Bremer SV

Sanierung des Stadions am Panzenberg geht voran

Der Bremer SV will weiterhin in die Regionalliga Nord aufsteigen und bräuchte damit auch eine regionalligataugliche Spielstätte. In diesem Jahr ist nun die Panzenberg-Sanierung gestartet.
03.08.2018, 17:17
Lesedauer: 3 Min
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Sanierung des Stadions am Panzenberg geht voran
Von Anne Gerling
Sanierung des Stadions am Panzenberg geht voran

Freuen sich, dass es mit dem Panzenberg voran geht: Franz Roskosch (v. l.), Anja Stahmann, Jochen Brünjes, Peter Warnecke.

Roland Scheitz

Diese Woche starten die Fußball-Ligen in die neue Spielsaison. Das wird auch höchste Zeit, ist vom Bremer Sportverein von 1906, kurz: Bremer SV, zu hören. Am Panzenberg-Stadion nämlich werden die Kaninchen allmählich schon übermütig; es gibt mittlerweile die ersten größeren Löcher zu beklagen.

Für die unumstrittenen BSV-Stars – die Erste Herrenmannschaft – steht an diesem Sonntag das erste Auswärtsspiel der Saison beim TUS Schwachhausen an. Am Mittwoch drauf kommt dann der Blumenthaler SV nach Walle.

Seit 2008 mischen die Blau-Weißen vom Waller Traditionsverein in der „Bremen-Liga“ mit, der höchsten Spielklasse des Bremer Fußball-Verbandes. Mehrfach ist das Team dabei in den vergangenen Jahren haarscharf am Aufstieg in die nächst höhere „Regionalliga Nord“ vorbeigeschrammt.

Immerhin könnte die vereinseigene Spielstätte unmittelbar am Nordwest-Knoten – unter Amateurfußballfans gilt der Panzenberg als eines der schönsten Stadien der Stadt – demnächst tatsächlich endlich regionalligatauglich werden. Der erste Schritt in diese Richtung jedenfalls ist nun gemacht worden: Seit etwa vier Wochen werden Teile der 55 Jahre alten Anlage an der Landwehrstraße saniert.

Schon etwas zu sehen

103.000 Euro hat das Sportamt für diese Arbeiten zur Verfügung gestellt. Nun war Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne) beim Bremer SV zu Besuch, um sich persönlich ein Bild zu machen.

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Denn es gibt tatsächlich schon etwas zu sehen: Bei einem Teil der Stehplatztribünen sind inzwischen die Platten hochgenommen und die einzelnen Stufen begradigt worden. „Damit ist die Unfallgefahr beseitigt worden“, unterstreicht Vorstandsmitglied und Stadionsprecher Franz Roskosch. Außerdem ist eine neue Treppe eingebaut worden, sodass das Hoch- und Runterlaufen ab sofort erheblich einfacher und sicherer wird.

Besonders wichtig ist dies bei größeren Spielen, bei denen es auch schonmal eng werden kann. Die Heimspielstätte des Bremer SV ist für maximal 5000 Zuschauer zugelassen. Bislang gibt es rund 320 überdachte Sitzplätze. Über den Einbau eines zusätzlichen leichten Schleppdaches wird aktuell nachgedacht.

Noch zieren die Wand hinter dem überdachten Teil der Tribüne diverse Graffiti; diese will der Verein demnächst durch gesprühte Werbung ersetzen lassen. Die Bauarbeiten werden außerdem schrittweise rund um das Spielfeld herum fortgesetzt. An der Kopfseite zur Grünanlage und der Bürgermeister-Hildebrand-Straße hin gibt es inzwischen einen zweiten Eingang für gegnerische Fans. Dort sollen außerdem demnächst zusätzliche Toilettenanlagen gebaut werden, sodass im Fall der Fälle Fangruppen durch einen Zaun komplett von einander getrennt werden können.

Alternative zu Platz 11 schaffen

„Wir waren vor einem Jahr hier und hatten uns über die Notwendigkeiten informiert und vereinbart, dass wir damit anfangen wollen“, freute sich Stahmann nun: „Ich bin froh, dass das so schnell gelungen ist. Wir fanden es auch ein tolles Angebot für die Stadt, dass der Verein selbst Pläne machen wollte.“ Für die Stadt sei es wichtig, eine gute Alternative zu Werder Bremens „Platz 11“ beim Weserstadion zu haben, betonen Stahmann und auch Jochen Brünjes. Der sei nämlich mittlerweile so ausgebucht, dass dort nicht mehr viel anderes hinpasse.

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„Wir können außerdem auch froh sein, dass der Verein jemanden gefunden hat, der sich interessiert und kümmert“, so Stahmann. Denn bei der Planung für den Neubau des Vereinsheims hat Architekt Lüder Kastens, der mit der Waller Union-Brauerei bereits seit längerem Trikotsponsor ist, dem BSV kräftig unter die Arme gegriffen. Bevor der Verein demnächst den Bauantrag bei der Baubehörde einreichen wird, überprüft nun noch der Deutsche Fußball-Bund (DFB), ob sämtliche für den Regionalliga-Spielbetrieb geforderten Voraussetzungen mit dem Gebäude erfüllt würden. So muss es im Gebäude beispielsweise einen speziellen Doping-Raum oder einen speziellen Schiedsrichter-Bereich mit einer Mindestgröße geben.

Zum Spielfeld selbst – trotz der Hitze befindet sich der Rasen übrigens dank der Pflege durch den Umweltbetrieb Bremen (UBB) in einem bemerkenswert saftigen Zustand – ist das letzte Wort noch nicht gefallen. „Rasen finden wir natürlich alle schöner“, sagt Vereinspräsident Peter Warnecke, „aber der kann hier ab Ende Oktober, Anfang November nicht mehr bespielt werden. Dann brauche ich auch kein Flutlicht.“

Selbst wenn alle 80 Zentimeter ein Dränage-Rohr verlegt würde, wäre das regelmäßige Absaufen des Platzes nicht zu verhindern, ist Franz Roskosch überzeugt. Grund dafür sei der Schutt, der hier nach dem Krieg abgeladen wurde und bis heute unter dem Rasen liege. Also auf Kunstrasen umsteigen? Momentan jedenfalls seien Regionalligaspiele auf Kunstrasen erlaubt, sagt dazu Peter Warnecke.

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