Schüler der Allgemeinen Berufsschule am Steffensweg präsentieren künstlerische Arbeiten in Kulturwerkstatt

Unbekannte Fähigkeiten entfaltet

In 20 Workshops haben rund 300 Schülerinnen und Schüler der Allgemeinen Berufsschule (ABS) am Steffensweg in der vergangenen Woche kreative Ideen entwickelt und umgesetzt. Bei der Abschlusspräsentation in der Kulturwerkstatt Westend haben sie vielfältige Ergebnisse vorgestellt: Gesangseinlagen, Tänze, Hip-Hop, Rap, eine Fotodokumentation sowie malerische und gestalterische Arbeiten.
17.11.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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In 20 Workshops haben rund 300 Schülerinnen und Schüler der Allgemeinen Berufsschule (ABS) am Steffensweg in der vergangenen Woche kreative Ideen entwickelt und umgesetzt. Bei der Abschlusspräsentation in der Kulturwerkstatt Westend haben sie vielfältige Ergebnisse vorgestellt: Gesangseinlagen, Tänze, Hip-Hop, Rap, eine Fotodokumentation sowie malerische und gestalterische Arbeiten.

Von VOLKER ALTHOFF

UND ULRIKE TROUE

Walle. Viel Lob heimsten die Schülerinnen und Schüler für ihre ideenreichen Projekte von Schulleiter Frank Grönegreß ein. Sie hätten eine Woche lang gezeigt, was Kreativität bedeute. Auch der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Elombo Bolayela, der sich in den Bereichen Integration, Gleichstellung und Bildung engagiert, war von den Arbeitsergebnissen beeindruckt: "Ihr macht tolle Projekte und leistet gute Arbeit."

Der Ehrengast war ein leuchtendes Beispiel dafür, dass sich Anstrengung und Mitmachen lohnt. Der in Kinshasa geborene Pastorensohn skizzierte kurz seinen Lebensweg. Er beschrieb, wie schwer es ihm fiel, als er vor 19 Jahren als Asylbewerber nach Deutschland gekommen war, nicht zur Schule gehen und nicht studieren durfte. Allen Widrigkeiten zum Trotz habe er gekämpft, die deutsche Sprache erlernt und sich engagiert. "Mitmachen, das ist wichtig! Den Kopf heiß machen und Engagement zeigen! Ihr schafft das!", appellierte Elombo Bolayela an die Schülerinnen und Schüler.

Lob für hohes Engagement

Die zeigten zum Beispiel Einsatz auf der Bühne. Die Mitglieder der Reggae-Band "The ambitionary sounds" spieltenTrommeln, Gitarren, Keyboard und Rasseln und sangen Lieder unter dem Motto "Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum".

Damit sich der ein oder andere Wunsch vielleicht erfüllen lässt, überreichte Andre- Michael Schultz vom Rotary-Club Bremen einen Scheck über 3000 Euro. "Junge Leute sind zusammengekommen, die sich vorher nicht kannten. Sie malten Bilder, tanzten und zeigten, was für Ideen sie haben. Es ist sehr interessant, was ihr geleistet habt", bemerkte er voller Anerkennung. Und dafür erntete er stürmischen Beifall von den vielen Jugendlichen, die sich um die Bühne versammelt hatten und den Auftritt der Rapper "Dexter" und "Kaplan" entgegenfieberten.

Letztgenannter heißt mit richtigem Namen Haktan Calikli und sang ein türkisches Lied vom Weggehen. Es ist zu Hause an seinem Computer entstanden. "Ich hatte einen schlechten Tag und habe dann ein paar Texte geschrieben", gesteht "Kaplan". Daraus sei ein Hobby geworden, dem er nun auch in der Schule nachgehen konnte. Singen ist ebenfalls für Alexander Liebknecht eine Leidenschaft. Er hat seine Stimmgewalt mit seinem Song "Es tut mir leid" bewiesen. Viele Mitschüler hätten gesagt, seine Stimme sei sehr schön, sagt der Schüler. "Das hat mir sehr viel Kraft und Selbstvertrauen gegeben." Zudem hat er Schulleiter Grönegreß überrascht. Der hat durch den Auftritt eine ganz neue Seite von Alexander kennengelernt.

Auch seine Kollegin Barbara Soika entdeckte bei den Kreativtagen bislang im Schullalltag noch nicht zutage getretene Fähigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler. Sie hat die Tanzgruppe "Latin Dance" begleitet. Dabei ist ihr aufgefallen, dass viele Jugendliche "musisch begabt sind und sich sehr gut bewegen können". Das hat zum Beispiel Patrick Hermann gezeigt, der mit seinen Mitschülern heiße Salsarhythmen aus Lateinamerika auf die Bühne brachte. "Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe dabei viele Mitschüler und neue Freunde kennengelernt." Seine Schwester Steffi war im Publikum und vom Bruder beeindruckt: "Er hat sehr gut getanzt. Aber auch die anderen Gruppen haben sich sehr viel Mühe gegeben."

Dass die Schüler in der Kreativwoche gemeinsam Spaß und Erfolge hatten, ist neben vielen Unterstützern der stellvertretenden Schulleiterin Erika Bosecker zu verdanken. Sie hat vor zehn Jahren mit dem "Westend" die Kreativtage an der ABS ins Schulleben gerufen. "Aus 20 Workshops, die unter anderem externe Künstler sowie Studenten der Hochschule für Künste anleiteten, konnten wir ein ganz buntes Programm darstellen", freute sich Bosecker. Zu den Angeboten zählte traditionelle Gallions- und Tierfiguren aus Holz wie einen Haifisch oder einen Jaguar herstellen. In diesem Workshop konnten sich die Jugendlichen "selbst verwirklichen und in das Holz hinein prägen, was sie gerne machen wollten", erklärt Jan Thiele. Der Lehrer für Politik und Wirtschaft hat die Gruppe begleitet. Die Kunststudentin Safarian Gilda von der Fachhochschule Ottersberg leitete die Teilnehmer des Improtheaterworkshops an. Sie beobachtete: "Anfangs waren einige sehr schüchtern, aber mit der Zeit hat sich eine

'coole' Gruppe gebildet. Zum Schluss waren sie mit Begeisterung dabei. Das fand ich sehr positiv."

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