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Domsheide-Entscheidung noch im Jahresverlauf

Martin Ulrich 27.03.2019 5 Kommentare

Wie sollen die Haltestellen auf der Domsheide und in der Balgebrückstraße künftig aussehen? Darüber gibt es viel Gesprächsbedarf.
Wie sollen die Haltestellen auf der Domsheide und in der Balgebrückstraße künftig aussehen? Darüber gibt es viel Gesprächsbedarf. (Frank Thomas Koch)

Der Ort der Veranstaltung ist klug gewählt: Die Galerie der Hochschule für Künste an der Dechanatstraße – nur wenige Meter von der Domsheide entfernt. Am Eingang begrüßt die Besucher ein Lageplan der Präsentation als Laufzettel. Der vorgeschlagene Weg führt am Informationsstand mit Themenlandkarte, Zielen und Kriterien vorbei zum Infostand „Barrierefreiheit an Haltestellenanlagen“.

Weiter geht es mit Plänen der einzelnen Planungsvarianten und deren Bewertung. Vorbei an den Varianten der engeren Wahl führt der Weg an der Themenwand „Radverkehr“ vorbei zur städtebaulichen Gestaltung. Schließlich gibt es einen Informationsstand zur Reduzierung von Lärm und Erschütterungen. Vor dem Terminplan der weiteren Planung ist das Catering gesetzt. Freundliche Frauen bieten hier gesunde Getränke an.

Planungsprozess ist komplex

Entlang der längsten Wand der Galerie sind Tische aufgebaut, auf denen Pläne ausliegen. An jedem Infostand oder Exponat bieten sich Fachleute an, um zu erklären und zu diskutieren. Kurz nach Beginn der Veranstaltung sind schon alle Fachleute belagert. Der Raum brummt von Diskussionen, Fragen und Anregungen. Und tatsächlich: Je genauer man auf die Pläne schaut, desto mehr Fragen drängen sich auf. Der Planungsprozess ist offensichtlich ausgesprochen komplex. Die einzelnen Planungsziele konkurrieren miteinander.

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Der Abstimmungsbedarf mit den betroffenen Anwohnern und Behörden ist enorm. Ein Blick auf die Ziele macht das deutlich. Für den öffentlichen Personennahverkehr ist die Barrierefreiheit ein großes Thema, außerdem die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotens. Schließlich wird die Domsheide täglich von 55.000 Fahrgästen genutzt, von denen 12.000 umsteigen.

Fahrrad- und Fußgängerverkehr müssen sicher und gesichert sein, geordnete Wegebeziehungen sollen eingehalten werden – beispielsweise zwischen der Marktstraße und dem Schnoor. Die Belange von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sind zu beachten, Anlieferungen an die Geschäftsleute müssen möglich bleiben, außerdem sollen Angsträume vermieden werden, was etwa durch entsprechende Beleuchtung möglich wird.

Mehr Gastronomie

Die städtische Raumplanung hat ein gewichtiges Wort mitzureden, die Nutzung der öffentlichen Flächen soll verbessert werden – etwa durch vermehrte gastronomische Angebote. Ein kleineres Problem ist der Kirkeby-Turm. Der Turm ist seinerzeit für die Verkehrslenkung der Bremer Straßenbahn gebaut worden. Von oben hat man einen guten Überblick.

Inzwischen gibt es automatisierte, technische Lösungen. Der Turm ist also überflüssig. Doch weil der Architekt des Turms, Per Kirkeby, ein Künstler ist, gilt der Turm als Kunstwerk und schon deshalb als erhaltenswürdig. Weil er aber den angedachten, neuen Schienenverläufen im Wege wäre, soll er versetzt werden. Nur um ein paar Meter, aber immerhin.

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Von den ursprünglich 14 oder 16 Entwurfsvarianten sind bis heute noch zwei übrig geblieben. In einer Variante wandert die Haltestelle an der Balgebrückstraße ein wenig näher zur Weser. Die Haltestelle Domsheide bliebe, wo sie ist. In der zweiten Variante sind beide Haltestellen vor der Glocke konzentriert. Die Einwände der Besucher gelten wesentlich den Bedürfnissen der Glocke. Werden dadurch nicht Lärm und Erschütterungen verstärkt, statt minimiert? Wird nicht dadurch der Raum vor der Glocke eingeschränkt? Gegen Lärm und Erschütterungen kann eine neue Bauweise helfen, die das Gleisbett federnd lagert und leisere Schienen vorsieht. Jedenfalls wird bei diesem Entwurf das Umsteigen erheblich verbessert.

Für die Straßenbahn ist eine gerade Haltestellenlänge von 75 Metern gefordert. Nur so können zwei Züge hintereinander an einer Haltestelle stehen. Die gerade Linie ist wichtig, weil nur so die geforderte Barrierefreiheit gesichert ist. Der Abstand zwischen Fahrzeuge und Bahnsteig soll fünf Zentimeter nicht übersteigen. Das lässt sich in Kurven nicht darstellen.

Kompromisse notwendig

Christian van der Velde, der erste Geschäftsführer des Consult Teams Bremen, einer 100-prozentigen BSAG-Tochterfirma, sagt: „Ohne Kompromisse wird es nicht gehen. Bei jedem der übrig gebliebenen Entwürfe gibt es berechtigte Bedenken. Gleichzeitig spricht einiges für jeden der Entwürfe.“ Christian van der Velde betont, die Diskussionen mit den Besuchern der Präsentation fänden auf hohem Niveau statt. Tatsächlich tauchten dabei neue Aspekte auf, die bisher nicht bedacht wurden.

Vor der endgültigen Entscheidung für eine Entwurfsvariante wird ein spezialisiertes Planungsbüro in Simulationen ermitteln, ob Leistungsfähigkeit und Sicherheit der Entwürfe den Anforderungen genügen. Man will noch in diesem Jahr eine Entscheidung darüber treffen, welche Variante ausgeschrieben werden soll. Die Ausschreibung muss aufgrund der Dimension des Projektes europaweit erfolgen. Allein dafür sind sechs Monate eingeplant.


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Leserkommentare
heinmueckausbremerhaven am 21.10.2019 20:47
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