Rablinghauser Grundschüler realisieren Projekt Alle freuen sich auf das Kindercafé

Rablinghausen. Die Hände fliegen in die Luft. Mit Leidenschaft und voller Energie singen die Mädchen und Jungen der Grundschule Rablinghausen die Schulhymne. Die kleine Aula ist voll von Eltern, Geschwistern und Bekannten. Sie alle sind sichtlich stolz. Ebenso wie die Schüler, wenn sie mit leuchtenden Augen an die Woche zuvor und voller Vorfreude an den Sommer denken.
24.03.2010, 12:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Maria Wokura

Rablinghausen. Die Hände fliegen in die Luft. Mit Leidenschaft und voller Energie singen die Mädchen und Jungen der Grundschule Rablinghausen die Schulhymne. Die kleine Aula ist voll von Eltern, Geschwistern und Bekannten. Sie alle sind sichtlich stolz. Ebenso wie die Schüler, wenn sie mit leuchtenden Augen an die Woche zuvor und voller Vorfreude an den Sommer denken.

Kürzlich fiel der Startschuss für das neue Schulprojekt "Die nachhaltige Schülerfirma - Kindercafé Grundschule Rablinghausen". Entstanden ist das Projekt durch eine Zusammenarbeit der Wirtschaftsjunioren der Handelskammer Bremen und der Universität Bremen. Dahinter steckt das Ziel, Schüler schon möglichst früh an die Komplexität wirtschaftlicher Zusammenhänge heranzuführen. In einer Projektwoche kurz vor den Ferien lernten die jungen Köpfe, was es bedeutet, ökologisch und vor allem nachhaltig zu wirtschaften.

Unterstützt wurden und werden die sieben Grundschulklassen dabei Meike Wulfmeyer aus dem Fachbereich Bildungs- und Erziehungswissenschaften der Universität Bremen. Die Professorin und 20 Lehramtsstudenten begleiten das Projekt wissenschaftlich. Wulfmeyer ist davon überzeugt, dass die junge Generation nicht unterschätzt werden darf. "Didaktisches und pädagogisches Geschick ist bei dieser Aufgabe natürlich erforderlich, aber die Kleinen lernen wirklich schnell und haben schon jetzt gut begriffen, worauf es ankommt. Zusätzlich werden die Aspekte Schulentwicklung und Ausbildung von Studierenden nahezu perfekt miteinander vernetzt. Für die Kinder bieten sich neue Möglichkeiten, und von Projekten dieser Art können auch die nachfolgenden Generationen, die diese Schule besuchen werden, profitieren. Im Gegenzug haben die Studenten die Chance, das theoretisch Gelernte in der Praxis anzuwenden", erklärte Wulfmeyer.

Finanziert wird das Projekt von der Stiftung Juniorenkreis der Handelskammer Bremen. Ist der Betrieb des Schülercafés voraussichtlich im Sommer erst einmal ins Rollen gebracht, soll sich das Projekt selber tragen und finanzieren. Dafür braucht es noch ein bisschen Zeit. Aber in vier bis fünf Monaten soll es soweit sein. Die Sieben- bis Achtjährigen sind schon fleißig und versuchen mit Hilfe von kleinen Flohmärkten zusätzliches Geld für die Umsetzung ihres Projektes zu bekommen. In der Vorbereitungswoche mussten sie allerdings erst einmal lernen, was es überhaupt bedeutet, eine eigene kleine Firma ökonomisch zu führen und dabei niemals den Aspekt der Nachhaltigkeit aus den Augen zu verlieren.

Angebote eingeholt

Punkte wie "Fair Trade" und Umweltfreundlichkeit standen ganz weit oben. So machten sich die Erst- und Drittklässler beispielsweise Gedanken zu Kohlendioxid-Ausstoß, Biosiegeln und Treibhauseffekt. Um den gesamten Prozess einer Unternehmung zu verstehen, beschäftigten sie sich außerdem mit Arbeitsbedingungen und Gerechtigkeit. Um Angebote einzuholen und Preise sowie Qualität von Waren zu vergleichen, besuchten die Schüler mit den Studenten verschiedene Super- und Wochenmärkte. Lena Ramann aus der 2b hat viel gelernt: "Auf dem Wochenmarkt haben wir mit den verschiedenen Verkäufern geredet und aufgeschrieben, wie viel das Obst und Gemüse kostet. Dann konnten wir es vergleichen mit dem Obst und Gemüse der anderen Verkäufer." Die Tochter von Mike Ramann, Wirtschaftsjunior und Initiator des Projektes, hat außerdem schon eine Menge von "Nachhaltigkeit" verstanden: "Eine Fabrik darf nicht neben einem Biobauern stehen. Das kann nicht klappen. Dann kann es der Umwelt nicht lange gut gehen", ist sie überzeugt.

Ebenso wie die Schüler sind auch die mitwirkenden Studenten überzeugt. Der 25-jährige Fabian Kruse hat während der Orientierungswoche eine erste Klasse betreut und ebenso fasziniert wie begeistert von der Idee, Schüler möglichst früh an das wahre Leben heranzuführen. Seiner Meinung nach haben die Schüler durch spielerisches Vermitteln schnell durchschaut, dass "in unserer Gesellschaft verschiedene Marktwirtschaftsgesetze existieren und wir denen unterliegen." Lernen mit Projekten dieser Art hätte sich der Student für seine Grundschulzeit auch gewünscht.

Einen Namen gibt es für das Schülercafé noch nicht. Der Platz steht aber schon fest. Direkt im Schulgebäude soll ein geeigneter Raum dafür entstehen. Die Kinder haben nun Gelegenheit, sich für die Arbeit in der Schülerfirma zu bewerben. 15 Kinder werden innerhalb einer Arbeitsgemeinschaft das Schülercafé betreiben und für ein Jahr lang alle anfallenden Aufgaben übernehmen. Außerdem sollen sie zusätzlich Bauernhöfe und Streuobstwiesen besuchen, um weitere Einblicke zu bekommen.

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