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Bürgerinitiative Blumenstraße
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Sorge vor zu starker Verdichtung im Bremer Viertel

Matthias Holthaus 15.05.2019 0 Kommentare

Wollen ein Wörtchen mitreden: die Mitglieder der Bürgerinitiative Blumenstraße verlangen eine behutsame Bebauung im Viertel.
Wollen ein Wörtchen mitreden: die Mitglieder der Bürgerinitiative Blumenstraße verlangen eine behutsame Bebauung im Viertel. (Roland Scheitz)

„Wir sind für die Schaffung von Wohnraum, aber warum so hoch?“, fragt sich Aleksandra Orcholski von der Bürgerinitiative Blumenstraße, nachdem sie und weitere Anwohnerinnen und Anwohner vor der Bürgerschaft auf ihre Lage aufmerksam gemacht haben. Denn an dem Platz, wo sich bis jetzt ein Garagenhof befindet, soll in nicht allzu ferner Zukunft ein mehrgeschossiger Wohnblock entstehen.

„Wir sind nicht gegen die Bebauung, sondern gegen diesen Entwurf“, stellt Initiativenmitglied Daniel Pflaum noch einmal klar. „Dieser Entwurf ist nicht maßstäblich und nicht geeignet für dieses Quartier, auch nicht in dieser Dichte. Die Grundfläche soll hier zu nahezu 100 Prozent bebaut werden.“ Und Aleksandra Orcholski ergänzt: „Wir befürchten einfach, dass die Verdichtung, die hier geschaffen werden soll, das Maß dessen, was das Quartier vertragen kann, deutlich überschreitet. Insbesondere weil es sich um einen Innenblockbereich handelt, den die Blumenstraße als Gasse durchschneidet.“

Bei der Höhe des geplanten Hauses orientiere sich der Entwurf am Haus Orcholskis in der Straße Am Steinernen Kreuz. „Diese Straße weist allerdings eine Breite von zehn Metern zwischen den Vorgärten auf und von Fassade zu Fassade sogar 20 Meter.“ Im Gegensatz dazu sei die Blumenstraße nur vier bis fünf Meter breit. Und die Höhe soll laut Aleksandra Orcholski 13,60 Meter betragen. Zwar sei geplant, das Gebäude ein wenig zurückzusetzen, um die Straße zu erweitern. „Das reicht aber nicht annähernd aus, um an dieser Stelle vergleichbare Verhältnisse zu schaffen und kann damit auch die Höhe nicht rechtfertigen“, meint Aleksandra Orcholski und findet: „Hier wird ein Sonderbaurecht geschaffen und das normale Baurecht ausgehebelt. Hier wird billige Kastenarchitektur geplant.“ Sie fühlt sich im Verlauf des Dskussionsprozesses nicht hinreichend beachtet: „Seit eineinhalb Jahren kämpfen wir nun um eine echte Bürgerbeteiligung.“

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Anwohner Nicolas Hrudnik fragt sich, warum es einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan geben müsse. „Ein normaler Bebauungsplan kostet Zeit und Geld“, beantwortet er seine Frage, „doch ist das schlimm, wenn das länger dauert?“ Initiativenmitglied Bettina Dettmers mahnt: „Wenn das hier durchkommt, schaffen wir einen neuen Präzedenzfall für weitere Bebauungen der Innenhöfe.“

Immer mehr Menschen würden den Umgang mit dem Viertel anprangern, meint Aleksandra Orcholski. „Uns geht es nicht darum, den Investor zu verprellen, sondern dass wir gehört werden. Wir sind nicht gegen Innenstadtverdichtung. Doch man muss mit Augenmaß verdichten.“

Daniel Pflaum will keine Konfrontation. „Wir haben von Anfang an gesagt: ,Warum nicht eine Etage tiefer?´, das ist ein Kompromiss. Wir sind auch nicht gegen eine Bebauung, der Hauptpunkt ist jedoch die massive Dichte.“ Doch die Initiative, die nach eigenen Angaben 40 Mitglieder stark ist, fühlt sich nicht wahrgenommen. „Wir haben das Gefühl, dass man uns gar nicht ernst nimmt.“ Bettina Dettmers macht ihrem Ärger Luft: „Es geht darum, eine Einigung zu finden. Und darum, dass hinter verschlossenen Türen Entscheidungen, selbst entgegen eigener Überzeugungen, durchgewunken werden.“

Um sich Gehör zu verschaffen, veranstaltet die Bürgerinitiative Blumenstraße am Donnerstag, 16. Mai, um 19.30 Uhr im Alten Fundamt, Auf der Kuhlen 1a, eine Podiumsdiskussion. Eingeladen sind der Bürgerschaftsabgeordnete Arno Gottschalk von der SPD, Robert Bücking, baupolitischer Sprecher der Grünen, Dirk Paulmann, der CDU-Vorsitzende im Beirat Mitte, Claudia Bernhard, baupolitische Sprecherin der Linken sowie Peter Zenner, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion in der Bürgerschaft. Es moderiert Klaus Wolschner, Journalist und ehemaliger Redakteur der taz.


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Leserkommentare
peteris am 23.10.2019 11:44
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suziwolf am 23.10.2019 11:40
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