Allmende besteht seit fünf Jahren / Zukunft ungewiss Möbel für Bedürftige

Osterfeuerberg. Hoffnung in vielerlei Hinsicht gibt die Allmende. Zum einen versorgt sie Bedürftige mit Möbeln und Hausrat, des Weiteren gibt sie Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben, einen Arbeitsplatz und damit auch einen Sinn im Leben und neue Zuversicht. Bereits seit fünf Jahren holen die Mitarbeiter der Allmende nicht mehr gebrauchte, aber durchaus noch zumutbare Möbel von ihren Besitzern ab und lassen sie kostenlos bedürftigen Menschen zukommen.
08.11.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Liane Janz

Osterfeuerberg. Hoffnung in vielerlei Hinsicht gibt die Allmende. Zum einen versorgt sie Bedürftige mit Möbeln und Hausrat, des Weiteren gibt sie Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben, einen Arbeitsplatz und damit auch einen Sinn im Leben und neue Zuversicht. Bereits seit fünf Jahren holen die Mitarbeiter der Allmende nicht mehr gebrauchte, aber durchaus noch zumutbare Möbel von ihren Besitzern ab und lassen sie kostenlos bedürftigen Menschen zukommen.

'Seit Hartz IV eingeführt und die Leistungen der Sozialhilfe weitgehend gestrichen wurden, kann sich kaum jemand, der ALG II empfängt, neue Möbel leisten. Daraus ist die Idee der Allmende entstanden', sagt Thomas Tscheu, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft Projob. Gerade einmal 27,41 Euro stehen Hartz-IV-Empfängern im Monat für neue Möbel zur Verfügung. Die Allmende ist ein Projekt der Projob, die eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Vereins für Innere Mission ist. Deshalb gratulierte und dankte auch Pastor Uwe Mletzko den Helfern.

Derzeit arbeiten bei der Allmende 18 ehemalige langzeitarbeitslose Männer in so genannten Integrationsjobs (Injobs), dazu zwei Anleiter, eine Pädagogin und zwei Fahrer. 'Die Möbel, die wir abholen und weiter vermitteln, dürfen nicht zu groß und müssen noch nutzbar sein. Fünf Meter lange Schrankwände, Elektrogeräte oder feuchte Matratzen nehmen wir nicht mit', sagt Thomas Tscheu. Die Allmende zahle für jedes Möbelstück, das sie entsorgen lassen müsse - 'und das können wir uns einfach nicht leisten'.

Die Allmende ist Teil eines Netzwerkes. 'Wenn hier Strukturen abgebaut werden müssen, wird es die so schnell nicht wieder geben', sagt Kai Hausen vom Verbund arbeitsmarktpolitischer Dienstleister in Bremen (Vadib). Sollten die Sparbeschlüsse der Bundesregierung durchgesetzt werden, würde in Bremen mindestens die Hälfte der derzeit 3700 öffentlich geförderten Arbeitsplätze gestrichen.

Möbelspendenangebote können unter Telefon 611845 gemacht werden. Pro Abholung werden zehn Euro Fahrtkosten fällig. Im Lager, Holsteiner Straße 80, kann sich Möbel aussuchen, wer seine Bedürftigkeit nachweist. Die Lieferung der Möbelstücke kostet zehn Euro Benzinpauschale bei Fahrten in den Bremer Westen, 15 Euro in alle anderen Stadtteile. Das Allmende-Möbellager ist von Montag bis Donnerstag von 9 bis 11 Uhr geöffnet. Hausrat gibt es Dienstag und Donnerstag von 9 bis 11 Uhr.

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