1001 Nacht im Waldau Theater: Heute Abend feiert 'Aladin' Premiere / Bis zu fünf Vorstellungen am Tag Vorhang auf für neues Familienmusical

Walle. Anmutig tänzelt die orientalische Prinzessin in einem türkisfarbenen Rock und Schleier am Torbogen vorbei und prüft ein letztes Mal ihre Schrittfolge. Links von ihr singt sich der Dschinn schon mal warm, während am vorderen Bühnenrand Regisseur Bernd Poppe, Bühnenbildner Roland Wehner und zwei Kollegen ausprobieren, wie sie ein kleines Holzgestell optisch in einen Haufen Gold verwandeln können. Konzentrierte Betriebsamkeit im Waldau Theater, denn heute Abend hebt sich dort erstmals der Vorhang für 'Aladin', das neue Familienmusical.
04.11.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von anne gerling

Walle. Anmutig tänzelt die orientalische Prinzessin in einem türkisfarbenen Rock und Schleier am Torbogen vorbei und prüft ein letztes Mal ihre Schrittfolge. Links von ihr singt sich der Dschinn schon mal warm, während am vorderen Bühnenrand Regisseur Bernd Poppe, Bühnenbildner Roland Wehner und zwei Kollegen ausprobieren, wie sie ein kleines Holzgestell optisch in einen Haufen Gold verwandeln können. Konzentrierte Betriebsamkeit im Waldau Theater, denn heute Abend hebt sich dort erstmals der Vorhang für 'Aladin', das neue Familienmusical.

Der junge Aladin (Matthias Kuleßa) sucht im Auftrag von Zauberin Ratundra (Nina Arena) in einer magischen Höhle nach einer Öllampe. Als die Magierin Aladin anschließend betrügen will, behält dieser die Lampe für sich. Per Zufall entdeckt er, dass darin ein guter Geist wohnt, der alle Wünsche des Lampenbesitzers erfüllen muss. Mit Hilfe des Dschinn (Dirk Siebenmorgen) besteht Aladin nun viele Abenteuer: Er gelangt zu Reichtum und Macht, und schließlich erobert er sogar das Herz der schönen Sultanstochter (Sara Dähn).

Geschichte kommt aus Asien

Hierzulande ist die Geschichte von Aladin und der Wunderlampe aus den 'Geschichten von 1001 Nacht' bekannt. In die arabische Märchensammlung allerdings, so erzählt Intendant Thomas Blaeschke, sei die ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammende Geschichte erst später eingefügt worden. Geliebäugelt hatten Musical-Komponist Blaeschke und Librettistin Kerstin Toelle mit dem Aladin-Stoff schon seit längerem. Jetzt verpflichteten sie den Oldenburger Regisseur Bernd Poppe, den Stoff auf die Bühne des Waller Theaters zu bringen. Seit gut fünf Jahren arbeitet Poppe regelmäßig mit der Waller Bühne zusammen und brachte dort schon mit 'Peter Pan', 'Schneewittchen' und 'Die Schöne und das Biest' das Publikum zum Staunen.

Das ist die große Herausforderung bei jedem Weihnachtsmärchen: Morgens kommen Kinder in die Vorstellung, abends Erwachsene. Die Inszenierung muss also für beide Gruppen 'funktionieren'. Wie geht das? 'Im Text sind zum Beispiel ein paar politische Bemerkungen und Seitenhiebe drin, die nur Erwachsene verstehen', erzählt Blaeschke. Und die Umsetzung der Vorlage auf der Bühne - durch die dank raffinierter Choreografie mit Bauchtanzelementen ein Hauch von Bollywood weht - ist für alle Altersgruppen angelegt. 'Das erste Gebot für Regisseure lautet: Du sollst dein Publikum nicht langweilen!', sagt Poppe. Er setzt deshalb auf Tempo, Takt und Tonart. 'Jede Inszenierung ist wie Musik und muss eine einheitliche Sache sein', beschreibt Poppe, woran er viele Stunden mit Bühnenbauern, Technikern und Darstellern gefeilt hat; abschließend prüfte sogar eine muslimische Theatermitarbeiterin die Inszenierung auf ihre Symbolik hin: 'Putting the pieces together - alle Teile zu einem großen Ganzen

zusammensetzen'. Erwartungsvoll geht das Haus in den heutigen Premierenabend, der um 19 Uhr beginnt. Es gibt noch Karten.

Der Vorverkauf läuft laut Blaeschke gut, bis zu fünf Vorstellungen am Tag sind geplant. Eine anstrengende Zeit also für das Theater - aber es lohnt sich, findet das Ensemble: 'Erwachsene lassen sich gern mal verzaubern, besonders zur Weihnachtszeit', schwärmt Poppe voller Vorfreude.

Weitere Abendvorstellungen ab Sonnabend, 27. November. Infos und Karten unter www.waldautheater.de oder Telefon 3775013.

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