Stromer Straße

Querungshilfe soll 2021 kommen

Eine Verkehrsinsel an der Stromer Straße soll die Geschwindigkeit senken und die Querung erleichtern. 50 000 Euro soll sie kosten und aus Mitteln des Beirates bezahlt werden.
02.07.2020, 06:45
Lesedauer: 4 Min
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Von Matthias Holthaus
Querungshilfe soll 2021 kommen

Eine Verkehrsinsel auf der Stromer Straße soll Autofahrer dazu bringen, langsamer zu fahren. Sie soll 2021 gebaut werden.

Roland Scheitz

81 Jahre alt ist das langjährige Woltmershauser Beiratsmitglied Emil Gerke geworden. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juni ist er nun gestorben. „Ein großer Verlust für Pusdorf, aber auch für mich persönlich“, lässt Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon auf der jüngsten Beiratssitzung durch Sprecherin Edith Wangenheim ausrichten. Er habe sich unermüdlich für die Bewohner des Stadtteils eingesetzt und auch das Ortsamt unterstützt. „Und bis zum Schluss hat er die Entwicklung des Vorderen Woltmershausens mit Freude verfolgt.“

Und auch seine sozialdemokratische Parteikollegin Edith Wangenheim erinnerte sich bei der Sitzung sichtlich bewegt an Emil Gerke, der von 2011 bis 2015 stellvertretender Beiratssprecher war: „Als Beirats- und Ausschussmitglied stritt er für die Ziele seines Stadtteils“, sagte sie über Gerke, der 2003 erstmals für den Beirat kandidierte. „Er nutzte seine Zeit, war im Stadtteil und besonders in seiner Nachbarschaft unterwegs, immer für einen Schnack bereit.“ Ein „wandelndes Geschichtsbuch“ sei er gewesen, gerne habe er von den 62 Kneipen an der Woltmershauser Straße erzählt oder vom Lankenauer Strand. „Seine Stimme und ein nicht immer bequemer Mitstreiter wird uns fehlen. Noch oft werden uns seine Sprüche begleiten. Wir trauern mit seiner Familie.“

Gefreut hätte sich Emil Gerken sicherlich auch über den Umstand, dass der Teil des Hempenweges, der am Tabakquartier entlangführt, nun mit „Am Tabakquartier“ einen neuen Namen erhält . Bereits seit längerer Zeit fahren viele Lkw-Fahrer durch den besiedelten Teil des Hempenwegs zwischen Hermann-Ritter-Straße und Woltmershauser Straße, um zum unbewohnten Teil des Hempenweges zwischen der Hermann-Ritter- und der Senator-Apelt-Straße zu gelangen. Regelmäßig bleiben die LKW jedoch im bewohnten Abschnitt stecken, was nicht nur zu unnötigen Belastungen, sondern auch zu abgefahrenen Außenspiegel der dort parkenden Pkw führt. (Der STADTTEIL-KURIER berichtete.)

In der Stromer Straße hingegen bleiben Lkw zwar nicht stecken, hier fahren Autos jedoch recht schnell. Mit einer Form der Verkehrsberuhigung könnte der Raserei Einhalt geboten werden, und diese Verkehrsberuhigung soll nun durch eine Querungshilfe in der Stromer Straße in Höhe des Deichs erreicht werden, erläutert Lutz Schmauder-Fasel vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV) dem Beirat. Diese Insel inmitten der an dieser Stelle acht Meter breiten Fahrbahn ähnelt den bereits vorhandenen Inseln am Osterdeich, etwa an der Berliner Straße, die von vielen Verkehrsteilnehmern als große Hilfe beim Überqueren der Straße wahrgenommen wird. Details wie etwa Hilfen für Seh- und Gehbehinderte sollen noch erarbeitet werden.

