Die 22. Ausgabe des "Irrturm" handelt von einem nahrhaften Phänomen Schokolade für die Seele

Walle. Schokolade kann einen süßen oder bitteren Beigeschmack haben, ist nicht immer leicht verdaulich, und macht, im großen Maße genossen, zweifellos dick. All diese Aussagen treffen auch auf die neueste Ausgabe des "Irrturm" zu, die vor wenigen Tagen im Kulturzentrum "westend" der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Denn facetten- und umfangreich ist auch die inzwischen 22. Ausgabe der ungewöhnlichen Publikation. Auf mehr als 300 professionell gestalteten Seiten beschäftigen sich darin 38 Autorinnen und Autoren sowie 20 bildende Künstlerinnen und Künstler in mehr als einhundert Beiträgen mit einem Phänomen von unbestrittenem Nährwert.
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Von Anke Velten

Walle. Schokolade kann einen süßen oder bitteren Beigeschmack haben, ist nicht immer leicht verdaulich, und macht, im großen Maße genossen, zweifellos dick. All diese Aussagen treffen auch auf die neueste Ausgabe des "Irrturm" zu, die vor wenigen Tagen im Kulturzentrum "westend" der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Denn facetten- und umfangreich ist auch die inzwischen 22. Ausgabe der ungewöhnlichen Publikation. Auf mehr als 300 professionell gestalteten Seiten beschäftigen sich darin 38 Autorinnen und Autoren sowie 20 bildende Künstlerinnen und Künstler in mehr als einhundert Beiträgen mit einem Phänomen von unbestrittenem Nährwert.

Um eine Rezeptsammlung handelt es sich dabei natürlich nicht. Wer den "Irrturm" nicht kennt, muss wissen: die Zeitungsinitiative, die seit 1988 existiert, ist ein Projekt von Menschen, die auf verschiedene Weise psychische Erkrankungen erlebt haben oder erleben. Ziel der Publikation ist es, ihnen eine Stimme zu geben; aber auch, Ängste und Vorurteile in der Gesellschaft abzubauen und eine Diskussion über Psychiatrie und psychische Erkrankung anzuregen. Die Bilder und Texte des "Irrturm" geben preis, was es bedeutet, seelische Krisen zu erfahren. Was und wie sie erzählen, das ist so unterschiedlich wie die Menschen, ihre authentischen Erfahrungen und Biografien selbst, die sich eben nicht so einfach kategorisieren lassen.

Dabei inspirierte das Thema Schokolade manche Autorinnen und Autoren zu Assoziationen oder zu biografischen Erzählungen. Doch nicht alle der Texte, in Prosa- oder Gedichtform, bleiben so unmittelbar konkret. Öfter noch begreifen sie die Schokolade als Metapher für die Funktion des Schreibens. Jeder Mensch verfüge über einen eigenen seelischen "Notfallkoffer", so erklärte es Jörn Petersen, der die neue Ausgabe erstmalig als Redaktionskoordinator begleitet hat, anlässlich der Buchpräsentation. Das könne bei manchen Menschen sportliche Betätigung sein, künstlerische oder handwerkliche Beschäftigung, ein Gebet oder der Rückhalt bei Freunden: Personen, Objekte oder Tätigkeiten, die helfen, wenn es einmal nicht so gut läuft. Ein Stück Schokolade kann gut tun - ebenso wie der Versuch, die Last in Worte zu fassen und sich von der Seele zu schreiben. Die Texte, die das Schreiben als Notfallkoffer begreifen, handeln oft von Demütigungen, Verletzungen, von Ausgrenzung und vom Wunsch nach

Verständnis und Akzeptanz.

Besonders stolz ist das Redaktionsteam des "Irrturm" darauf, dass begleitend zum Buch auch ein Hörbuch erschienen ist. Darin lesen nicht nur einzelne Autorinnen und Autoren aus ihren Texten. Auch die Schauspieler Susanne Schrader, Christoph Rinke und Guido Gallmann, Mitglieder des Ensembles am Theater Bremen, verliehen in ehrenamtlichem Engagement ihre Stimmen.

Der "Irrturm" und das Hörbuch "Schokolade" sind im ausgewählten Buchhandel erhältlich. Weitere Informationen über das Projekt finden sich im Internet unter www.irrturm.info.

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