Sonntag Premiere mit Mitmach-Musik

Für ein kunterbuntes Gemeinschaftsgefühl

Walle. In Walle leben Menschen aus der ganzen Welt. Die sollten sich ruhig einmal richtig kennenlernen, finden die Initiatoren der neuen Veranstaltungsreihe „Walle Kunterbunt“.
24.10.2013, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anke Velten

In Walle leben Menschen aus der ganzen Welt. Die sollten sich ruhig einmal richtig kennenlernen, finden die Initiatoren der neuen Veranstaltungsreihe „Walle Kunterbunt“: Zum Beispiel beim gemeinsamen Musizieren, Feiern, Spielen oder Kochen. Der Terminkalender des interkulturellen Programms, hinter dem viele Waller Institutionen stehen, verspricht zunächst viel Vergnügen. Die Veranstalter selbst versprechen sich davon Impulse für das lebendige Miteinander im Stadtteil.

In Walle wohnen sie bekanntlich alle: So viele Menschen mit Talenten, speziellen Interessen, guten Ideen und kulturellen Mitbringseln aus unterschiedlichsten Teilen der Welt. Daraus lässt sich doch etwas machen, dachten sich Beteiligte aus vielen Institutionen des Stadtteils und riefen jetzt die Veranstaltungsreihe „Walle Kunterbunt“ ins Leben. Den Auftakt bildet im Café Waller Dorf am kommenden Sonntag bremisch-lateinamerikanisches „Crossover“ mit dem chilenischen Musiker Carlos Lastra und dem Bremer Ukulelenorchester. Und auch im kommenden Halbjahr hat Walle eine Menge vor. Die Organisatoren wünschen sich, dass möglichst viele Wallerinnen und Waller aktiv dazu beitragen, dass sich das generations- und kulturübergreifende Vorhaben dauerhaft als fester Treffpunkt im Stadtteil etabliert – und mit ihm ein lebendiges „kunterbuntes“ Gemeinschaftsgefühl.

Dialog, Austausch, Verständigung

Interkultureller Austausch, Dialog und Verständigung: Darum ging es bereits beim „Sprachcafé Deutsch“, das die Volkshochschule Bremen-West (VHS) gemeinsam mit dem Amt für Soziale Dienste, dem Waller Haus der Familie, der WaBeQ, dem Verein der Waller Geschäftsleute sowie Beirat und Ortsamt im Café Waller Dorf eingerichtet hatte. Die Veranstaltungsreihe „Walle Kunterbunt“ soll nun das Erbe dieses Projekts antreten und mit ihrem offenen Angebot noch mehr Menschen ansprechen, erklärte VHS-Zweigstellenleiterin und Projektinitiatorin Haleh Soleymani bei der Projektvorstellung. Finanziell unterstützt wird „Walle Kunterbunt“ aus Beiratsgeldern sowie aus Mitteln aus dem Topf „Sozialraumorientierung“ des Referats Stadtentwicklung beim Senator für Bau, Umwelt und Verkehr.

Die Zielgruppe ist so breit gefächert wie die Waller Bevölkerung selbst: „Groß und Klein, Alt und Jung, aus verschiedenen Kulturkreisen, aus Walle, aus nahen und fernen Ländern“ möchten die Veranstalter gerne in Kontakt bringen – so formuliert es der druckfrische Flyer, der zurzeit an vielen Orten im Stadtteil für „Walle Kunterbunt“ wirbt. Der Schwerpunkt liege dabei nicht auf der pädagogischen Vermittlung der deutschen Sprache, erklärt Stadtteilsachgebietsleiterin Petra Müller. Kommunikationsmittel sind ganz unterschiedliche unterhaltsame gemeinsame Aktivitäten. Die Ortsamtsmitarbeiterin könnte sich vorstellen, dass auch die in Waller erwarteten Menschen aus den Flüchtlingsgebieten eine solch entspannte Form der Kontaktaufnahme abseits von Sprachkursen und Behördenkommunikation gerne annehmen werden.

Einige Kostproben aus dem Programm: Am 1. Dezember soll gemeinsam „multikulturell“ gekocht werden. Am 16. Februar wird ein internationaler Karneval gefeiert. Am 2. März steht ein Spielenachmittag auf dem Programm, für das sich die Veranstalter Lieblingsspiele aus der ganzen Welt wünschen. Am 25. Mai wird eine kleine Exkursion zum „internationalen Garten“ führen. Und die Organisatoren hoffen, dass die Veranstaltungsreihe damit noch lange nicht vorbei ist, betont Petra Fritsche-Ejemole, Sprecherin des Kulturausschusses im Waller Beirat. Ideen und Vorschläge für viele weitere gemeinsame Nachmittage aus den Reihen der Teilnehmenden selbst seien daher mehr als erwünscht.

Erwünscht ist aber auch, dass sich die gemeinsamen Kontakte nicht auf das Terminprogramm beschränken, sondern auch im Alltag weitergepflegt werden. „Wir möchten mit „Walle Kunterbunt“ Impulse setzen“, erklärt Ernst Schütte, Geschäftsführer der Waller Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft WaBeQ. Nicht nur über den gedruckten Flyer, sondern vor allem auch persönlich wollen die beteiligten Institutionen dafür sorgen, dass sich die Veranstaltungsreihe im Stadtteil herumspricht. Denn sie kennen ihre Wallerinnen und Waller als regelmäßige Besucher, Klienten, Kursteilnehmer und auch als Kundinnen und Kunden.

Zu den Unterstützern des Vorhabens gehört auch der Verein der Waller Geschäftsleute. „Genial, dass wir uns nicht nur an einen Tisch, sondern gemeinsam in Bewegung setzen“, schwärmt dessen stellvertretender Vorsitzender Alex Becker, der in Zukunft kräftig Werbung für „Walle Kunterbunt“ machen wird. Er hoffe, so der Waller Geschäftsmann, „dass unser eigener Enthu-siasmus überspringt!“

„Musik zum Mitmachen“ lautet das Motto der Auftaktveranstaltung von „Walle Kunterbunt“ am kommenden Sonntag, 27. Oktober, 15 Uhr. Mit dabei ist der bremisch-chilenische Musiker Carlos Lastra, der gemeinsam mit Tochter Selina und Sohn Oscar und Gitarre, Percussion und Violine Melodien aus Südamerika zum Mitsingen im Repertore hat. Das hanseatische Temperament wird von einem Ensemble des 1. Bremer Ukulelenorchesters vertreten. Das Orchester wird zusätzliche Instrumente im Gepäck haben, damit die Gäste bei einem kleinen Workshop ihr Talent ausprobieren können.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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