Demo in Bremen-Walle

Schüler protestieren gegen AfD-Besuch

Am Schulzentrum Walle haben Bremer Schüler gegen den Besuch des AfD-Politikers Alexander Tassis bei einer Podiumsveranstaltung protestiert. Die Schulleitung hatte diese Entscheidung verteidigt.
28.03.2019, 19:53
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Von Felix Klein
Schüler protestieren gegen AfD-Besuch

Das Schulzentrum Walle gehört zu den sogenannten Schulen ohne Rassismus.

Arne Dedert/dpa

Zahlreiche Menschen haben am Donnerstag vor dem Schulzentrum Walle gegen die Einladung eines AfD-Vertreters zu einer Podiumsdiskussion zur Bürgerschaftswahl demonstriert. Die Schule hatte die Alternative für Deutschland (AfD) mit der Begründung, alle im Bundestag vertretenen Parteien zu berücksichtigen, zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Daraufhin rief die Gesamtschülervertretung Bremen (GSV) zu einer Demonstration auf.

Ihrem Aufruf folgten neben Schülern des Schulzentrums auch die Gruppe „Omas gegen Rechts“ und das Aktionsbündnis gegen ein mögliches AfD-Büro in Walle. Die GSV forderte die Schulleitung auf, eine Erklärung abzugeben, dass sie keine AfD in den Schulen haben will. Dem Ganzen vorausgegangen war ein Streit zwischen Schülern und Schulleiter Matthias Möller, der die AfD zu der Diskussion eingeladen und die Entscheidung verteidigt hatte.

Auf dem Podium in der offiziellen „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ saßen Salim Bopp (CDU), Falk Wagner (SPD), Ralph Saxe (Grüne), Miriam Strunge (Linke), Lencke Steiner (FDP) und Alexander Tassis von der AfD. Alle anwesenden Politiker mit Ausnahme des AfD-Vertreters Tassis begrüßten die Aktionen der Schüler.

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„Meine persönliche Motivation in die Politik zu gehen, war der Antifaschismus. Lange Zeit hat man geglaubt, dass so etwas nie wieder passiert und heute ist es wieder eine genauso große Gefahr für unsere Gesellschaft“, sagte Saxe. Den Vorwürfen gegen seine Partei wich Tassis aus und betonte stattdessen seinen eigenen Migrationshintergrund und sein Engagement gegen Homophobie. Lehrerin Frederike Kiesel, die die Diskussion organisiert hatte, zog ein positives Fazit. „Das, was wir heute erlebt haben, war gelebte Demokratie.“

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