Moderator Hans-Martin Sänger kündigte einen Kleinkunstabend in Pusdorf mit Musik, Theater, Lyrik, Prosa und Satire an 'Trommelfanfaren' zum Geburtstag

Woltmershausen. Völlig in sich versunken und konzentriert steht 'Toparek' da. Trommelt einen immer schneller werdenden Rhythmus auf seinen drei Congas. So beginnt am Freitagabend der 20. Kleinkunstabend in Pusdorf. Hans-Martin Sänger aus Gröpelingen vom Arbeitskreis Kleinkunst ist Künstler, Organisator und Moderator in einem. Wie im Zirkus fange der Abend mit 'Trommelfanfaren an', sagt Sänger mit Stolz auf seinen ersten Interpreten.
11.11.2010, 05:00
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Von OLGA GALA

Woltmershausen. Völlig in sich versunken und konzentriert steht 'Toparek' da. Trommelt einen immer schneller werdenden Rhythmus auf seinen drei Congas. So beginnt am Freitagabend der 20. Kleinkunstabend in Pusdorf. Hans-Martin Sänger aus Gröpelingen vom Arbeitskreis Kleinkunst ist Künstler, Organisator und Moderator in einem. Wie im Zirkus fange der Abend mit 'Trommelfanfaren an', sagt Sänger mit Stolz auf seinen ersten Interpreten.

Seit fast 20 Jahren gibt es schon die Kleinkunstabende, die von den drei Sparten Musik, Darstellendes Spiel und gesprochenes Wort getragen werden. Sänger versucht, das Programm ausgewogen zu gestalten und bringt immer einen kleinen Teil seiner eigenen Kunst ein. Droht der Abend zu trocken zu werden, lässt er eine kleine musikalische Einlage einfließen. Ist hingegen viel Musik und Theater vertreten, liest Sänger einen seiner Texte vor. Heute erfreut er die Gäste mit einigen satirischen Stücken. 'Das Beste sind die Selbstbestätigung, die man sofort hat und die leuchtenden Augen im Publikum', schwärmt Sänger.

Die Kleinkunstabende finden in ganz Bremen statt. Aufgrund des Geburtstags in Pusdorf stehen heute statt drei, vier Künstler auf der Bühne. Für musikalische Unterhaltung sorgt das Trio 'Die Sonetten', bestehend aus Kirsten Paul (Sopran), Eva Striebeck (Alt) und Imke Sanders (Bariton). Die Akteure 'Die anderen 6' entführen die Zuschauer in die Welt des Improvisationstheaters. Das Publikum liefert Stichwörter, die Schauspieler müssen diese umsetzen. 'Beim Improvisationstheater ist jeder Abend anders', schwärmt Sänger.

Die Autorin Ulrike Kleinert aus dem Buntentor liest einen kurzen, bislang unveröffentlichten Text über ein kleines Mädchen mit wenig Geld vor und einige Gedichte. Die Werke der Bremer Autorin entstehen immer aus Beobachtungen, die sie selbst macht. In ihren Texten mixt sie viele unterschiedliche Eindrücke zusammen und gibt dann noch eine Prise Fantasie dazu.

Die beiden Freundinnen Sylvia Dominke und Juliane Lüers aus Woltmershausen warten schon voller Vorfreude auf die Lesung der Autorin. Fröhlichkeit, niveauvolle künstlerische Darstellung, ein vielseitiges Programm und eine nette Atmosphäre erwarten sie von der Veranstaltung. Zehn Minuten dauert der Auftritt von 'Toparek', der im wirklichen Leben Rolf Kortjohann heißt. Länger wäre ein Vorstellung gar nicht durchzuhalten. 'Das ist tierisch anstrengend. Man braucht sehr viel Kondition, um die Trommeln spielen zu können", erzählt der Künstler aus Osterholz-Scharmbeck. Deshalb bezeichnet er sich selbst auch nicht als Musiker, sondern als Akrobat. Das schnelle Trommeln ähnelt nun mal zuweilen einer Zirkusnummer.

Seit 30 Jahren schon spielt Kortjohann die Conga-Trommeln. 'Ich habe mir das alles selbst erarbeitet. Ich schreibe die Rhythmen auch nicht auf, deshalb variiert das Ganze auch von Auftritt zu Auftritt', erzählt er. So wird jede Vorstellung zu etwas Besonderem. Damit kein Abend vergessen wird, dokumentiert seine Frau Alma Cisneros alles. Zu Hause werden dann die Fotos in Alben einsortiert. Sie sei sehr stolz auf ihren Mann, strahlt Cisneros und drückt auf den Auslöser. Schließlich soll kein Moment des Abends verpasst werden.

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