Geplantes Ansiedlungsprojekt stößt auf Skepsis im Beirat Stadthunde kontra Schlittenfahrer

Woltmershausen. Mit Schwung runter vom Rodelberg - und rumms, die Fahrt endet am Zaun: Skeptiker im Beirat Woltmershausen halten nichts vom Projekt 'Stadthund' auf einem eingezäunten Grundstück auf der 'Pusdorfer Meile' genau unterhalb jenes Hügels, den der Beirat gerne zum Rodelberg umgestaltet sähe.
14.04.2010, 13:20
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Von Reiner Haase

Woltmershausen. Mit Schwung runter vom Rodelberg - und rumms, die Fahrt endet am Zaun: Skeptiker im Beirat Woltmershausen halten nichts vom Projekt 'Stadthund' auf einem eingezäunten Grundstück auf der 'Pusdorfer Meile' genau unterhalb jenes Hügels, den der Beirat gerne zum Rodelberg umgestaltet sähe.

'Wir freuen uns, wenn Sie nach Woltmershausen kommen', teilte Beiratssprecherin Edith Wangenheim (SPD) der nach eigenem Bekennen 'auf den Hund gekommenen' ehemaligen IT-Kauffrau Chiara Carcagni in der jüngsten Beiratssitzung im Kulturhaus Pusdorf mit, 'aber wir sollten einen besseren Standort finden.' Für die favorisierte Platzierung des 2000 Quadratmeter großen 'Stadthund'-Areals kann Carcagni nichts, sie ist eine Vorgabe der Umwelt- und Baubehörde. Aber der Beirat hat weitere Vorbehalte. Auf der 'Pusdorfer Meile' gebe es keine Parkplätze, so der Hinweis des Bauausschusssprechers Holger Meier (SPD), und bei jedem Bauprojekt müssten Stellplätze nachgewiesen werden. Die 'Pusdorfer Meile' solle als Freizeitfläche für Jugendliche entwickelt werden, betonte Wangenheim. Ole Lindemann (CDU) bekannte, dass er 'hin- und hergerissen' sei. Prinzipiell sei 'Stadthund' eine gute Sache, und das Finanzierungskonzept sei plausibel. Andererseits solle eigentlich das einheitliche Ziel

'Jugendfreizeitfläche' erreicht werden. Angesichts der Für- und Wider-Argumente will der Beirat beim Bau- und Umweltsenator nun eine Fristverlängerung erwirken, denn eigentlich läuft die Frist für eine Stellungnahme der Lokalpolitiker in dieser Woche ab.

Anlage für Mensch und Hund

Carcagni will eine Anlage für Mensch und Hund schaffen, die mit Hundesportflächen herkömmlicher Art wenig gemein hat. Drei Säulen sollen ihr Projekt stützen, erläuterte sie in der Beiratssitzung: Ein 'Hunde-Kindergarten' sei geplant, in den Berufstätige ihre Vierbeiner während ihrer Arbeitszeit schicken können. In der Betreuungszeit bekämen die Vierbeiner Auslauf, erklärte die 'Stadthund'-Initiatorin. Die zweite Säule sei eine Hundeschule, in der die Tiere 'stadtfein' und zum 'Familienhund' gemacht werden. 'Das hat nichts zu tun mit dem herkömmlichen Drillplatz für Wachhunde', stellte Carcagni klar. Der dritten Säule hat sie den Namen 'Stadthund aktiv' gegeben. Wanderungen in die Umgebung seien möglich. Radfahrer und Inline-Skater sollen lernen, ihren Freizeitspaß mit Hunden auszuüben, ohne dass die Hunde unter die Räder und die Radler und Skater zu Fall kommen. Und ein 'Hundezirkus' schwebt ihr ebenfalls vor: Hunde lernen dort das Rückwärtslaufen, im Kreis zu tanzen

und andere Kunststücke. 'Das kann Aufführungen bei Festen, in Kindergärten oder Altenheime zur Folge haben', so Carcagni. Und ganz nebenbei sollen Kinder und Jugendliche den Hund als Begleiter kennenlernen und Ängste verlieren.

Cornelis van Ramsdonk, der Vorsitzende des Vereins Pusdorfer Meile, ist voller Hoffnung, dass das 'Stadthund'-Projekt trotz der Vorbehalte im Beirat auf der Freifläche zwischen der Senator-Apelt-Straße und der Autobahn 281 verwirklicht werden kann. Einziger Nutzer des 30000 Quadratmeter großen Areals, das beim Autobahnbau entstanden und dem Verein zur Nutzung überlassen worden ist, ist bisher der 'Jumicar'-Verkehrsübungsplatz für Kinder, der 5000 Quadratmeter in Anspruch nimmt..

'Alle Sponsoren sind abgesprungen', berichtete van Ramsdonk dem Beirat. Folglich ist nicht zu erkennen, wann die 'Speed-Spirale' für Skater, Seifenkisten und Rodler, der Klettergarten, das Beachvolleyballfeld, der Basketball- und der Bouleplatz und andere Attraktionen geschaffen werden können. Ein zahlungskräftiger Mitnutzer wie 'Stadthund' wäre ihm willkommen: 'Das Gelände will unterhalten sein', so van Ramsdonk.

Er räumte ein, dass es Parkprobleme gibt und bisher lediglich ein 'Gentleman Agreement' mit dem Deichverband, dass der Uferweg entlang der Wasserlöse unterhalb der Senator-Apelt-Straße mitgenutzt werden kann. Carcagni ergänzte, die Umwelt- und Baubehörde habe signalisiert, dass Parkplätze entlang der Senator-Apelt-Straße geschaffen werden könnten.

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