„Diese Insel soll die Geschwindigkeit senken und die Querung erleichtern“, sagt Lutz Schmauder-Fasel. 50 000 Euro soll der Errichtung der Querungshilfe kosten und aus Mitteln des Beirates bezahlt werden. „Wenn es gut läuft, ist das Ziel, im nächsten Jahr zu bauen“, sagt er. Folgekosten würden dem Beirat nicht entstehen, meint er weiter, „es gibt eine Gewährleistungspflicht über fünf Jahre und das ASV hat die Verkehrssicherheitspflicht.“ „Wir haben das Geld und wollen es einsetzen“, sagt Edith Wangenheim, der Beirat beschloss die Verwendung der Gelder für die Querungshilfe einstimmig. „ Ich bin stolz auf uns“, sagt die Beiratssprecherin anschließend über die Stellungnahme zur 21. Flächennutzungsplanänderung zum Vorderen Woltmershausen. Darin wird unter anderem auch „die Möglichkeit, weiteren Wohnraum zu schaffen“, für den Stadtteil und insgesamt auch für Bremen als einen großen Gewinn angesehen. Konkret begrüßt der Beirat „die Absicherung der bestehenden Wohnbebauung am Schriefersweg und Am Warturmer Platz“, zudem möchte der Beirat sichergestellt sehen, dass die verkehrliche Anbindung des ehemaligen Brinkmann-Geländes den Stadtteil nicht weiter belastet. Ebenfalls begrüßt werden die weiteren vorgesehenen Wohnungsbauflächen: „Dabei erwartet der Beirat sowohl eine zeitgemäße klimafreundliche Bauweise als auch eine soziale Durchmischung.“ Dabei soll der zukünftige Wohnanteil an der Simon-Bolivar-Straße am Rande der Gewerbefläche Max-Seume-Straße nicht nur geprüft, sondern als Mischgebiet festgelegt werden: „Mit dieser Möglichkeit würde eine Aufwertung der Straße und des Gebietes möglich und der Eingangsbereich des Stadtteils ein neues Gesicht bekommen.“

Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau wird aufgefordert, Mittel für die Planungen, das „Grüne Band“ der Stadt Bremen mit der Gleisparkidee zu verlängern, für die nächsten Haushalte anzumelden. Zudem wäre der geplante neue Tunnel auch unter Berücksichtigung der Entwicklungen auf dem Gelände Neustadtsgüterbahnhof „ein großer Gewinn“. Für die Altlasten erwartet der Beirat einen Umweltbericht sowie Lösungsvorschläge.

Eine Lösung für das Problem der Vermüllung öffentlicher Plätze sucht nicht nur der Beirat seit längerer Zeit. Bereits bei der Sitzung am 8. Juni hat das frühere Beiratsmitglied Waldemar Seidler einen Bürgerantrag formuliert, der zum einen die Forderung nach mehr Mülleimern am Spiel- und Wassergarten beinhaltet und zum anderen auch die bauliche Verbesserung dieser Müllgefäße. Letzteres mit dem Ziel, Vögel und Ratten davon abzuhalten, an den Müll zu gelangen. „

Für die menschlichen Besucher öffentlicher Plätze gibt es einen anderen Vorschlag: Grüne Fußspuren auf dem Weg zum Mülleimer können helfen, den Weg zum Mülleimer zu finden und den mitgebrachten Müll auch ordnungsgemäß zu entsorgen. Schilder mit verschiedenen Sprachen sollen die Bürgerinnen und Bürger auf ihre Pflicht zur ordnungsgemäßen Entsorgung hinweisen“, heißt es in dem Antrag. „Das Thema Müll ist in aller Munde“, sagt daraufhin Ole Lindemann (CDU), „ich stelle mir vor, eine umfassende Anfrage an die zuständigen Stellen zu stellen und einen entsprechenden Fragenkatalog zu erstellen.“

Innerhalb eines Monats müssten die zuständigen Behörden solch eine Anfrage beantworten. Auch Edith Wangenheim mahnte zur Eile: „Wir müssen schnell aktiv werden“, sagte sie. Seit der Corona-bedingten Einschränkungen sind viele Menschen in der Natur unterwegs. Die Menge des zurückgelassenen Verpackungsmülls von Speisen wie Pizzakartons habe sich vervielfacht.

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