Schüler stellen Antrag im Sozialausschuss

Waller Jungs wollen Bolzplatz mit Toren

Walle. Vier Waller Jungs sind an den Stadtteilbeirat herangetreten, damit auf ihrem Spielplatz wieder Fußballtore aufgestellt werden.
10.11.2013, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anne Gerling

Fußball spielen ohne Tore macht wenig Spaß. Vier Waller Jungs wollen das ändern. Sie sind an den Stadtteilbeirat herangetreten, damit auf ihrem Spielplatz wieder Fußballtore aufgestellt werden. Für die Stadtteilpolitiker ist das ein willkommener Anlass, darüber nachzudenken, wie das kommunalpolitische Engagement von Jugendlichen gefördert werden kann

Äußerst interessiert verfolgen die Waller Ortspolitiker im Fachausschuss „Soziales, Jugend und Gesundheit“, was sich gerade im benachbarten Findorff tut: Dort konnten in dieser Woche alle Jugendlichen von zwölf bis 21 Jahren ihr eigenes Jugendparlament wählen. Im Vorfeld hat der Findorffer Beirat in jeder einzelnen Schulklasse für Jugendbeteiligung geworben, und das Ortsamt hat alle jungen Wahlberechtigten angeschrieben. „Ganz schön viel Arbeit“, erkennen die Waller neidlos an. Auch sie beschäftigen sich schon seit gut drei Jahren mit der Frage, wie das kommunalpolitische Engagement von Waller Jugendlichen gefördert werden könnte.

Anfang Oktober hatten Ortsamt und Waller Beirat alle Jugendlichen aus dem Stadtteil eingeladen – und tatsächlich kamen 59 Schüler der Gesamtschule West (GSW), der Oberschule am Waller Ring und der Schule Vegesacker Straße zu dem Treffen. Mit dabei waren an diesem Tag auch Malte, Joel, Baran und Marlon. Die vier GSW-Schüler im Alter von zehn bis zwölf Jahren haben ein konkretes Projekt im Auge, das ihren Stadtteil für Jugendliche attraktiver machen könnte: Sie haben beim Beirat Walle den Antrag gestellt, dass auf dem Spielplatz im Waller Park wieder Fußballtore aufgestellt werden.

Alte Tornetze wurden „abgefackelt“

Wie das gehen könnte, darüber haben die Vier nun mit dem Sozialausschuss im Waller Beirat und mit Christian Poppe von der Initiativberatung im Amt für Soziale Dienste, das zuständig ist für die öffentlichen Spielplätze, gesprochen. Vor allem am Wochenende träfen sich viele Kinder auf dem eingezäunten Platz, schilderten die Kinder dabei; doch vor einiger Zeit seien dann leider die beiden Fußballtore abgebaut worden. Der Grund: Vandalismus. Jugendliche hatten mit Feuerzeugen die Netze „abgefackelt“. Wann genau die Tore abgebaut wurden, darüber waren sich die Diskussionsteilnehmer uneinig. Christian Poppe – Nachfolger von Wolfgang Bulling und erst seit Kurzem im Amt – hat in den Akten eine Rechnung von 2010 gefunden, in der es um den Abbau von Toren geht. Eine Mutter hingegen ist sich sicher, dass die vier Jungs im vergangenen Jahr noch auf der Anlage Fußball gespielt haben – und zwar mit Toren.

Wurden womöglich schon öfter Tore aufgestellt und anschließend wieder entfernt? Für Christian Poppe jedenfalls ist klar: „Es ist ein Bolzplatz, und ich hoffe, dass die Generation, die das kaputt gemacht hat, da jetzt rausgewachsen ist.“ Und: Der Fachausschuss steht hinter den vier jungen Kickern und will ihr Anliegen ernst nehmen. Zwischen 2000 und 5000 Euro würde es laut Poppe kosten, neue Tore aufzustellen. Und so wurde gemeinsam überlegt, woher das Geld kommen kann. Der Waller Beirat hat eigens Mittel für von Waller Jugendlichen selbst organisierte Projekte reserviert. 1780 Euro seien noch in diesem Topf, sagte Ausschusssprecher Franz Roskosch (CDU). Die könne man dem Amt für Soziale Dienste als Ergänzungsmittel zur Verfügung stellen, wenn den Rest das Sozialressort beisteuere. Diese Zusage konnte Christian Poppe zwar nicht machen – aber der Fachausschuss will nun möglichst schnell die Restsumme beschaffen, damit auf dem Spielplatz im Waller Park bald wieder gekickt werden kann. „Das ist ein Erfolg, es heißt aber nicht, dass die Tore da in drei Wochen stehen“, verabschiedete die für Walle verantwortliche Sachgebietsleiterin Petra Müller die vier Waller Jungs.

Der Ausschuss will zunächst weiter projektbezogen mit den Jugendlichen zusammenarbeiten und voraussichtlich vor den Osterferien zur nächsten großen Veranstaltung zum Thema Jugendbeirat einladen.

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