Lankenauer Höft Beach-Club an der Weser geplant

Am Lankenauer Höft soll Sand für einen Beach-Club verteilt werden. Auch die Entwurfsplanung für die neue Kindertagesstätte Charlotte Niehaus in Rablinghausen war Thema im Beirat Woltmershausen.
25.02.2021, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Matthias Holthaus

Sonne, Strand und zumindest eine Ahnung von Meer: Das versprach bei der bei der jüngsten digitalen Sitzung des Beirates Woltmershausen die BCS-Gruppe, die das Lankenauer Höft von Mai bis Oktober als Zwischennutzung bespielen wird. „Wir legen in den nächsten zwei Wochen den Sand für den Strand“, berichtet Racine Saupe, Vertreterin der BCS-Gruppe. Der Grund für das Engagement der Gruppe ist für sie klar: „Wir möchten, dass auf dem Lankenauer Höft ein wenig Leben zurückkommt.“

Auf den Sand folgt dann das Leben und das soll auch unter Corona-Bedingungen pulsieren – ein Veranstaltungs- und Hygienekonzept ist bereits erarbeitet worden. Und das passiert vor allem unter freiem Himmel.

Beachvolleyball und Abenteuerspielplatz mit Piratenschiff

„Wir wollen die Leute draußen abholen.“ Ein Beachvolleyballfeld wird es geben, Lounge- und Liegemöbel, ein Abenteuerspielplatz mit Piratenschiff, Begründung: „Etwas für Alt und Jung“, verspricht sie und alle Altersgruppen dürfen sich dann auch auf diverse Events wie kleine Konzerte, Theatervorstellungen und Kunstinstallationen freuen.

„Wir planen mit verschiedenen Bremer Lokalhelden“, sagt sie, ab dem Spätsommer seien vielleicht sogar größere Events möglich, wenn die Pandemie denn mitspielt. Dabei darf das Essen nicht fehlen, wobei neben den Vegetariern und den Veganern auch die Fleischesser zufriedengestellt werden sollen. Ein Hauch von Hafen weht dann auch noch über das Gelände, es wurden Schiffscontainer umgebaut für die Toiletten, die Küche und die Speisenausgabe.

Noch ist es nicht mehr als ein unscheinbarer Platz, doch schon bald soll es losgehen: „Wir haben jetzt ein schönes Bauvorhaben in Planung, es ist bereits ausgeschrieben“, berichtet Matthias Foit von Immobilien Bremen (IB) in der Sitzung. Wie die Entwurfsplanung für die neue Kindertagesstätte Charlotte Niehaus in Rablinghausen aussieht, erzählte im Anschluss Hans Müller-Hirschmann von der Architektengruppe Rosengart und Partner.

Ein Neubau einer siebengruppigen Kindertagesstätte mit Familienzentrum soll es demnach werden, das alles in Passivhausbauweise, in Klinkerstein gekleidet, und verortet am Dorfkampsweg.

Campus für Kinder

„Wir haben es eng mit Immobilien Bremen, der Awo und der angrenzenden Grundschule geplant“, sagte Müller-Hirschmann. Ein Campus solle es werden für Kinder im Alter von eins bis zehn Jahre. Der Bau soll sich architektonisch am benachbarten Schulgebäude von 1951 orientieren. „Die Schule ist ein besonderer Ort und wir wollen die Merkmale und Typologien aufnehmen. Man soll nicht erkennen, was alt ist und was neu.“ Nach der Fertigstellung soll die Schule von der Kitaküche profitieren, für die Grundschüler soll dort gekocht werden.

Die Baustelle soll über den Dorfkampsweg erschlossen werden. Ein Teil des Baumbestandes musste bereits weichen: An der Feuerwehrzufahrt am Dorfkampsweg etwa, wo Pappeln standen, die bei Trockenheit mitunter ihre Äste verlieren. Und auch auf dem Gelände selbst mussten Bäume gefällt werden. Damit sei „ein Feuchteproblem auf den Wiesen“ gelöst worden, erklärte Müller-Hirschmann. „Wir hoffen, das damit zu verbessern.“

Kita mit Ruheraum und Frühförderung

Auf einer Bruttogrundfläche von 1557 Quadratmetern wird das Gebäude drei Gruppen für unter Dreijährige im Erdgeschoss beherbergen und vier Gruppen für die älteren Kinder im Obergeschoss. Daneben wird es auch Ruhe- und Differenzierungsräume und Räume für Frühförderung geben.

Ein Elterncafé kann auch für Veranstaltungen genutzt werden, es gibt die Küche und einen Fahrstuhl. Außerdem einen Mehrzweckraum und Räume für das Personal. Das gesamte Gelände wird eingefriedet, „Die Kinder können nicht hinaus, aber auch nicht herausgenommen werden.“

Annette Biermann vom Referat Kitaplanung der Senatorin für Kinder und Bildung war angetan. Es sei ein schöner Entwurf geworden: „Ich gönne es der Einrichtung, dass sie solch ein neues und schönes Haus bekommt.“ Kitaleiterin Marion Mosler zeigte sich bei der Sitzung ebenfalls sehr zufrieden: „Wir freuen uns, wenn wir nächstes Jahr einziehen können.“

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Den aktuellen Stand der Kindertagesbetreuung in Woltmershausen erläutert anschließend Annette Biermann. „Woltmershausen ist kein Stadtteil, der uns sehr drückt“, sagt sie zur Einleitung, wobei sie über das neue Kitajahr mangels Zahlen keine Auskunft geben konnte. Es habe seit Oktober „eine Handvoll“ Kinder gegeben, die keinen Platz hatten, sagte sie, doch sei das alles im Rahmen geblieben. „Und ich gehe davon aus, dass sich das noch verbessern wird.“

Am 1. Juni und am 1. August werde zudem im Tabakquartier eine Kita entstehen mit zwei Gruppen für Kinder von zwei bis sechs Jahren und zwei Gruppen für unter Dreijährige. Marion Mosler ergänzte, in Rablinghausen gebe es höhere Bedarfe als Anmeldungen: Bei den unter Dreijährigen gebe es wahrscheinlich einen Überhang, bei den Hortkindern betrage dieser 40 Prozent.

Christoph Anders vom Kinder- und Familienzentrum Warturmer Platz berichtete von vielen Anmeldungen: „Wir haben schon jetzt 30 Anmeldungen für 20 Plätze. Der Bedarf ist deutlich gewachsen, die Schulortnähe ist ein entscheidendes Kriterium für Eltern.“

Info

Zur Sache

Seit 2013 im Gespräch

Bereits im Jahr 2013 forderte der Ortsbeirat Woltmershausen die damalige Senatorin auf, das Gebäude der Kita Charlotte Niehaus zu sanieren und bedarfsgerecht zu erweitern. Schon zu diesem Zeitpunkt befürwortete der Beirat den Standort am Dorfkampsweg. In den folgenden Jahren machte das Stadtteilgremium immer wieder mit Beschlüssen auf die prekäre Betreuungssituation aufmerksam. In einer Planungskonferenz im November 2016 wurde zunächst ein Neubau-Termin für das Jahr 2019 anvisiert, in einer Konferenz Ende 2017 wurde dann das Jahr 2021 genannt. Bereits Mitte 2017 war jedoch im Hinblick auf die 2025 ganztägig werdende Grundschule Rablinghausen eine Campuslösung mit der Kindertagesstätte Charlotte Niehaus im Gespräch, die nun verwirklicht wird.

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