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Professorin Ulrike Haug referiert zum Thema Darmkrebsfrüherkennung und -risiken bei „Wissen um 11“
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Früherkennung hilft

Christine Gräfing 22.05.2017 0 Kommentare

Begehbares Darm-Modell
Ein Modell des menschlichen Darms, das zur Informationswoche Krebs aufgestellt wurde. (frei)

Ulrike Haug vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie-BIPS bei „Wissen um 11“ im Haus der Wissenschaft nachgegangen.

Die approbierte Apothekerin Haug, die nach dem Studium promovierte, sich habilitierte und dann mehrere Jahre am Deutschen Krebsforschungszentrum tätig war, hat unter anderem auch in den USA geforscht. An der Universität Bremen ist Ulrike Haug Professorin für Klinische Epidemiologie und Pharmakoepidemiologie und am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie-BIPS leitet sie die Abteilung Klinische Epidemiologie. Die Wissenschaftlerin forscht unter anderem zu Krebsprävention, und beschäftigt sich mit Arzneimittel-Risikoforschung.

Wissen um 11 CGraefing Prof. Ulrike Haug_1
Professorin Ulrike Haug (Christine Gräfing)

In ihrem aktuellen Vortrag bei „Wissen um 11“ zeigt Professor Haug die Häufigkeit von Darmkrebs auf, benennt Risikofaktoren, und berichtet von aktuellen Entwicklungen in Sachen Darmkrebs-Früherkennung.

Der Darm, dessen Oberfläche weit mehr als die Fläche eines Tennisplatzes ausmacht, ist wichtig für die Verdauung, und wird mit Wohlbefinden in Verbindung gebracht. Krebs im Dünndarm ist selten, der Dickdarm aber erkrankt häufig an Darmkrebs. Dabei sind die auftretenden Erkrankungen im Dickdarm unterschiedlich verteilt, erklärt Prof. Haug und präsentiert die Fakten. Im rechtsseitigen und querliegenden Teil des Dickdarms treten nur ein Drittel der Krebsfälle auf, der linksseitige Teil des Darms aber ist in zwei Dritteln der Erkrankungsfälle betroffen.

KINA - Einmal durch den Darm - Modell kommt in mehrere deutsche Städte
KINA - Einmal durch den Darm - Modell kommt in mehrere deutsche Städte (A9999 Marius Becker)

Bei Frauen der zweithäufigste Krebs

In Deutschland sind im Jahr 2012 die meisten Männer an Prostatakrebs, Lungenkrebs und an dritthäufigster Stelle an Darmkrebs erkrankt. Bei Frauen hingegen ist Darmkrebs der zweithäufigste Krebs nach Brustkrebs gewesen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 72 Jahren, bei Frauen bei 75 Jahren, das Lebenszeitrisiko, überhaupt an Darmkrebs zu erkranken, liegt bei fünf bis sechs Prozent, sagt Haug. Dann benennt sie die bekannten Risikofaktoren für Darmkrebs: Diese werden unterschieden in einerseits „nicht-modifizierbare“, also nicht veränderbare Risikofaktoren, wie zum Beispiel Gene, und andererseits in „modifizierbare“, also beeinflussbare Risikofaktoren.

Kampagne für die Darmkrebsvorsorge in Montevideo
Kampagne für die Darmkrebsvorsorge in Montevideo (Nicolas Celaya, action press)

Zu den Faktoren, die man nicht beeinflussen kann, zählen das Alter, das Geschlecht, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn sowie eine positive Familienanamnese. Hierbei unterscheidet man zwischen sehr seltenem, „erblichen Darmkrebs“, der bereits im jungen Erwachsenenalter auftritt und bei dem meist mehrere Familienangehörige betroffen sind, und dem „familiären Darmkrebs“ mit moderater Risikoerhöhung.

Zu den Risikofaktoren, auf die man Einfluss nehmen kann, zählen unter anderem Tabakkonsum, Übergewicht - dabei besonders Fett im Bauchbereich - außerdem regelmäßiger Alkoholgenuss, ballaststoffarme Ernährung und Bewegungsmangel, wobei schon leicht moderate Aktivitäten einen schützenden Effekt bewirken, wie die Referentin ergänzt. Dann erläutert Ulrike Haug die Bedeutung der Früherkennung. Darmkrebs entsteht langsam aus Vorstufen. Es lässt sich sagen, dass es bessere Heilungschancen für frühe Darmkrebsstadien gibt. Weil der Krebs langsam aus Vorstufen wie zum Beispiel Polypen entsteht, kann die Krankheit verhindert werden, wenn die Vorstufen in der Früherkennung erkannt und sie sofort entfernt werden können. Die zuverlässigste und effektivste Methode zur Früherkennung von Krebs und seinen Vorstufen ist die Darmspiegelung oder Koloskopie. Diese Darmspiegelung ist nicht ganz risikofrei, aber es gibt ein positives Nutzen-Risikoverhältnis. Seit 2002 wird die Darmspiegelung zur Früherkennung für Menschen ab 55 Jahren angeboten, aber nur etwa 15 Prozent der Anspruchsberechtigten haben dieses Angebot angenommen.

Eine weitere Methode zur Früherkennung ist ein Test, der auf verstecktes Blut im Stuhl hinweist. Seit April dieses Jahres gibt es einen neueren, immunologischen Test. Der  sei weniger störanfällig, habe eine höhere Erkennungsrate, sei zuverlässiger und einfacher -  und habe eine höhere Teilnehmerrate. Die Referentin macht deutlich, dass die Möglichkeiten, der Krankheit vorzubeugen und sie früh zu erkennen, bei Darmkrebs deutlich größer sind als bei anderen Krebserkrankungen.

Zum Schluss wirft Professor Ulrike Haug dann noch einen Blick in die Zukunft: Es ist geplant, in Deutschland ein „organisiertes Darmkrebs-Screening-Programm mit Einladungsschreiben“ zu etablieren. Der Zuspruch beziehungsweise die Teilnehmerzahlen  werden ihrer Ansicht nach beeinflussen, „wie viele Menschen zukünftig an Darmkrebs erkranken beziehungsweise sterben.“


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Leserkommentare
suziwolf am 23.10.2019 17:18
... und wer schon jetzt eine relativ hohe Rente bekommt, wird somit auch
r e l a t i v ... m e h r von einer Rentenerhöhung haben.
(Ab ...
Majajanosch am 23.10.2019 17:07
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