschen-Musical" von Christian Berg und Konstantin Wecker wird in Walle gezeigt Ein Exkurs ins Grimmsche Universum

Kaum ist das Weihnachtsmärchen über die Bühne, da wird es schon wieder märchenhaft im Waller Kult-Theater: Am kommenden Wochenende präsentiert der Cuxhavener Kindertheatermacher Christian Berg dort seine neueste Märchenmusical-Produktion "Wachgeküsst - Das Dornröschen-Musical" mit der Musik von Liedermacher Konstantin Wecker. Im Mai wurde das Stück in Hamburg uraufgeführt; dieses Jahr geht es nun auf Deutschland-Tournee.
12.01.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anne Gerling

Kaum ist das Weihnachtsmärchen über die Bühne, da wird es schon wieder märchenhaft im Waller Kult-Theater: Am kommenden Wochenende präsentiert der Cuxhavener Kindertheatermacher Christian Berg dort seine neueste Märchenmusical-Produktion "Wachgeküsst - Das Dornröschen-Musical" mit der Musik von Liedermacher Konstantin Wecker. Im Mai wurde das Stück in Hamburg uraufgeführt; dieses Jahr geht es nun auf Deutschland-Tournee.

Walle. "Dornröschen war immer mein Lieblingsmärchen, weil ich es so toll fand, dass ein Prinz jemanden wachküsst", erzählt Christian Berg. Jetzt hat er gemeinsam mit Co-Autorin Melanie Herzig den Stoff für die Bühne bearbeitet: Ausgerechnet an ihrem 18. Geburtstag sticht sich die schöne Prinzessin mit einer Spindel in den Finger. Eigentlich nicht weiter schlimm, würde man meinen - hätte nicht eine Fee die Prinzessin einst bei deren Taufe verflucht, weil sie damals nicht zum Fest eingeladen worden war. Zum Glück konnte aber eine dem Königshaus wohlgesonnene andere Fee das Schlimmste verhindern, indem sie den Todesfluch gerade noch in einen hundertjährigen Schlaf umwandelte.

Und so fällt Dornröschen - und mit ihr der gesamte Hofstaat - beim Spindelstich nur in einen tiefen Schlaf. Die dichte Rosenhecke rund um das Schloss macht es den Prinzen und Helden dabei nicht gerade leichter, ihre Angebetete zu retten.

So weit, so gut. Der Clou an Christian Bergs Bearbeitung: Hier führen Wilhelm und Jacob Grimm höchstpersönlich durch die Geschichte. Und dabei bringen die älteren Herren so einiges durcheinander. Oder trat etwa der Froschkönig schon immer in Dornröschen auf?! Etliche Figuren aus anderen Grimmschen Märchen "verirren" sich in die Geschichte; Bergs Dornröschen-Version wird damit zu einem groß angelegten Exkurs in die Grimmsche Märchenwelt. Jacob Grimm, beschreibt Berg, sei im Stück ständig dabei, "seine Märchenwelt zu retten".

Die Rolle des Jacob Grimm übrigens spielt Berg - neben anderen Charakteren - selbst. Denn: "Das ist mein ureigenster Beruf, zuerst war ich Schauspieler", sagt er. Und: "Wenn ich länger nicht gespielt habe, bin ich definitiv unglücklich."

Dieses Jahr feiert der Cuxhavener sein 25-jähriges Bühnenjubiläum. Sein beruflicher Werdegang ist eine Geschichte für sich: Christian Berg, der 1966 in Bad Oeynhausen geboren wurde, verbrachte seine Kindheit und Jugend an der Nordseeküste. Mit elf Jahren hat er sein erstes eigenes Unternehmen gegründet, den "Circus Montana". Und als es zwei Jahre später bei einem Besuch im Circus Giovanni Althoff zu einer Begegnung mit dem berühmten Circus-Direktor kam, war die Berufswahl für den jungen Christian Berg entschieden: "Ich wollte Clown werden."

Schon mit 17 Jahren hatte Berg ein SoloEngagement als Clown, später besuchte er dann die Schauspielschule in Hamburg und arbeitete anschließend als Schauspieler. Seine erste eigene Produktion hat er 1988 mit "Pinocchio - Das Musical" auf die Bretter gebracht; in den 90-er Jahren startete er mit seinen beiden Jim-Knopf-Musicals und der Erfolgsproduktion "Das Dschungelbuch" richtig durch. Die Musik dazu komponierte Liedermacher Konstantin Wecker, mit dem Berg auch privat befreundet ist.

Zusammenarbeit über zwölf Jahre

Mittlerweile währt die Zusammenarbeit der beiden mehr als zwölf Jahre; die immer neu inszenierten Märchen der beiden - darunter etwa "Peter Pan", "Der Kleine Lord" oder "Pettersson und Findus" - haben inzwischen schon mehr als 1,5 Millionen große und kleine Zuschauer begeistert. Das Duo Berg/Wecker zählt Bergs Agentur zufolge inzwischen zu den meistgespielten Theaterautoren Deutschlands. Für "Wachgeküsst - Das Dornröschen-Musical" gehen die beiden nun nach einer dreijährigen Pause zum zehnten Mal gemeinsame Wege. Die Welturaufführung des Familienmusicals fand Anfang Mai in der Komödie Winterhuder Fährhaus statt.

Wecker komponierte für "Wachgeküsst" nun Chansons mit rockigen Elementen. "Es gibt moderne Gags", beschreibt Berg die Inszenierung, "aber meine Produktionen sehen immer so aus, als wenn Sie ein Märchenbuch aufschlagen." Dafür hat dieses Mal Designerin Florentine Joop gesorgt. Sie hatte in einem Fernsehinterview mit Vater Wolfgang Joop erzählt, dass sie gerne einmal ein Bühnenbild gestalten würde. Daraufhin schickte Berg ihr eine E-Mail, in der er schrieb: "Ich kann Ihnen Ihren Wunsch erfüllen!"

Am kommenden Wochenende präsentiert der Kindertheatermacher Christian Berg im Kult-Theater, Waller Heerstraße 165, seine neueste Märchenmusical-Produktion "Wachgeküsst - Das Dornröschen-Musical". Vorstellungen am Sonnabend, 14. Januar, um 14 Uhr und am Sonntag, 15. Januar, um 11 Uhr und 14.30 Uhr. Karten sind für 18,30 Euro (Kinder) und 20,50 Euro (Erwachsene) erhältlich über Nordwest Ticket, www.nordwest-ticket.de.

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