1902 als Handelsschule des Kaufmännischen Vereins Bremen Union gegründet / Einzugsgebiet reicht weit über den Bremer Westen hinaus Schulzentrum seit 50 Jahren an der Grenzstraße

Steffensweg. "Möge ein fortschrittlicher Geist in diesem fortschrittlichen Gebäude herrschen." Mit diesen Worten übergab am Donnerstag, 15. Dezember 1960, Oberbaudirektor Franz Rosenberg den Schlüssel für das neue Gebäude der Kaufmännischen Bildungsanstalten in der Grenzstraße an Schulsenator Willy Dehnkamp.
10.01.2011, 05:00
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Von Anne Gerling

Steffensweg. "Möge ein fortschrittlicher Geist in diesem fortschrittlichen Gebäude herrschen." Mit diesen Worten übergab am Donnerstag, 15. Dezember 1960, Oberbaudirektor Franz Rosenberg den Schlüssel für das neue Gebäude der Kaufmännischen Bildungsanstalten in der Grenzstraße an Schulsenator Willy Dehnkamp.

In der Grenzstraße wurden damals die Bildungsgänge der kaufmännischen Berufsfachschulen zusammengefasst, 1961 wurde die Schule schließlich selbstständig und unter dem noch heute in Bremen bekannten Namen Handels- und Höhere Handelsschule geführt.

Eine einschneidende Veränderung gab es 1999 mit der Zusammenlegung der Handels- und Höheren Handelsschule mit der Berufsschule für Kreditinstitute, Versicherungen und Industrie: So entstand das heutige Schulzentrum an der Grenzstraße, eine der größten Schulen Bremens, in der heute Auszubildende in zehn verschiedenen Ausbildungsberufen unterrichtet werden und wo in den Berufsfachschulen und im Beruflichen Gymnasium Wirtschaft von der Erweiterten Berufsbildungsberufe bis zur Allgemeinen Hochschulreife jeder Schulabschluss erlangt werden kann. Dort wurde vor den Ferien gemeinsam mit Vertretern aus Behörde, Beirat und Ortsamt, Elternbeirat und Schülern sowie drei ehemaligen Kollegen der ersten Stunde Standortjubiläum gefeiert.

In einer Show erinnerten Schulleiter Werner Fabisch, sein Stellvertreter Manfred Runge und Bildungsgangsleiterin Sabine Förster an die bewegte Schulgeschichte der mehr als 100 Jahre alten Schule, die 1902 als Handelsschule des Kaufmännischen Vereins Bremen Union mit 267 Schülern in der Balgebrückstraße 31 startete, zum 1. April 1942 verstaatlicht wurde und von 1949 bis 1960 im Berufsbildungszentrum (BBZ) am Doventor beheimatet war.

Mit 679 Schülern zog die Schule im Dezember 1960 dann auf ein ehemaliges Ruinengrundstück an der Hauffstraße beziehungsweise Grenzstraße. Oberbaudirektor Rosenberg reihte laut Bremer Nachrichten das neue Haus damals unter die drei schönsten Großbauten im Bremer Westen ein - neben Bremens erstem Wohnhochhaus an der Hansestraße und der katholischen St.-Marien-Kirche. Später wurde ausgebaut und saniert. Zweimal geriet die Schule in Probleme, als 1988 und 1997 im Zuge der Neugliederung der Schulstandorte die Bildungsbehörde plante, den Standort Grenzstraße zu schließen.

Rund 2200 Schülerinnen und Schüler zählt das Schulzentrum Grenzstraße heute - und auch wenn ihr Einzugsgebiet weit über den Bremer Westen hinausreicht, legt die Schule großen Wert auf die Einbindung in den Stadtteil, wie Werner Fabisch und Manfred Runge betonen. Nach außen deutlich sichtbar wird dies etwa durch das Wandbild, das an einen wichtigen Teil der Stadtteilgeschichte erinnert: die in der Bombennacht vom 18. auf den 19. August 1944 zerstörte Wilhelmshavener Straße, die genau am heutigen Schulhof entlang verlief. "Hier ist ganz viel Geschichte passiert", betont Runge, "und wir halten es für wichtig, uns bewusst zu machen, wo wir sind, damit wir den Standort wertschätzen."

"Nur wer die Geschichte versteht, kann die Zukunft gestalten", zitierte Schulleiter Werner Fabisch den Historiker und Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Die Bereitschaft, sich an Schulentwicklungsprozessen zu beteiligen, sagte er in Richtung Verwaltung, sei nur dann vorhanden, wenn auch die Möglichkeit zur Einflussnahme gegeben sei.

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