Rablinghausen

Deicherhöhung soll 2024 abgeschlossen sein

Der Beginn der Arbeiten am Hochwasserschutz für Rablinghausen ist für das kommende Jahr geplant. Für den Deichbau müssen rund 60 Kleingärten weichen.
08.10.2020, 08:24
Lesedauer: 3 Min
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Von Matthias Holthaus
Deicherhöhung soll 2024 abgeschlossen sein

Das gesamte Bauvorhaben zur Erhöhung des Rablinghauser Deiches wird circa acht Millionen Euro kosten.

Roland Scheitz

„Es hat sich nichts wesentlich geändert“, sagte Anika Stief vom Bremischen Deichverband am linken Weserufer in der Sitzung des Woltmershauser Beirates im Gemeindesaal der evangelischen Freikirche. Es läuft also alles weiterhin nach Plan bei der geplanten Erhöhung des Deiches in Rablinghausen, wenngleich der Zeitplan im Vergleich zur vorherigen Beiratssitzung zum gleichen Thema ein wenig nach hinten verschoben wurde.

Im Mai 2019 hat die Vertreterin des Deichverbandes zuletzt den Beirat über die Planungen informiert – damals hieß es, die Bauausführung würde von 2020 bis 2023 erfolgen, nun wird der Zeitraum von Herbst 2021 bis 2024 angepeilt. „Wir haben am 2. September den Antrag auf Planfeststellung gestellt, der am 19. September veröffentlicht wurde. Die Menschen können also gegenüber der Wasserbehörde Einwände einbringen.“ Im Oktober oder November 2021 werde mit dem Planfeststellungsbeschluss gerechnet, doch wenn es sehr spät werde, werde auch nicht mehr mit dem Bau begonnen, „dann werden wir es verschieben.“

Von großem Interesse insbesondere bei den Kleingärtnern war auch die Frage nach der Schätzung der Parzellen. Für den Deichbau müssen nämlich in den Gebieten der Kleingartenvereine Rablinghausen/Lankenau, Hansekogge und Westerdeich – wie berichtet – rund 60 Parzellen weichen. Anika Stief konnte den Kleingärtnern lediglich das sagen, was sie ihnen schon im vergangenen Jahr gesagt hatte: „Die Entschädigungszahlungen können erst nach erfolgter Planfeststellung erfolgen, wir arbeiten aber weiter an der Schätzung der Kleingärten und hoffen auf das nächste Jahr.“

Auch die Beweissicherung an den Gebäuden soll zwischen dem Planfeststellungsbeschluss und dem Beginn der Bauarbeiten angegangen werden, „auf jeden Fall vor Baubeginn.“ Dann werde ein Sachverständiger die Gebäude begehen. Wann genau, konnte Anika Stief jedoch nicht sagen: „Wir rechnen mit der Planfeststellung im nächsten Herbst, genaueres kann man also erst im Frühjahr 2021 sagen.“

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Kosten von acht Millionen

Brutto wird sich das gesamte Bauvorhaben auf circa acht Millionen Euro belaufen, der Deich wird dabei um 75 bis 100 Zentimeter auf 7,90 Meter bis acht Meter erhöht. Das Vorhaben wird in drei Abschnitte unterteilt: Der Abschnitt B zwischen Kompassweg und Lesumweg wird im ersten Jahr ertüchtigt, wie es in Amtssprache heißt. Im zweiten Jahr der Baumaßnahme konzentrieren sich die Deichbauarbeiten auf die Grünanlage am Westerdeich, dem sogenannten Abschnitt C. Das dritte Jahr wird ausgefüllt sein mit der Deicherhöhung im Bereich des Weseruferparks (Abschnitt A) und mit Restarbeiten.

Im Abschnitt A werden ein paar Bäume gefällt werden müssen, zudem wird der Parkplatz am Rablinghauser Deich und der Straße Zum Lankenauer Höft zur Baueinrichtungsfläche. Die Deichquerung zur Eichenallee wird entfallen, sonstige Zuwegungen sind barrierefrei geplant.

„Die Straßenbäume am Rablinghauser Deich werden erhalten bleiben“, sagte Anika Stief, „wir werden mit Wurzelsperren und Wurzelgraben agieren. Im Graben sollen die Bäume Wurzeln bilden, damit sie nicht in den neuen Deich einwachsen.“ Überdies werden zum Ausgleich für die nicht zu haltenden Gehölze neue Bäume gepflanzt und auch der Magerrasen wird wieder hergestellt.

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Im Abschnitt B wird ein kleiner Deichschart am Hansaweg errichtet. Ein neuer Parkplatz für die Kleingärtner wird am Delmeweg entstehen und auch am Lesumweg, der ein Deichkronenweg wird, wird ein neuer Parkplatz errichtet. Als Kompensationsmaßnahmen sind Pflanzungen im Kleingartengebiet Allerweg und Neptunweg vorgesehen. Bäume, Hecken, Wiesen und Sträucher sind da angedacht, hinzu sollen noch Streuobstwiesen kommen.

Im Abschnitt C soll es an der Rampe an der Duntzestraße einen Deichschart geben, der parallel zum Deich verlaufende Unterhaltungsweg wird dann etwas abwärts führen. Einige Spielgeräte im Spiel- und Wassergarten werden von den Deichbaumaßnahmen betroffen und nicht zu halten sein.

Der Umweltbetrieb Bremen wird sich des Neuaufbaus dieser Spielgeräte annehmen, die Seilbahn wird einen neuen Platz erhalten. Wiederhergestellt werden auch die Jugendhütte, der Containerstellplatz, das Beachvolleyballfeld und die Tischtennisplatte.

Der Bautransport stellt eine weitere Besonderheit dar: Damit der Stadtteil nicht über Gebühr belastet wird, sollen die Baufahrzeuge möglichst außen herum fahren sowie im Abschnitt C über die Ladestraße zur Woltmershauser Straße. „Aber nur ein Jahr, ansonsten wird zu über 95 Prozent nur über den Hafen gefahren“, sagte Anika Stief.

Außerdem wird die Baustelle zum Schutz vor Staub eingezäunt und für die Transportfahrzeuge ist eine Reifenwaschanlage vorgesehen.

Weitere Informationen

Unter https://deichverband-bremen-alw.de/ bietet die Website des Bremischen Deichverbandes am linken Weserufer einen Einblick in die Planungsunterlagen. .

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