Alexandra Tannert wurde bei Werder II nicht mehr gebraucht - und trifft nun auf ihren alten Verein Die Aussortierte kehrt zurück

Woltmershausen. 'Den Urlaub habe ich extra so gelegt, damit ich beim Derby dabei sein kann.' Alexandra Tannert schmunzelt, wenn sie an die eigentlich doch eher zufällige Gestaltung ihres Herbsturlaubes denkt. Noch befindet sich die Kreisläuferin von Handball-Landesligist TS Woltmershausen in Dänemark, um abzuschalten und ihren Akku wieder aufzuladen.
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Von Olaf Kowalzik

Woltmershausen. 'Den Urlaub habe ich extra so gelegt, damit ich beim Derby dabei sein kann.' Alexandra Tannert schmunzelt, wenn sie an die eigentlich doch eher zufällige Gestaltung ihres Herbsturlaubes denkt. Noch befindet sich die Kreisläuferin von Handball-Landesligist TS Woltmershausen in Dänemark, um abzuschalten und ihren Akku wieder aufzuladen.

Diese Energie wird sie am kommenden Sonntag auch brauchen, denn sofort nach der Rückkehr folgt für Tannert ein ganz besonderer Tag: Nicht nur, weil sie dann ihren 33. Geburtstag feiert, sondern vor allem deshalb, weil es um 14.50 Uhr in der Halle an der Hermine-Berthold-Straße gegen ihre alten Mitstreiterinnen vom SV Werder Bremen II geht.

'Es ist ein komisches Gefühl, gegen die alten Mannschaftskameradinnen aufzulaufen', gibt die Kreisläuferin zu. Dass sie dabei auf das Wiedersehen brennt - keine Frage. Schließlich war Tannert in der ersten Phase der Saisonvorbereitung aus dem grün-weißen Großaufgebot von 24 Spielerinnen aussortiert worden und musste nach acht Jahren beim SVW schweren Herzens gehen.

'Jörg Leyens war der Meinung, dass ich den Aufwand nicht mehr schaffe', berichtet Tannert von der Entscheidung des neuen Werder-Coaches. 'Wenn ich auf die Vorbereitungsphase zurückschaue, dann kann ich das sogar ansatzweise verstehen', gibt sie zu. Die beiden Kinder Jannick (zwei Jahre) und Maya-Luca (zehn Monate) verlangen ihr eben doch zu viel ab, um auch noch den Belangen des ambitionierten Spitzenreiters gerecht werden zu können.

Zum alten Eisen zählen, das wollte 'Alex' Tannert aber trotzdem nicht. Genauso wenig wie in Werders dritter Mannschaft zu spielen. 'Zwei, drei Jahre möchte ich mich schon noch beweisen', erzählt sie. Da kam der Anruf von Woltmershausens neuem Trainer Miro Winter gerade recht. Zwei Tage Bedenkzeit, ein Probetraining mit dem neuen Team - und schon war die Zusage da: 'Ich bin sofort gut aufgenommen worden', sagt Tannert, die in den ersten beiden Spielen bereits sechsmal traf.

'Sie ist für mich ein wichtiger Routinier, eine Stütze am Kreis, auf Rechtsaußen und sogar im Rückraum', strahlt Winter, der übrigens selbst bis vor zwei Jahren beim SV Werder als Trainer arbeitete und zudem im Vorstand aktiv war. 'Auch für mich ist das ein mulmiges Gefühl', verrät er über die erste Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte.

Sein Gegenüber Jörg Leyens erwartet einiges von seiner Ex-Spielerin: 'Sie spielt in Woltmershausen einen guten Part und zählt zu den Spielerinnen, auf die ich meine Mannschaft hingewiesen habe', verrät er. Er selbst hat dagegen in seinem großen Kader die Qual der Wahl, muss gleich vier Spielerinnen komplett aussetzen lassen. 'Auf alle Fälle muss meine Mannschaft absolut konzentriert zur Sache gehen, gerade im Derby kann man ja niemanden direkt in die Köpfe schauen', betont der Werder-Coach. 'Wir sind die Gejagten und dürfen uns keine Nachlässigkeit erlauben. Darauf warten doch alle nur.'

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