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Spanische Schüler sind begeistert
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"Bremen ist super"

Martin Ulrich 26.04.2018 0 Kommentare

Maria Pilar Lopez und Schulleiterin Claudia Dreyer freuen sich, dass der Austausch zwischen ihren beiden Schulen seit zehn Jahren so gut läuft und fortgesetzt wird.
Maria Pilar Lopez und Schulleiterin Claudia Dreyer freuen sich, dass der Austausch zwischen ihren beiden Schulen seit zehn Jahren so gut läuft und fortgesetzt wird. (Walter Gerbracht)

Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Seit zehn Jahren funktioniert der Schüleraustausch zwischen dem Gymnasium an der Hamburger Straße und dem Instituto Goya in Zaragoza, der Hauptstadt der spanischen Autonomen Gemeinschaft Aragonien sowie der Provinz Zaragoza im Norden Spaniens. Zaragoza und Bremen haben annähernd gleich viele Einwohner. Einmal im Jahr besuchen sich Schüler des vierten Deutsch- beziehungsweise Spanisch-Lernjahres der beiden Schulen gegenseitig für zehn Tage. Sie wohnen jeweils in den Familien der Schüler des Gastlandes, sprechen die Sprache des Gastlandes und lernen eine andere Kultur und einen anderen Lebensrhythmus kennen. Das ist für die Jugendlichen die Krönung des Fremdsprachunterrichts.

Die spanischen Schülerinnen und Schüler haben Deutsch als erste Fremdsprache, für die deutschen ist Spanisch die zweite Fremdsprache. Das Gymnasium an der Hamburger Straße ist das einzige innenstädtische Gymnasium Bremens, das Spanisch als zweite Fremdsprache anbietet. Die Lehrkräfte des Fachbereichs Spanisch sind Muttersprachler. Unter der Leitung von Ana Cano Gomez bieten sie Sprachunterricht.

Claudia Dreyer, die deutsche Schulleiterin, weist darauf hin, dass es in Zeiten immer dichterer Jahrespläne beider Schulen schwierig ist, diesen Austausch „nebenbei“ auf die Beine zu stellen. Andererseits stuft sie die Auslandserfahrung ihrer Klasse als wichtige Erfahrung ein. Dabei vertiefen die Jugendlichen einmal ihre Sprachkenntnisse und erwerben außerdem eine gewisse interkulturelle Kompetenz.

Die spanische Klasse wird von Juan-Lois Pueyo begleitet, dem Koordinator der zweisprachigen Abteilung der Schule in Zaragoza. Er unterrichtet Physik und Chemie und ist seit fünf Jahres Teil des Austauschs. Wegen des Zehnjährigen wird er von der Leiterin des Instituto Goya begleitet. Pilar Lopez unterrichtet in Zaragoza Mathematik und fand es spannend, im deutschen Matheunterricht zu hospitieren. Der Unterricht läuft an der Hamburger Straße sehr viel anders ab als in ihrer Klasse.

Sie unterrichte sehr viel theoretischer und in der Form des Frontalunterrichts, sagt die Lehrerin. An der Hamburger Straße hat sie mehr Gruppenarbeit im Unterricht gesehen und eine praktischere Ausrichtung.

Der letzte gemeinsame Schultag endete mit einer gemischtsprachigen Präsentation der Schülerinnen und Schüler. Sie hatten vier Gruppen von je acht Jugendlichen gebildet. Ihre Aufgabe war, sich an verschiedenen Orten Bremens eine Geschichte auszudenken und das Ergebnis zweisprachig auf einer Bühne vorzutragen. Die erste Geschichte ereignete sich zwischen Roland und Dom. Die Schüler haben beide Bauwerke fotografiert und Stadtgeschichtliches zusammengetragen. Für ihre Präsentation wurden ihre Fotos projiziert. Sie erzählten zweisprachig.

Ein deutscher Schüler begann auf Spanisch, dann übernahm ein spanischer Schüler auf Deutsch – und so ging es abwechselnd weiter. Sie erzählten, solange der Roland auf seinen Füßen stehe, werde es der Stadt gut gehen. Es bringe auch Glück, seine Füße zu berühren. Jedenfalls sei es eine schlimme Sache, wenn der Roland umfalle. Dann müsse sich ein Erdbeben oder Vergleichbares ereignet haben.

Eine weitere Gruppe hat Schnoor und Stadtmusikanten verbunden. Die Jugendlichen erzählten eine Geschichte über eine Frau, deren Laden nicht gut lief. Dann hat sie dem Esel an die Beine gefasst und wurde mit Glück geradezu überschüttet. Die dritte Gruppe hatte sich am Ziegenmarkt fotografiert und dann noch einmal in der Schule. Ihre Geschichte war, dass sie am Ziegenmarkt vergeblich versucht habe, sich eine Geschichte auszudenken. Dann sind die Jugendlichen wieder in die Schule gezogen und konnten sich immer noch nicht auf eine Geschichte verständigen – eine Geschichte des Scheitern, die sehr viel Beifall erhielt, weil sie so charmant vorgetragen wurde.

Für die Schüler ist der Austausch ein großes Erlebnis. Felice Bergen hatte viel Spaß in Spanien. „Also, es ist eine ganz andere Kultur", sagt sie. "Das Essen war komplett anders und die Essenzeiten auch. Das Abendessen war meist zwischen halb zehn und zehn Uhr. Die Familie war sehr nett zu mir, aber – ähm – es ist halt eine ganz andere Kultur und es war sehr interessant, das mal alles so zu erleben.“ Candela Morales hat es in Bremen gefallen: „Schnoor und Rathaus finde ich besonders schön", sagt sie. "Bremen ist super. In meiner Gastfamilie sind alle sehr nett zu mir. Der Unterricht in der Schule ist ganz anders als in Spanien. Zuhause haben wir an jedem Tag gleich viele Stunden. Hier ist es an jedem Tag anders und meistens ist auch weniger Unterricht.“ Auch sie sieht die kulturellen Unterschiede wesentlich in der Art des Essens und in den Essenszeiten. Aber die Unterschiede scheinen am Ende des Tages keine große Bedeutung zu haben. Durch den Austausch ergeben sich Freundschaften, die vielfach über Jahre bestehen bleiben. Viele besuchen sich gegenseitig in den Ferien.


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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