Bremer HfK-Rektor Ein Pionier wird ausgezeichnet

Für sein Lebenswerk wird der Rektor der Bremer Hochschule für Künste vom Art Directors Club geehrt. Roland Lambrette zählt für den unabhängigen Verein zu dem Pionieren der „Kommunikation im Raum“.
21.02.2019, 06:04
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Ein Pionier wird ausgezeichnet
Von Ulrike Troue

Roland Lambrette zählt für den unabhängigen Art Directors Club (ADC) zu den Pionieren der „Kommunikation im Raum“. Daher wird der Verein, der exzellente kreative Kommunikation aufspüren und fördern will, den Mit-Gründer des Ateliers Markgraph in Frankfurt/Main und Rektor der Bremer Hochschule für Künste (HfK) an diesem Donnerstag bei der Gala „ADC Night of Honour“ im Frankfurter Palais für sein Lebenswerk ehren.

„Ich verstehe diese Ehrung für das Lebenswerk als etwas Zukunftweisendes“, sagt Lambrette. „Ich habe gerade mit dem Rektorat eine Zukunftsaufgabe an der HfK Bremen übernommen, für die nächste Generation von Künstlern und Gestaltern gute Rahmenbedingungen zu schaffen und den interdisziplinären Ansatz zu leben. Wenn es eine Erfahrung gibt, die sich weiterzugeben lohnt, dann die: Das Neue entsteht in den Schnittmengen von Musik, Kunst, Design und Technologie. Bremen hat da mit der Hochschule der Künste einen Schatz, den des zu hegen, zu pflegen und weiterzuentwickeln gilt.“

Die ADC-Auszeichnung sei auch für ihn „ein Gänsehaut-Termin“, bekennt Lambrette. „Selbst auf der Bühne zu stehen mit Berühmtheiten wie Oliviero Toscani, dem legendären Benetton-Photografen, und zu den Besten der Besten unter Deutschlands Gestaltern zu sprechen.“ Seine Rolle sieht der HfK-Rektor eigentlich eher darin, hinter den Kulissen zu wirken und anderen eine Bühne zu bereiten.

Während seiner Arbeit in der Kommunikationsagentur Atelier Markgraph, die Lambrette mit seinen Partnern 1986 gegründet hat, kreierte er mit wenigen anderen Büros eine eigene Gestaltungsdisziplin: die Szenografie. Der gebürtige Frankfurter hat aus ADC-Sicht mit seinen interdisziplinären Projekten die Entwicklung der Gestaltungsdisziplin „Kommunikation im Raum“ wesentlich geprägt, sodass diese sich heute als hoch entwickelte und international führende Branche der Kreativszene darstellt.

Seit 2003 ist Lambrette Mitglied im ADC und hat dort bereits ein Jahr später eine eigene Kategorie für räumliche Gestaltung (KiR) eingeführt. Lambrette wird attestiert, „mit seinen Konzepten und Szenografien für Museumsausstellungen, Messepräsentationen, interaktive Raumkonzepte, Bühneninszenierungen und Eröffnungsveranstaltungen international Meilensteine der Kommunikation gesetzt und neue Perspektiven eröffnet zu haben“. Dahinter steht sein Ansatz, den Besucher ins Zentrum zu stellen.

Lambrette schuf mit seinem Team unter anderem interaktive Räume, entwickelte neuartige Exponate, die den Besuchern Instrumente in die Hand gaben, eigene Erfahrungen zu machen: mit Produkten, Musikinstrumenten oder wissenschaftlichen Experimenten. Die Inszenierung der Sky-Arena in Frankfurt/Main zur Eröffnung der Fußball-WM wird als seine raumgreifendste Inszenierung angeführt.

„Räumliche Inszenierungen bieten vielschichtige, emotionale Begegnungen, Erlebnisse und Dialoge, deren Bedeutung für die Kommunikation von Marken wie für Themen in einer digitalisierten Welt noch stärker zunehmen wird“, sagt der 1951 geborene Gestalter, der das Atelier Markgraph inzwischen an die nächste Generation übergeben hat und seit 2005 als Professor für Temporäre Architektur und Ausstellungsgestaltung an der HfK Bremen lehrt. Im Juli 2018 wurde Lambrette vom Bremer Senat für fünf Jahre zum neuen Rektor der HfK bestellt.

Der interdisziplinäre Ausbildungsansatz der HfK entspricht Lambrettes Arbeits- und Denkweise, dort kann er seinen Erfahrungsschatz einbringen. „Kommunikation im Raum ist dafür prädestiniert, neue Wege zu gehen, aktuell zum Beispiel digitale und analoge Welten zu einem integrierten Ganzen zusammenzuführen", findet der HfK-Direktor. Mit seinen Bremer Studenten hat er unter anderem Projekte wie Stadtraum, Ozeanografie und die Präsentation Bremens auf der Expo in Shanghai umgesetzt.

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