Stiftungsdorfleiterin: Arbeit mit Älteren wird sich in den Wohnquartieren abspielen Begleiterin für jede Wohngruppe

Woltmershausen. Die Leiterin des Stiftungsdorfs Rablinghausen, Sabine Drinnhaus, hat den Sozialausschuss des Beirats Woltmershausen darauf vorbereitet, dass sich die Arbeit mit der wachsenden Zahl älterer Menschen künftig mehr in den Wohnquartieren abspielen wird. Die Bremer Heimstiftung als Träger des Stiftungsdorfs trägt sich laut Drinnhaus unter anderem mit dem Gedanken, in Woltmershausen eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke anzubieten. Angesichts der demografischen Entwicklung forderte Drinnhaus den Fachausschuss auf, sich auch auf andere Projekte fürs Leben der älteren Menschen in ihrem Wohnumfeld einzustellen.
01.11.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von REINER HAASE

Woltmershausen. Die Leiterin des Stiftungsdorfs Rablinghausen, Sabine Drinnhaus, hat den Sozialausschuss des Beirats Woltmershausen darauf vorbereitet, dass sich die Arbeit mit der wachsenden Zahl älterer Menschen künftig mehr in den Wohnquartieren abspielen wird. Die Bremer Heimstiftung als Träger des Stiftungsdorfs trägt sich laut Drinnhaus unter anderem mit dem Gedanken, in Woltmershausen eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke anzubieten. Angesichts der demografischen Entwicklung forderte Drinnhaus den Fachausschuss auf, sich auch auf andere Projekte fürs Leben der älteren Menschen in ihrem Wohnumfeld einzustellen.

Drinnhaus nutzte die Gelegenheit einer Tagung des Fachausschusses im Stiftungsdorf, die Besonderheiten der Einrichtung in Erinnerung zu rufen. Mitten in der Planungsphase eines herkömmlichen Pflegeheimes habe die Bremer Heimstiftung umgesteuert in Richtung auf eine Heimstatt für 62 Pflegebedürftige, die den Alltag in 'Hausgemeinschaften' zu je zehn oder elf Personen so aktiv wie möglich gestalten.

Jede Wohngruppe habe eine 'Alltagsbegleiterin', die mit den Bewohnern zum Beispiel täglich das Mittagessen in der Küche vor- und zubereite. 'Unsere Ängste, dass sich Demente mit dem Küchenmesser oder am Herd verletzen könnten, sind unbegründet gewesen', berichtete Drinnhaus aus den in nunmehr elf Jahren seit der Einweihung der vollstationären Einrichtung im Stiftungsdorf gesammelten Erfahrungen. Äpfel und Kartoffeln würden mit jahrzehntelanger Erfahrung perfekt geschält, und gerne werde auf Vorschlag der Menschen, die in den Hausgemeinschaften zusammenleben, nach alten Rezepten gekocht. 'Durch die Medien geistert das Thema Mangelernährung im Pflegeheim. Bei uns ist das Essen so gut, dass wir aufpassen müssen, dass unsere Bewohner nicht aus dem Leim gehen', konstatierte die Hausleiterin.

Freitag ist im Restaurant Fischtag

In das Stiftungsdorf mit Wohnungen von 38 bis 88 Quadratmetern Wohnfläche rund um das zentrale Haus seien die ersten Mieter 1998 eingezogen, erinnerte Drinnhaus. 'Die Einzelpersonen und Paare regeln ihren Alltag so weit wie möglich alleine', stellte sie klar. Sie können aber auch die Dienste des Pflegedienstes, des Friseurs, der Fußpflege im Stiftungsdorf in Anspruch nehmen. Oder sich in 'Hofs Restaurant' mit Essen bedienen lassen. Diese für jedermann offene Gaststätte sei vor allem freitags rappelvoll. 'Dann wird Fisch serviert, und viele Bewohner wollen den Fischgeruch nicht in der Wohnung haben', erläuterte Drinnhaus.

Die Begegnung der ganz jungen mit der älteren Generation zählt laut Drinnhaus zum Konzept des Stiftungsdorfs. 'Wir haben eine Partnerschaft mit der Kindertagesstätte Westerdeich', berichtete sie dem Ausschuss, 'die Kinder kommen regelmäßig zu uns.' Die Verankerung im Stadtteil drückt sich ihr zufolge auch in dem Gesprächskreis für pflegende Angehörige aus Woltmershausen und Rablinghausen aus, der sich hier regelmäßig trifft. Besonderes Lob sprach sie den 16 Ehrenamtlichen aus, die regelmäßig kommen und die verschiedensten Aufgaben von der Verwaltung bis zum Vorlesekreis unterstützen. 'Sie sind versichert, können Fortbildungen mitmachen und erhalten auf Wunsch ein Wegegeld', erläuterte Drinnhaus.

Die Leiterin des Stiftungsdorfs warf auch einen Blick in die Statistik. 80 Prozent der Bewohner kommen aus Woltmershausen oder Rablinghausen, die anderen sind in den Stadtteil zurückgekehrt oder in die Nähe ihrer Kinder gezogen, oder sie kommen aus nahen Stadtteilen wie Seehausen oder Strom. Und das Stiftungsdorf biete 70 Menschen einen festen Arbeitsplatz.

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