Kinder machen Radio

Stimmen für eine bessere Zukunft

Kinder lassen beim Sommerferienprojekt „Waller Welle“ ihre Fantasie spielen, formulierten Hoffnungen, Wünsche und Bedenken. Entstanden ist eine Radiosendung, die am Freitag, 28. August, ausgestrahlt wird.
27.08.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Velten
Stimmen für eine bessere Zukunft

Zukunft ist diesmal das Thema der Kinder im Ferienprogramm „Waller Welle“.

Roland Scheitz

Wie wird die Zukunft aussehen? Oder auch: Wie sollte sie sein? Das fragen sich aktuell besonders viele Menschen. Eine Woche lang beschäftigten sich 15 Bremer Kinder im Alter zwischen neun und 13 Jahren mit genau diesen Fragen. Im Rahmen des Sommerferienprojekts „Waller Welle“ ließen sie ihre Fantasie spielen, analysierten den Status quo, formulierten Hoffnungen, Wünsche und Bedenken, suchten diverse Ausdrucksformen und kondensierten alles zu einer einstündigen Radiosendung, die am Freitag, 28. August, von 11 bis 12 Uhr über Radio Weser TV – 92,5 UKW – ausgestrahlt wird. Es geht darin unter anderem um Zeitmaschinen, Aliens, um Raketenflüge, es gibt (100 Prozent selbst gemachte) Musik – doch davon sollte sich niemand täuschen lassen: Mit ihrer Besorgnis um den Zustand der Welt ist es den jungen Radiomachern sehr ernst.

„Zukunftslabor“ lautete der Arbeitstitel der inzwischen achten „Waller Welle“, die die Kulturprojektmacher von Opus Einhundert seit 2014 mit Bremer Kindern im Theater im Volkshaus produzieren. Die Kinder und die Themen waren jedes Mal andere, und doch unterschied sich die aktuelle Produktion von allen vorherigen. „Wir wussten lange gar nicht, ob wir das Projekt durchführen können“, berichtet Theaterleiter Alexander Hauer. Möglich wurde die Umsetzung durch ein ausgeklügeltes und laut Hauer von den Kindern mit großer Disziplin beachteten Abstands- und Hygienekonzept, das auch vorgeschrieben hatte, dass die Teilnehmerzahl diesmal deutlich zu verkleinern sei – zum Leidwesen der 30 Kinder auf der Warteliste, die ebenso gerne mitgemacht hätten. Konsequenz war auch, dass die Eltern diesmal keinen Zutritt hatten und auf die traditionelle Live-Theateraufführung am Abschlusstag verzichten mussten. Um Kostüme, Choreografien und Bühnenbild brauchte sich daher niemand kümmern – der Projektleiter sieht es positiv: Umso mehr Zeit sei geblieben, um sich inhaltlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und weil das Wetter so schön war, konnten viele Proben in die benachbarte Grünanlage verlegt werden. Zum bewährten erwachsenen Kernteam – neben Schauspieler und Schauspielcoach Alexander Hauer sind das seit jeher die Musiker Felix Reisel und Max Meyer – wirkten Conny Berg, Linda Baumgart und Florentine Boog begleitend mit.

Die Zukunft: Das könnte durchaus der Umzug auf einen neuen Planeten sein, fanden manche Kinder. In ihrer Sendung wird daher auch jemand zu Wort kommen, der darüber mehr weiß als die meisten: Marco Berg, Leiter der Abteilung Astronomische Raumfahrt im Bremer Luft- und Raumfahrtunternehmen OHB, stand seinen jungen Reportern Rede und Antwort zum Thema Flüge auf den Mars. Für ein fiktives Interview schlüpften zwei Teilnehmerinnen in die Rollen zweier bewunderter historischer Frauenfiguren: Ihr Dialog zwischen Marie Curie und Anne Frank zeigt, dass manche Probleme der Vergangenheit in der Gegenwart noch lange nicht gelöst sind.

Auf soziale Ungerechtigkeit und Rassismus, Umweltzerstörung und Tierleid könnte die Generation von morgen in Zukunft sehr gut verzichten, wie die Diskussionen zeigten. „Wir alle staunten, wie gut informiert die Kinder waren und wie sehr sie die gesellschaftlichen Themen der Zeit reflektieren“, berichtet der Projektleiter. Er sagt: Wäre ihr Gerechtigkeitssinn, ihre Wertschätzung für die Umwelt und das Leben an sich repräsentativ – man müsste sich um die Zukunft keine Sorgen machen.

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