Auf der Bühne im Waller Brodelpott: ein Chor, ein Comedian und ein Geschichtenerzähler Leise und laute Töne beim Kleinkunstabend

Osterfeuerberg. Kleine Kunst? Weit gefehlt! Auf der Bühne im Waller Kulturhaus "Brodelpott" präsentierten sich beim Kleinkunstabend Künstler erster Güte. Für den musikalischen Teil des Programms hatte Moderator Hans-Martin Sänger den gemischten Chor "Notabene" aus Weyhe unter der Leitung von Kirsten Bodendieck eingeladen. Für Lachfalten sorgte der Ostfriese Ulbstmichel. Sänger selbst steuerte neben der Moderation auch einen literarischen Teil bei.
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Von Liane Janz

Osterfeuerberg. Kleine Kunst? Weit gefehlt! Auf der Bühne im Waller Kulturhaus "Brodelpott" präsentierten sich beim Kleinkunstabend Künstler erster Güte. Für den musikalischen Teil des Programms hatte Moderator Hans-Martin Sänger den gemischten Chor "Notabene" aus Weyhe unter der Leitung von Kirsten Bodendieck eingeladen. Für Lachfalten sorgte der Ostfriese Ulbstmichel. Sänger selbst steuerte neben der Moderation auch einen literarischen Teil bei.

Zur Einstimmung sang Notabene vier Lieder und zeigte gleich einmal, wie vielseitig das Chorprogramm ist. Mit "Nur geklaut" von den Prinzen und "Major Tom" waren deutscher Pop und die Neue Deutsche Welle vertreten. Leisere Töne schlugen die Damen und Herren bei "Come again", einem alten englischen Liebeslied, an. Munter wurde es bei einem französischen Trinklied. Noch um einiges vielfältiger wurde es dann zum Schluss des Abends, als der Chor ein längeres Set mit Klassikern, Oldies und Evergreens auf Deutsch und Englisch sang.

Wesentlich lauter und zuweilen cholerisch kam Ulbstmichel daher. Der junge Mann aus Rhauderfehn las zunächst einen offenen, sehr deutlichen Brief vor - adressiert an den unbekannten Bremer, der vor einiger Zeit seine Autoscheibe einschlug und sein transsexuelles Navigationsgerät Tomtom mit Frauenstimme klaute. Und obwohl dies eine eigentlich ernste und auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte war, blieb im Publikum kein Auge trocken. Auch als Ulbstmichel die Deutschland-Card, McDonalds und Angela Merkel auf die Schippe nahm, amüsierte sich das Publikum köstlich. Makaber wurde es dann in seinem auf Frauen zugeschnittenen Programmteil. Im Gedicht "Ich wollt doch nur romantisch sein" verarbeitete Ulbstmichel viel schwarzen Humor. Dem Publikum gefiel es hörbar.

Rund 30 Kleinkunstliebhaber verschlug es an diesem Abend in das Kulturhaus - eine durchaus zufriedenstellende Zahl, auch wenn besonders Ulbstmichel auch ein durchaus größeres Publikum gewöhnt ist. Seit 2005 steht er als Komiker auf der Bühne, seit zwei Jahren macht er das hauptberuflich. Er trat mehrfach bei Poetry Slams und im "Quatsch Comedy Club" auf.

177. Kleinkunstabend moderiert

"Wir möchten bei den Kleinkunstabenden immer die drei Bereiche Musik, gesprochenes Wort und darstellendes Spiel abdecken", erklärte Hans-Martin Sänger, der an diesem Abend seinen 177. Kleinkunstabend moderierte, 58 davon in Walle. Da der für den literarischen Teil eigentlich angefragte Autor Gotthard Kuppel kurzfristig absagte, übernahm Sänger auch diesen Teil. Er gab die Geschichte "Warum die Königin so traurig ist" zum Besten. Darin plaudert ein selbst ernannter Prominentenpsychiater munter von seinen Sitzungen mit der Königin von England, die angeblich bei ihm in Behandlung war, und fördert dabei allerlei Absurdes zutage.

Nach gut zweieinhalb Stunden endete dieser letzte Kleinkunstabend im Bremer Westen in diesem Jahr.

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