Waller Mitte

Die Waller Mitte erwacht zum Leben

Bei seiner offiziellen Einweihung im September 2019 machte Walles neuer Quartiersplatz noch einen ziemlich tristen Eindruck. Nach einem Jahr sprießen Gräser und Bäume und die Waller Mitte erwacht zum Leben.
03.09.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Die Waller Mitte erwacht zum Leben
Von Anne Gerling

Morgens fängt irgendwo jemand mit Frühsport an, dann kommen Kinder mit Inlinern, es wird Boule gespielt und gepicknickt und Anwohner führen ihre Hunde spazieren. Abends sitzen Leute in der Abendsonne zusammen: „Es ist immer was los und der Platz wird auch von vielen Leuten genutzt, die beim Beteiligungsprozess nicht dabei waren“, freut sich Stephanie Böker vom Verein Waller Mitte.

Der ehemalige Sportplatz an der Dedesdorfer Straße hat sich zum beliebten Quartiersplatz entwickelt – gerade während der Corona-Pandemie, denn die Fläche ist groß genug, um sich mit Abstand im Freien aufzuhalten und zu treffen. Mittlerweile ist der Platz auch schon richtig grün. „Die Bäume sind super gepflegt worden. Zwei- bis dreimal pro Woche kam jemand mit einem Wassercontainer und hat gegossen“, sagt Anne Schweisfurth von der Bürgerinitiative (BI) Waller Mitte, „und der Rasen ist auch gemäht worden.“

Bis das Netz da ist, wird das Beachvolleyballfeld nun von Kindern als Sandkasten genutzt – Sorge bereitet den Akteuren allerdings der Eingang zum Platz an der Vegesacker Straße. Der nämlich ist durch Parkbuchten mit darauf parkenden Autos verstellt – ein Sicherheitsrisiko vor allem für Kinder. Anfang März hatten Vertreter der Waller Mitte und vom Projekt „Stadt.Teil.Raum“ deshalb per Bürgerantrag den Beirat um Unterstützung gebeten. Sie wünschen sich hier einen klar definierten Eingangsbereich zum Platz, zum Beispiel indem auf den Parkplätzen ein „Parklet“ mit Sitzbänken und Grünpflanzen aufgestellt wird. „Wir haben die Sorge, dass hier Kinder plötzlich auf die Straße schießen und von Autofahrern übersehen werden. Leider ist bisher noch nichts gemacht worden, um diese Gefahr abzuwenden“, sagt BI-Mitglied Christoph Schwarzer.

An den Rändern des Platzes kommen allmählich die Bauarbeiten in Gang: Südlich der Lankenauer Straße ist der Keller eines Wohnhauses fertig, nördlich davon feiert am Freitag, 4. September, eine Baugemeinschaft im kleinen Rahmen Grundsteinlegung für das Torhaus 2, in dem es später neben Wohnraum auch eine Fahrradwerkstatt, eine Holzwerkstatt und eine Food-Koop für das Quartier geben soll. Auf dem Nachbargrundstück türmen sich Erdhaufen; hier errichten zwei weitere Baugruppen ein Gebäude, Mitte Juli haben sie den Kaufvertrag unterschrieben. Man habe noch nichts gehört, was gegen einen Baubeginn im November spräche, ist von den Gruppen zu hören. Und dass der Elternverein Hafenkinder mit seiner Kita aus der Überseestadt in ihr Gebäude umziehen will.

Am Haupteingang zum Platz an der Vegesacker Straße ist von Bauaktivitäten noch nichts zu sehen. Bis der Martinsclub hier ab Winter oder Frühjahr das Torhaus 1 baut, steht auf dem Baufeld ein Bauwagen. Ein für das Frühjahr geplantes Graffiti-Projekt mit Jugendlichen habe man wegen Corona auf die Herbstferien verschieben müssen, sagt Martinsclub-Regionalleiter Robert Klosa: „Aber wir sind jetzt jeden Dienstag ab 15 Uhr auf dem Platz und haben Spielsachen dabei, die wir dann ausleihen können.“ Ab sofort stehe dort außerdem eine barrierefreie Toilette zur Verfügung, die über Beiratsglobalmittel finanziert wurde.

Die BI Waller Mitte, die sich immer über neue Gesichter freut, trifft sich jeweils am ersten Dienstag im Monat, das nächste Mal am 6. Oktober, um 19 Uhr. Für Sonntag, 13. September, lädt sie ab 11 Uhr zum nächsten Freiluftfrühstück auf der Waller Mitte ein. Coronabedingt ohne Büfett; alle bringen dann Essen und Trinken für sich selbst mit.

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