Golden-City-Festival am Lankenauer Höft Ein Schwimmbad im Hafenbecken

Von Freitag bis Sonntag findet am Lankenauer Höft das 360 Grad-Heimatliebe-Festival vom Golden City statt. Neben der Musik gibt es Bootstouren und ein Schwimmbad im Hafenbecken.
15.08.2019, 15:42
Lesedauer: 3 Min
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Von Jakob Milzner

Wer beim Begriff „Heimatliebe“ an ein CSU-geführtes Ministerium im Kabinett Merkel IV denkt, kann sich am Wochenende vom 16. bis 18. August eines besseren belehren lassen. Dann nämlich findet am Lankenauer Höft in Pusdorf das 360 Grad-Heimatliebe-Sommerfestival der Profi-Nostalgiker vom Golden City statt.

Von Freitag bis Sonntag wird sich eine bunt gemischte Auswahl an Bands, DJs, Sängerinnen und Sängern auf zwei Bühnen die Ehre geben, vor der Kulisse der Weser und der Neustädter Hafenanlagen zum Tanz aufzuspielen. Bis zu 1000 Besucher erwarten die Organisatoren, für Zugereiste steht ein Campingplatz zur Verfügung – durchaus keine Selbstverständlichkeit. Denn an eben dieser Stelle gab es bis 1962 einen richtigen Campingplatz, der Gäste von weit her anzog, dann aber den Anlagen des neu gebauten Neustädter Hafens weichen musste. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass zum ersten Mal seit der Kubakrise wieder legale Zelte am Lankenauer Höft aufgeschlagen werden.

Für Frauke Wilhelm und Nomena Struß vom Golden City ist das aber nur einer von vielen Gründen, das Festival als Höhepunkt der diesjährigen Golden-City-Saison anzukündigen – der letzten am Lankenauer Höft, denn das Areal wurde kürzlich von einer Bietergemeinschaft um den Bremer Unternehmer Theo Bührmann übernommen. Die pachtet das knapp 8000-Quadratmeter-Grundstück für die nächsten 99 Jahre. Der Neubau eines Restaurants, eines Beachclubs, eines Mehrgenerationenhauses und womöglich sogar einer Wakeboard-Anlage ist geplant.

Ein guter Anlass also, vor dieser Grunderneuerung noch einmal die zwei Sommer zu feiern, die das Golden City am Lankenauer Höft residieren konnte. Den Ansatz des Projekts fasst Frauke Wilhelm so zusammen: „Das Golden City ist quasi eine kleine City in der großen, eine Golden City in der großen Stadt, in der wir versuchen zu zeigen: Wie wollen wir leben, wie wollen wir Geschichte würdigen? Was finden wir an dem Platz an uns umgebenden Dingen, die wir in unseren Kulturveranstaltungen verarbeiten können?“

Am Lankenauer Höft erschließt sich die Antwort auf diese Fragen von alleine: Die Weser, der Neustädter Hafen, den jährlich mehrere hundert Schiffe anlaufen, und das Gelände der ehemaligen AG Weser sprechen eine klare Sprache. Es geht um das Meer, die Schifffahrt, und dabei schwingt immer auch die weite Welt und deren Gegenteil mit: das Zurückkehren, die Heimat.

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Doch zurück zum Programm. Neben den musikalischen Darbietungen hat das Golden-City-Team nämlich eine Reihe von Dingen möglich gemacht, die in der jüngeren Geschichte des Lankenauer Höfts einzigartig sind. So wird es am Sonntag die Möglichkeit geben, im Hafenbecken schwimmen zu gehen. Eigentlich undenkbar, findet Nomena Struß: „Das ist hier ein Industriegebiet. Wenn hier ein 200-Meter-Schiff reinkommt und dreht, versteht es sich von selbst, dass da ein Schwimmer nicht viel zu suchen hat.“ Dennoch konnten sich die Verantwortlichen vom Hafenamt zu einer Sondergenehmigung durchringen. Zum ersten Mal gibt es daher ein offizielles Schwimmbad im Hafenbecken, mit DLRG, Sicherheitsauflagen und allem, was sonst noch dazu gehört.

Um das Vorhaben der Golden-City-Crew zu ermöglichen, zeigten sich die Behörden übrigens gleich in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich kulant. „Die Hamburger sind wahnsinnig neidisch auf uns“, sagt Struß über die Freigiebigkeit des Bremer Hafenamts. Dessen Unterstützung ist es zu verdanken, dass es auch Bootstouren durch das Hafenbecken geben wird. „Aus der Position kann man den Hafen erfahren, das hat es auch noch nie gegeben“, sagt Struß über das Wassertaxi, das am Sonntag drei Festivals miteinander verbinden wird: Neben dem 360 Grad-Heimatliebe-Festival sind das der Übersee-Törn in der Übersee-Stadt und das Pusdorfer Stadtteilfest.

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Angesichts dieser Angebote droht das Wichtigste fast zu kurz zu kommen: die Musik. Unter anderen werden auf dem Festival die Hannoveraner Dance-Rocker Transmitter zu sehen sein. Der Berliner Rummelsnuff lockt mit vulgärem Seemanns-Techno. Und, na klar: „Bei der Eröffnung spielen wir natürlich selber“, sagt Frauke Wilhelm, die mit ihrer Combo Ramona-Ramon-Rammé den Startschuss gibt.

Tickets für Freitag oder Sonnabend gibt es für zehn Euro, beide Tage für 18 Euro. Am Sonntag ist der Eintritt kostenfrei. Die Zukunft der Golden City ist übrigens noch unklar, für Wilhelm steht nur eines fest: „Wir müssen eine Bar am Wasser haben. Wir sind eine Hafenbar.“

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