Glashaus Pusdorf

Kunstunterricht nach Schulschluss

Ein Talent fürs Malen ist nicht alles, auch das Lernen der Grundlagen ist wichtig. Im Glashaus Pusdorf vermittelt Holger Saathoff einige Techniken. Eine Ausstellung ist für Anfang Dezember geplant.
12.11.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Matthias Holthaus
Kunstunterricht nach Schulschluss

Ruhig und konzentriert geht es beim Malkurs im Glashaus Pusdorf zu.

Roland Scheitz

„Man kann sich gut ausdrücken“, sagt die 16 Jahre alte Wiktoria aus der Neuen Vahr über das Malen. „Das entspannt mich und macht Spaß.“ Das wird Holger Saathoff gerne hören, denn er leitet den Malkurs „Culture from Monday to Friday“ im Glashaus Pusdorf, der acht Mädchen im Alter von 13 bis 18 Jahren die Gelegenheit bietet, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in der Malerei weiterzuentwickeln.

Drei Jugendliche aus der Oberschule Roter Sand sind es an diesem Tag und Wiktoria ist eine von ihnen. In der Schule habe sie von diesem Angebot erfahren, erzählt sie. Ich hatte gute Noten und meine Lehrerin meinte, ich sollte hierher kommen.“ Im Glashaus lernt sie nun von der Pike auf das Malen. Von Werk zu Werk erarbeiten sich die Teilnehmerinnen unterschiedliche Techniken. „Zuerst Krickelkrackel“, wie sich Holger Saathoff ausdrückt, wenn er über das intuitive Malen nach Musik spricht. „Danach sollten sie einen Bleistiftspitzer zeichnen und nach Perspektive malen. Und dann Aquarell“, erzählt er, wobei Aquarell die größte Herausforderung überhaupt sei, denn „wenn die Wasserfarbe einmal läuft, dann läuft sie.“ Auf dem Programm stehen auch „Stadtteilbilder“ – jede bekommt ein Foto mit einem Pusdorfer Motiv, das als Vorlage dienen soll.

„Ich freue mich, dass es so etwas im Glashaus gibt“, sagt Wiktoria, „man kann viel lernen. Früher konnte ich zum Beispiel keine Schattierungen malen, jetzt schon. Das lernen wir in der Schule nicht.“ Neben Wiktoria sitzt Rebecca, 13 Jahre alt, aus Woltmershausen, und malt gerade das vorgegebene Motiv: Eine Art dreidimensionales Balkendiagramm, vor dem eine Kugel liegt. Vermittelt werden im Kurs auch die Grundlagen der Farbenlehre, wobei Rebecca das Malen nicht fremd ist: „Ich habe schon in der ersten Klasse angefangen“, erzählt sie. „Besonders schwer zu malen sind Augen und Hände. Am besten gefällt mir das Zeichnen mit dem Bleistift, weil ich dann radieren kann.“

„Weil sie es wollen, weil sie ein Ziel haben“

Zuletzt wird die Gruppe ein freies Bild malen. „Ein Künstler muss ja auch seine Ideen reinbringen“, erklärt Saathoff, „sodass jeder seinen eigenen Stil entwickelt. Was die Jugendlichen später daraus machen, wird man sehen. Die Hauptsache ist aber, dass sie den Spaß am Malen nicht verlieren.“ Und Spaß scheint es den Teilnehmerinnen zu machen: Ruhig und konzentriert geht es zu im Glashaus. „Diese Kurse sind einfach zu händeln – weil sie es wollen, weil sie ein Ziel haben“, kommentiert Saathoff das fokussierte Vorgehen der Teilnehmerinnen.

Holger Saathoff malt selber. Wieder selber, muss es eigentlich heißen, nachdem sein Job als Bauleiter nur wenig Zeit dafür ließ. „Malen war schon immer mein Hobby“, sagt er und diesem Hobby wollte er ursprünglich zuerst zusammen mit einem Kollegen, der Holzboote baut, nach seiner Pensionierung im Kulturhaus nachgehen. „Doch dann kamen Kinder und fragten, ob sie nicht mitmachen könnten. Und dann traten Schulen an uns heran“, erzählt er.

Aus dem Plan vom geruhsamen Modellbau und Malen von Bildern wurde im Laufe der Zeit ein gemeinnützigen Verein, der sich über Spenden finanziert und auch von der Bremer Bürgerstiftung und der Sparkasse Bremen unterstützt wird.

Die Ergebnisse des Malkurses „Culture from Monday to Friday“ sind ab Donnerstag, 3. Dezember, in der Sparkassenfiliale, Woltmershauser Straße 348/350, zu sehen. Um 17 Uhr wird die Ausstellung, die bis zum 31. Dezember läuft, mit einer Vernissage eröffnet. Mindestens zwei Bilder von jeder der acht Teilnehmerinnen werden dann ausgestellt. Die Werke können auch käuflich erworben werden. Mit dem Erlös sollen neue Materialien gekauft werden. Denn auch im kommenden Jahr soll es wieder einen Malkurs geben.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Kursangebot im Glashaus und der Ausstellung gibt es online: www.glashaus-pusdorf.jimdofree.com.

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