Streit um Podiumsdiskussion

Kontroverse am Schulzentrum Walle

Soll man mit der AfD reden oder sie ausgrenzen? Diese Frage spaltet Schüler und Kollegium am Schulzentrum Walle, wo nächste Woche eine Podiumsdiskussion zur Bürgerschaftswahl geplant ist.
21.03.2019, 13:17
Lesedauer: 1 Min
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Kontroverse am Schulzentrum Walle
Von Anne Gerling
Kontroverse am Schulzentrum Walle

Schüler hatten in einem Schreiben gefordert, den AfD-Bürgerschaftsabgeordneten Alexander Tassis wieder auszuladen, der unter anderem kürzlich angeregt hatte, durch regelmäßige Fahnenappelle auf Schulhöfen das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Schülerschaft zu stärken.

Felix Kästle/dpa

Wie geht man miteinander um, wenn die Weltanschauungen stark auseinanderklaffen? Darüber gibt es nun am Schulzentrum Walle eine heftige Kontroverse, nachdem für die kommende Woche Vertreter verschiedener Parteien – darunter die AfD – zu einer schulinternen Diskussionsrunde eingeladen wurden. „Wir organisieren seit Jahren vor jeder Wahl eine Podiumsdiskussion, in der unsere Schüler mit Politikern diskutieren. Dabei gilt als Maßstab die Regel: Eingeladen werden die Parteien, die im Deutschen Bundestag vertreten sind“, erklärt dazu Schulleiter Matthias Möller.

Schüler hatten in einem Schreiben gefordert, den AfD-Bürgerschaftsabgeordneten Alexander Tassis wieder auszuladen, der unter anderem kürzlich angeregt hatte, durch regelmäßige Fahnenappelle auf Schulhöfen das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Schülerschaft zu stärken. Die Ziele der rechtspopulistischen Partei seien unvereinbar mit den Werten, für die das Schulzentrum Walle als Teil der Initiative „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ stehe, heißt es in dem Brief der Schüler, die von mehreren Lehrern unterstützt werden.

Auch wenn er vollstes Verständnis für diese Argumentation habe, so sei er doch anderer Ansicht, sagt Schulleiter Möller: „Solange eine Partei nicht verboten ist, können wir uns die Welt nicht so hindrehen, wie wir sie gerne hätten. Schließlich würde ich auch eine linke Partei nicht ausladen, wenn die Situation umgekehrt wäre. Wir können nicht das Recht in die Hand nehmen und ich finde, durch Ausgrenzung machen wir die AfD nur stärker.“ Dass es im Zuge der Veranstaltung Protestaktionen geben könnte, schließt Möller nicht aus – hofft aber, dass es dabei demokratisch zugehen wird: „Streit gehört zu einer Demokratie dazu. Wir müssen aushalten, dass es unterschiedliche Meinungen gibt.“

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