Kita-Knirpse haben vier Monate an ihren Flitzern gebastelt Rote Solarautos endlich ins Rennen geschickt

Woltmershausen. Wer am Mittwoch zur Awo-Kindertagesstätte an der Blexer Straße wollte, stand vor verschlossenen Türen. "Wir sind an der Weser" stand auf einem Schild am Eingang, ein mit Luftballons markierter Weg führte zum Weserspielplatz am Anker. Dort war eine kleine Rennstrecke eingerichtet worden, der krönende Abschluss eines vier Monate dauernden Projektes, in dem von Hortkindern zehn Solarautos gebaut wurden.
09.07.2012, 05:00
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Von Sascha Rühl

Woltmershausen. Wer am Mittwoch zur Awo-Kindertagesstätte an der Blexer Straße wollte, stand vor verschlossenen Türen. "Wir sind an der Weser" stand auf einem Schild am Eingang, ein mit Luftballons markierter Weg führte zum Weserspielplatz am Anker. Dort war eine kleine Rennstrecke eingerichtet worden, der krönende Abschluss eines vier Monate dauernden Projektes, in dem von Hortkindern zehn Solarautos gebaut wurden.

Dass die Hälfte der Strecke im Schatten lag, war für das Rennen nicht entscheidend, wie Betreuer Olaf Petersen erklärte: "Die Autos laufen mit Akkus, die werden über die Solarzellen auf dem Dach aufgeladen. Man muss die Autos nur zwei Tage in die Sonne stellen, dann sind die Akkus vollständig geladen, und die Kinder können zwei Stunden damit fahren." Ein Projekt wie dieses sei wichtig, da die Hortkinder so den respektvollen Umgang mit der Natur lernen würden und dazu noch einen enormen Wissensvorsprung bekämen, der ihnen später in den Mint-Fächern in der Schule zugute kommen würde.

Nur an kleinen Details ist noch der Ursprung der solarbetriebenen Rennwagen zu erkennen, an Fernbedienung und Rädern ist noch das gelb-schwarze Signet des Sportwagenherstellers zu sehen. Als Grundlage dienten rote Fernlenkautos, die nun aussehen wie eine Mischung aus U-Boot und Raumschiff. Olaf Petersen machte es seinen Technik-Schülern nicht einfach, sie mussten im Slalom durch einen Parcours fahren, für das Rammen der Pfosten oder anderer Rennteilnehmer gab es Strafsekunden. Ob die Kinder einen Sieg erfuhren oder nicht, war für sie nicht wichtig, denn zum einen machte es ihnen Spaß, und zum anderen durften die selbst gebauten Flitzer am Ende des Tages mit nach Hause genommen werden. Beim Wettkampf stand Betreuer Petersen immer dabei, um die Frequenzen einzustellen, die Lenkung zu erklären oder als Chefmechaniker kleine Probleme zu lösen. Denn einfach war die Herausforderung nicht. Oft landeten die windschnittigen Spielgeräte im Gras, an den Hindernissen oder krachten gegen den Gegner. Da flog schon mal ein Playmobil-Rennfahrer aus seiner dicht verschlossenen Kabine. So wurden oft Ehrenrunden gefahren, vielleicht mangelte es am Training.

Geschicklichkeit war gefragt bei der richtigen Kombination aus Gas, Bremse und Lenkung. "Fahrt lieber ein bisschen langsamer, bevor ihr im Grünen landet", mahnte der ehrenamtliche Helfer Petersen und gab so vielleicht schon einen wichtigen Rat für die späteren Führerscheinbesitzer.

Nach den Sommerferien startet bereits das nächste Projekt in der Kita. Unter dem Motto "Stühle raus, Wissen rein", werden Wissenswürfel in den Kindergarten gestellt, an denen schon die Kleinsten erlernen sollen, wie ein U-Boot tauchen kann oder welchen Einfluss Magnetismus auf unterschiedliche Metalle hat. "Wir versuchen, früh die Wissensschleuse zu öffnen. Das ist Wissenschaft zum Anfassen, schon für Dreijährige", betont Petersen stolz, der Lufthansa-Mitarbeiter ist und in seiner Freizeit mit den Kindern Projekte anschiebt. Im Herbst wollen die Kinder bei einem Lichterfest echte Blitze erzeugen. Der genaue Termin steht noch nicht fest, im Gegensatz zum Renntag, der auf Sonne angewiesen war, ist das Lichterfest von Dunkelheit abhängig.

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