Jeppe-Hein-Entwurf für Spiel- und Wassergarten Ein "Kunstkiosk" aus poliertem Aluminium

Woltmershausen. Ein "Kunstkiosk" soll das Sahnehäubchen für den Spiel- und Wassergarten in Woltmershausen werden. Mit gut 80 Quadratmetern Grundfläche ist nicht gerade ein imposantes Gebäude geplant, aber dank seiner Gestaltung eines, das Anziehungskraft weit über die Stadtteilgrenzen hinaus bekommen soll. Rund soll der Kiosk werden, 10,4 Meter im Durchmesser, acht Cafétische, ein Tresen, eine kleine Küche und eine Toilette soll er in sich haben. Der Clou ist die Fassade: Hochglänzend polierte Aluminium-Elemente des Rondells spiegeln die Landschaft am Weserufer ringsum, einige Elemente sind aufklappbar, damit der Kiosk zugänglich wird, die anderen sind kunstvoll durchbrochen, damit Tageslicht ins Innere fällt.
02.12.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von REINER HAASE

Woltmershausen. Ein "Kunstkiosk" soll das Sahnehäubchen für den Spiel- und Wassergarten in Woltmershausen werden. Mit gut 80 Quadratmetern Grundfläche ist nicht gerade ein imposantes Gebäude geplant, aber dank seiner Gestaltung eines, das Anziehungskraft weit über die Stadtteilgrenzen hinaus bekommen soll. Rund soll der Kiosk werden, 10,4 Meter im Durchmesser, acht Cafétische, ein Tresen, eine kleine Küche und eine Toilette soll er in sich haben. Der Clou ist die Fassade: Hochglänzend polierte Aluminium-Elemente des Rondells spiegeln die Landschaft am Weserufer ringsum, einige Elemente sind aufklappbar, damit der Kiosk zugänglich wird, die anderen sind kunstvoll durchbrochen, damit Tageslicht ins Innere fällt.

Der Entwurf stammt von Jeppe Hein, ein in Dänemark geborener und in Berlin lebender Künstler. Hein arbeitet vorzüglich mit Licht- und Spiegeleffekten und hat sich internationales Renommee erarbeitet. Er hat den Gestaltungswettbewerb gewonnen, den der Kultursenator ausgeschrieben hat. "Die Jury hat einhellig geurteilt und ist begeistert", berichtete Rose Pfister, die stellvertretende Leiterin der Städtischen Galerie, am Montag im Woltmershauser Kulturausschuss.

Das Projekt ist inzwischen seriös durchgerechnet. Es schlägt mit einer halben Million Euro zu Buche. "Wir haben den Wirtschaftssenator eingeschaltet", berichtete Pfister, "er hat Ja gesagt zum Entwurf, aber klargestellt, dass Bremen diese Summe nicht aufbringen kann."

Weil die öffentliche Hand nicht weiterkommt, sollen private Geldgeber in die Bresche springen. Im Frühjahr werde der Entwurf Jeppe Heins in Barbara Claassen-Schmals "Galerie für Gegenwartskunst" in der Bleicherstraße ausgestellt, kündigte Pfister an. Zur Vernissage werden ihr zufolge gezielt mögliche Mäzene und Sponsoren angesprochen. Die ressortübergreifende Zustimmung im Senat, die Fürsprache des Kunsthallenleiters Wulf Herzogenrath, die Präsentation in der Galerie in der Stadtmitte sind für Pfister Indizien dafür, dass der "Kunstkiosk" als Projekt für ganz Bremen angesehen wird. Sie weist auch darauf hin, dass der Rundbau auf der anderen Weserseite der boomenden Überseestadt liegt, der Spiel- und Wassergarten und der Weseruferpark somit ideale Freizeitgebiete für die Neubürger jenseits der Weser sind. Beiratssprecherin Edith Wangenheim (SPD) ergänzt, dass auch das sich flott entwickelnde Stephani-Viertel und die Stadtmitte in Gänze nicht weit entfernt sind.

Ehrenamtliche stehen bereit

Die Woltmershauser Kulturpolitiker sind höchst angetan vom Projekt "Kunstkiosk", und sie wollen parallel zur überregionalen Vermarktung für die lokale Verankerung sorgen. Im Gespräch ist ein Trägerverein, zumal die Bewirtschaftung nur während der Monate mit annehmbarem Wetter möglich sein wird. Es haben sich auch schon erste ehrenamtliche Tresenkräfte gemeldet, unter ihnen die ehemalige Leiterin des Kulturhauses Pusdorf, Rosemarie Dragheim. "Wir werden alles andere gebacken kriegen, wenn wir genau wissen, worüber wir reden", ist Beiratssprecherin Wangenheim überzeugt.

In der Überzeugung, dass der Stadtteil ein touristisch interessantes Kleinod hinzugewinnen kann, stimmte der Kulturausschuss des Beirats dem Entwurf Jeppe Heins einstimmig zu. Auch Pfisters Argumente für die Suche nach privaten Geldgebern überzeugten; allerdings soll die öffentliche Hand nicht gänzlich außen vor gelassen werden. Beiratssprecherin Wangenheim sieht die Bremer Tourismusförderung in der Pflicht. Falls die Mäzene und Sponsoren nicht tief genug in die Tasche greifen, könne auch versucht werden, die Stiftung Wohnliche Stadt fürs Schließen der Finanzierungslücke zu gewinnen, hieß es. Begrüßt wird, dass der Jeppe-Hein-Entwurf an zentraler und renommierter Stelle präsentiert werden soll. Anschließend könnten die Zeichnungen auch im Stadtteil gezeigt werden, erklärte Pfister auf Nachfrage Ole Lindemanns (CDU).

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