Architektenwettbewerbe sind entschieden

Quartier „Neu Stephani“ wird greifbar

Am westlichen Ende der Schlachte-Weserpromenade entsteht „Neu Stephani“, das erste Quartier der Überseeinsel. Ende Oktober hat die Jury entschieden, wie die Gebäude aussehen sollen, die dort gebaut werden.
19.11.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Quartier „Neu Stephani“ wird greifbar
Von Anne Gerling
Quartier „Neu Stephani“ wird greifbar

Stephanibogen mit Geschäften und Werkstätten.

Philipp Obkircher/ROBERTNEUN

Bremens Stadtplan wächst: Auf dem ehemaligen Kellogg-Gelände zwischen Weser und Europahafen entsteht bekanntlich gerade die Überseeinsel. Bei der Entwicklung ihres ersten Quartiers „Neu Stephani“ sind Stadt und Überseeinsel GmbH nun einen Schritt weiter: Die Gewinner der Plangebiete „Neu Stephani-Ost“ und „Stephanibogen“, die nebeneinander zwischen der Straße Auf der Muggenburg und der Weser liegen, stehen fest.

In zwei Preisgerichtssitzungen unter dem Vorsitz des ehemaligen Hamburger Oberbaudirektors Jörn Walter hat sich die Jury Ende Oktober einstimmig für die Entwürfe der Architekturbüros Robert Neun (Berlin), Allmann Sattler Wappner (München) und Felgendreher Olfs Köchling (Bremen/Berlin) entschieden.

Viel Licht und Sichtachsen in Stephani-Ost.

Viel Licht und Sichtachsen in Stephani-Ost.

Foto: Felgendreher Olfs Köchling & Ponnie Images

300 neue Wohnungen in Stephani-Ost

In Stephani-Ost entstehen etwa 300 neue Wohnungen. „Eine Besonderheit des Realisierungswettbewerbes ist, dass wir uns von vornherein die Möglichkeit vorbehielten, unterschiedliche Entwürfe miteinander zu kombinieren“, beschreibt Johannes Aderholz, Geschäftsführer der Überseeinsel GmbH, das Verfahren. Und so werden dort nun drei der fünf Gebäude sowie die Freiraumgestaltung vom Architekturbüro Allmann Sattler Wappner in Zusammenarbeit mit Rabe Landschaftsarchitekten realisiert und zwei Gebäude vom Architekturbüro Felgendreher Olfs Köchling.

Der Entwurf des Münchener Büros überzeugte die Jury mit seinen architektonischen Anklängen an den Gebäudetypus „Bremer Haus“ und die Industriegeschichte des Ortes sowie durch Bezüge zur Weser, etwa bei der Materialauswahl und den Farben der Fassaden. Verbunden und belebt wird das Quartier durch Freiräume, Höfe, Spielflächen und gemeinschaftlich nutzbare Dachflächen.

Optische Bezüge zur Weser in Stephani-Ost.

Optische Bezüge zur Weser in Stephani-Ost.

Foto: flooer für Allmann Sattler Wappner

Optisch Verbindung zu Nachbar-Gebäuden hergestellt

Am Entwurf des Büros Felgendreher Olfs Köchling gefielen den Juroren insbesondere die flexiblen Wohnungsgrundrisse mit geringer Tiefe, welche einen optimalen Lichteinfall und viele Sichtachsen zum Quartier ermöglichen. Architektonisch wird dabei auf die angrenzenden Bürogebäuden Bezug genommen, wodurch optisch eine Verbindung hergestellt und eine harmonische Überleitung in das Quartier geschaffen wird.

Für das Gebiet Stephanibogen, an dem entlang die Radroute von der Weserpromenade zum Europahafenkopf führt, hat das Büro Robert Neun einen großformatigen Komplex aus fünf Gebäuden mit jeweils unterschiedlichen Treppenhäusern, Loggien, Wintergärten, Balkonen und Fassaden entwickelt. Drei Innenhöfe – angelegt als Hofgarten, Spielhof und Gewerbehof – bieten Freiräume für eine gemeinsame Nutzung. Ein Schwimmbad und ein Gesundheitszentrum mit Arztpraxen, therapeutischen Praxen, Fitnesseinrichtung und Apotheke sind ebenso vorgesehen wie Flächen für Labore und Büros. Entlang der Radroute sind außerdem kleine Gewerbeflächen für Handwerk, Kreative, Künstler und Einzelhandel angedacht.

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