Umbau Osterfeuerberger Ring: Das Bauressort stellt erste Planungen in Einwohnerversammlung vor Grüner Boulevard statt vierspurige Straße

Auf einem grünen Boulevard mit vielen Bäumen könnten in Zukunft Spaziergänger flanieren – genau dort, wo heute noch der vierspurige Osterfeuerberger Ring den Ortsteil brutal zerschneidet. So jedenfalls sehen es die Planer in der Baubehörde. Bei vielen Wallern kommt das an, schließlich bemüht sich die Zukunftswerkstatt Osterfeuerberg schon lange um den Rückbau der autobahnähnlichen Straße. Noch allerdings fehlt das Geld für das Vorhaben.
14.03.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anne Gerling

Auf einem grünen Boulevard mit vielen Bäumen könnten in Zukunft Spaziergänger flanieren – genau dort, wo heute noch der vierspurige Osterfeuerberger Ring den Ortsteil brutal zerschneidet. So jedenfalls sehen es die Planer in der Baubehörde. Bei vielen Wallern kommt das an, schließlich bemüht sich die Zukunftswerkstatt Osterfeuerberg schon lange um den Rückbau der autobahnähnlichen Straße. Noch allerdings fehlt das Geld für das Vorhaben.

Osterfeuerberg. Die Verwaltung soll einen neuen Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Osterfeuerberger Ring, Fleetstraße, Glücksburger Straße, Holsteiner Straße, Auguststraße und Flensburger Straße ausarbeiten. Aktuell nämlich ist dieses Areal noch als Gewerbegebiet ausgewiesen, und das soll sich ändern: "Es soll ein eher gemischtes Gebiet sein und Wohnen begünstigen", erläuterte nun bei einer Einwohnerversammlung im Ortsamt Diplom-Ingenieur Axel König vom Bauressort.

Auslöser der Überlegungen sind unter anderem Kanalbauarbeiten, für die Hansewasser vom Herbst an bis zum Frühjahr 2014 den Osterfeuerberger Ring aufreißen wird. Die Behörde möchte sich im Vorfeld den planungsrechtlichen Spielraum verschaffen, das Quartier anschließend umgestalten und es damit aufwerten können.

Flanieren durch den Grünzug

Wie das aussehen könnte, dazu haben die Architekten und Stadtplaner vom Büro Kellner, Schleich, Wunderling aus Hannover schon Ideen entwickelt. Zwei Entwürfe präsentierte Architektin Karin Kellner jetzt; Hauptbestandteil beider Varianten ist ein 13 beziehungsweise 17 Meter breiter grüner Boulevard zum Flanieren, der sich von der Fleetstraße bis zum Verteilerkreisel erstreckt. Er soll genau dort verlaufen, wo sich heute noch die vier Hauptfahrbahnen befinden. Der komplette Autoverkehr würde auf die parallel verlaufenden schmalen Ortsfahrbahnen umverlegt. Es kämen Bäume zum jetzigen Bestand hinzu und mittig im grünen Boulevard könnte eines Tages eine Straßenbahntrasse gebaut werden – das allerdings ist laut König noch ferne Zukunftsmusik.

Die beiden Planungsvarianten unterscheiden sich hauptsächlich in der Anordnung der Parkflächen entlang der Straße – diagonal beziehungsweise parallel zur Fahrbahn – und darin, wo sich der Radweg befindet. Auto-Stellplätze gingen mit der Umgestaltung nicht verloren, wie Kellner versichert. Ihre gute Nachricht für die Gewerbetreibenden entlang der Ortsfahrbahn: Lieferverkehr hätte es nach dem Umbau der Straße beim Verlassen der Grundstücke deutlich einfacher als bisher, da die Fahrbahn mit der Umgestaltung breiter würde.

Kellner hat im Quartier einigen Verbesserungsbedarf entdeckt: "Die Anwohner der Glücksburger Straße haben Balkone nach Süden raus und werden dort ungebremst beschallt. Das geht eigentlich gar nicht", meint sie etwa und: "In der Halligenstraße gibt es Endköpfe, die danach schreien, dass man da was macht!" Noch wirke die Ecke tot, denkbar seien dort zum Beispiel "Starterhäuser" für junge Leute. Gastronomie – etwa ein Café – sei an der Ecke Osterfeuerberger Ring / Auguststraße denkbar. Dort wird gerade der Gasthof "Altaso" abgerissen. "Wir werden vielleicht nicht jeden Wunsch berücksichtigen können, müssen ihn aber erstmal kennen", ermunterte Kellner die Zuhörer zur Diskussion in Kleingruppen.

Es zeigte sich: Die Entwürfe kamen mehrheitlich gut an. Wohl auch, weil die Planer dadurch keine neuen Schleichverkehre im Ortsteil befürchten. Wichtig sei, auch Pflege und Instandhaltung der Grünfläche einzuplanen, mahnten einige Teilnehmer. Zu klären wäre auch, wie die Gewerbe- und Brachflächen am Osterfeuerberger Ring so umgestaltet werden könnten, dass geschützte Räume entstehen und Menschen dort auch gerne wohnen würden.

Die interessanteste Frage war für viele natürlich diese: Wann kommt das alles? Das aber lässt sich noch nicht eindeutig sagen. "Im Moment ist es im Haushalt nicht drin – alle müssen sich anstrengen, dass sie Geld kriegen", meint König, "wichtig ist aber, die Kanalbaumaßnahme damit abzustimmen."

"Wir haben bisher nur Ausschnitte gesehen und möchten jetzt den gesamten Plan bis zum Utbremer Kreisel haben", so Wolfgang Golinski (SPD), Sprecher des Fachausschusses "Bau, Umwelt und Verkehr" im Beirat und Mit-Initiator der Zukunftswerkstatt Osterfeuerberg. Er sieht noch etliche zu klärende Fragen, etwa nach Abbiegespuren und zur Anbindung der einzelnen Nebenstraßen. Dies soll unter anderem Thema sein, wenn sich am 26. April ab 17.30 Uhr die Zukunftswerkstatt Osterfeuerberg in der Mensa der Grundschule am Pulverberg weiter mit den Planungen beschäftigt. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

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