Ausschuss: Woltmershausen fehlt Anziehungskraft Einzelhandel verliert an Attraktivität

Woltmershausen. Der Woltmershauser Einzelhandel steckt in der Krise. Die verbliebenen Geschäfte links und rechts des "langen Knochens" Woltmershauser Straße tun sich schwer, die Geschäftswelt droht weiter an Attraktivität und Vielfalt zu verlieren, weil die Kunden "mit den Füßen abstimmen" und in die Stadtmitte und in Einkaufszentren außerhalb des Stadtteils gehen oder gleich zu Hause bleiben und Einkäufe per Mausklick am Computer erledigen. Für eine Wende zum Besseren wäre ein neuer Magnet erforderlich, aber der ist nicht in Sicht.
17.02.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von REINER HAASE

Woltmershausen. Der Woltmershauser Einzelhandel steckt in der Krise. Die verbliebenen Geschäfte links und rechts des "langen Knochens" Woltmershauser Straße tun sich schwer, die Geschäftswelt droht weiter an Attraktivität und Vielfalt zu verlieren, weil die Kunden "mit den Füßen abstimmen" und in die Stadtmitte und in Einkaufszentren außerhalb des Stadtteils gehen oder gleich zu Hause bleiben und Einkäufe per Mausklick am Computer erledigen. Für eine Wende zum Besseren wäre ein neuer Magnet erforderlich, aber der ist nicht in Sicht.

Das ist die ernüchternde Bilanz der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bau, Verkehr und Wirtschaft des Beirats, der am Montag mit Gästen des Senators für Wirtschaft und Häfen, der Handelskammer und der Interessen- und Werbegemeinschaft Woltmershausen (IWG) im Kinder- und Familienzentrum am Warturmer Platz getagt hat.

Das bescheidene Zentrum mit Marktplatz und Geschäften in Höhe der Dötlinger Straße reiche nicht aus, um dem "Stadtteil hinter dem Tunnel" Anziehungskraft und Beachtung zu verschaffen, hieß es in der gründlichen Bestandsaufnahme. Ein professionelles Stadtteilmanagement, das es in anderen Stadtteilen und im Kleinen auch in Woltmershausen für das WiN-(Wohnen in Nachbarschaften)-Gebiet rund um den Marktplatz gibt, bleibt ein Wunsch, vor allem, weil der Stadtteil zu klein ist und zu wenig Bedeutung für die Stadt Bremen insgesamt hat. "Die Woltmershauser sehen das anders. Aber der Blick vom Rathaus aus zu uns ist ein anderer als der Blick von unserem Kirchturm aus", stellte Ortsamtsleiter Klaus-Peter Fischer fest.

Das Potenzial zu Besonderem hat der Hohentorshafen. Dort aber fühlen sich die Firmen wohl, die sich ihre Grundstücke bei der Aufgabe des städtischen Hafengebiets gesichert haben. Sie sehen keine Veranlassung, Platz zu machen für Visionäres wie Wohnen auf dem Wasser, Wohnen, Handel und Maritimes am Wasser.

So bleibt es erst einmal beim Erledigen der Alltagsarbeit. Der Woltmershauser Straße steht eine gründliche Sanierung bevor, und dafür muss auch zeitweise der Tunnel am Eingang zum Stadtteil gesperrt werden. Ortsamtsleiter Fischer berichtete, dass ihm dafür noch kein Zeitplan vorliegt. Der designierte neue IWG-Sprecher Alexander Erjawetz forderte die Behörden und die Handelskammer trotzdem jetzt schon auf, die Woltmershauser Geschäftsleute nicht allein im Regen stehen zu lassen. Er denkt an Busse mit der Aufschrift "Wir sind erreichbar" und gezielten Werbeaktionen, vergleichbar mit jenen für das Ostertor- und Steintorviertel, als dort die Straßenbahnschienen erneuert wurden, und für die Habenhauser Geschäftswelt, als die Erdbeerbrücke saniert wurde.

Mit anderen zusammenarbeiten

"Wenn eine private und öffentliche Partnerschaft zusammenkommt, sind wir dabei", versicherte Karsten Nowak von der Handelskammer. Er ermutigte die Woltmershauser auch, sich mit den Organisatoren der maritimen Tage an der Schlachte im September kurzzuschließen, damit die publikumsträchtige Veranstaltung auch auf den Stadtteil hinter dem Tunnel ausstrahlt, der einige Attraktionen am Weserufer wie den Spiel- und Wassergarten zu bieten hat.

Für Ortsamtsleiter Fischer lautet das Fazit, dass Woltmershausen um öffentliche Aufmerksamkeit kämpfen, Netze knüpfen und vorzeigbare Projekte finden muss. "Überraschenderweise gibt es immer noch Fördertöpfe, die angezapft werden können", stellte er fest.

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