Integriertes Verkehrskonzept Überseestadt

Bürgerinitiative schlägt Alternativroute vor

Weiterhin hält die im Integrierten Verkehrskonzept (IVK) Überseestadt empfohlene Linksabbiegerspur am Überseetor die Anwohner rund um den Waller Ring in Atem. Sie haben nun eine Alternative vorgeschlagen.
10.09.2020, 05:00
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Bürgerinitiative schlägt Alternativroute vor
Von Anne Gerling
Bürgerinitiative schlägt Alternativroute vor

Die Bürgerinitiative Waller Ring möchte verhindern, dass die Kreuzung für Pkw und Lkw geöffnet wird und hat deshalb einen Alternativvorschlag zum Linksabbieger Überseetor erarbeitet: Den Ausbau der Kreuzung Hafenrandstraße / Emder Straße.

WESER-KURIER - Quelle: mapz.com

„Der Waller Ring ist eine vierreihige Lindenallee – davon gibt es nicht mehr so viele in Deutschland. So etwas ist sehr schützenswert“: Mit diesen Worten wandte sich kürzlich Anwohnerin Gaby Bitomsky im Namen der vor fast 20 Jahren von ihr mitgegründeten Bürgerinitiative (BI) Waller Ring an den Fachausschuss „Überseestadt, Wirtschaft und Arbeit“ des Waller Beirats.

Einst hatten sie sich erfolgreich gegen den Ausbau ihrer Straße als Hauptzubringer für den Großmarkt gewehrt, nun sind Bitomsky und ihre Nachbarn wieder in Sorge um ihre Straße, auf der sich schon jetzt täglich zur Hauptverkehrszeit die Autos in Richtung Utbremer Kreisel / Autobahn 27 stauen.

Es könnte noch schlimmer werden, wenn tatsächlich, wie im Integrierten Verkehrskonzept (IVK) Überseestadt empfohlen, das Überseetor für Linksabbieger in Richtung Gröpelingen – und damit Waller Ring – ausgebaut würde, warnt Bitomsky. Ein Ausbau zunächst nur für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) (konkret: Die Buslinie 26) ist für dieses Jahr vorgesehen.

Die BI möchte verhindern, dass die Kreuzung anschließend womöglich auch für Pkw und Lkw geöffnet wird und hat deshalb einen Alternativvorschlag zum Linksabbieger Überseetor erarbeitet: Den Ausbau der Kreuzung Hafenrandstraße / Emder Straße.

Bitomsky: „Dort ist noch nicht so viel los, Autos könnten dort gut in beide Richtungen abfließen, die Strecke über die Cuxhavener Straße dorthin ist kein großer Umweg und dort wohnt niemand.“ Von der Eduard-Suling-Straße aus könnten Hinweisschilder den Verkehr in Richtung Gröpelingen lenken; am Waller Stieg soll ohnehin demnächst eine Ampel für Fußgänger installiert werden. „Die Überseestadt kriegt so viel Aufmerksamkeit – und wir, die wir hier schon so lange wohnen?“ sagt Bitomsky. Ihre BI setzt nun auf ein mit Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) anberaumtes Gespräch.

Auch der Waller Beirat hatte vor den Sommerferien Ortsamtsleiterin Ulrike Pala zufolge in einem Gespräch mit dem Verkehrsressort und den verkehrspolitischen Sprechern der Bürgerschaftsfraktionen die Emder Straße als Hauptroute aus der Überseestadt heraus ins Spiel gebracht: „Wir sind so verblieben, dass das Ressort Vorschläge macht, wie die umliegenden Straßen zu schützen sind.“

„Wir sind lange an dem Thema dran und haben dazu Anträge eingebracht. Ich kenne eigentlich niemanden, der den Linksabbieger gut findet“, ergänzt Beiratspolitikerin Brigitte Grziwa-Pohlman (SPD). „Wir Grünen unterstützen das zu 100 Prozent – jedenfalls die Grünen aus Walle“, sagt auch Christof Schäffer (Grüne) zum Vorschlag der BI: „Und wir werden uns, sofern es nicht andere Vorschläge gibt, gegen den Linksabbieger stellen.“

Hinter der BI Waller Ring steht auch die BI Heimatviertel, die vor etwa zwei Jahren den als eine IVK-Kernmaßnahme empfohlenen Durchstich von der Hafenstraße zur Nordstraße erfolgreich verhindert hatte. Einen „Kuhhandel“ Durchstich oder Linksabbieger Übeseetor habe es nie gegeben, unterstreicht eine Sprecherin aus dem Waller Wied.

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