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Stadtentwicklung im Viertel
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Viel Gesprächsbedarf um das geplante „Viertel-Hochhaus“

Matthias Holthaus 19.09.2019 1 Kommentar

Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion (von links): Sabine Hummerich, Hartmut Bodeit, Birgit Olbrich, Robert Bücking, Christoph Spehr und ­Susanne Kopp-Jäger.
Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion (von links): Sabine Hummerich, Hartmut Bodeit, Birgit Olbrich, Robert Bücking, Christoph Spehr und ­Susanne Kopp-Jäger. (MATTHIAS HOLTHAUS)

Das geplante Hochhaus in der Kohlhökerstraße sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Nicht nur die Bürgerinitiative Kein Hochhaus im Viertel sorgt sich um die „Erhaltung des Ostertors als städtisches Kleinod mit seinem ganz speziellen Viertelcharakter“, wie es im Einladungsschreiben zur jüngsten Podiumsdiskussion heißt. Der Einladung gefolgt sind Vertreter der CDU, der SPD, der Linken und der Grünen.

„Viele Bürger kommen und sagen, dass das in ihrem Viertel auch passiert“, sagt Susanne Kopp-Jäger von der Initiative. Deshalb hätten sie eingeladen, um zu erfahren, wie die Politik das Bauprojekt sieht.

Umnutzung erfordert enormen Aufwand

Robert Bücking von den Grünen sagt, die Bundesbank habe das Gebäude 2015 auf den Markt gebracht und wegen des großen Zuzugs von Flüchtlingen sei Wohnraum benötigt worden. „Ich fand es damals und finde es heute richtig, dass dort Wohnen ermöglicht wird.“ Den Bedarf an Wohnraum sieht auch Hartmut Brodeit (CDU): „Wenn wir in Bremen wachsen wollen, geht es wahrscheinlich nur in die Höhe. Doch wenn Flächen verkauft werden, sollten Beirat und Bürger einbezogen werden.“ Beiratsmitglied Birgit Olbrich (SPD) meint, ein klares Dafür und Dagegen gebe es nicht: „160 Wohnungen sind eine große Aufwertung statt des lange leer stehenden Kastens.“ Zwar sei eine Umnutzung des bestehenden Gebäudes aus ökologischer und ökonomischer Perspektive sinnvoll, würde aber auch einen enormen Aufwand bedeuten. Der neue Entwurf habe zudem mehr Freiflächen, „das ist ein Plus. Wir können es uns nicht erlauben, so viel Flächen in Stadt und Land zu verbrauchen.“ Die Frage der Umnutzung findet auch Christoph Spehr (Die Linke) wichtig, sagt aber auch: „Ich sehe dafür keine Möglichkeit.“ Man müsse besonders in der Innenstadt mit Bebauung behutsam umgehen und er meint: „Höher soll es nicht werden, aber auch nicht niedriger.“

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Sabine Hummerich von der Bürgerinitiative findet, es sei bemerkenswert, dass das Konzept der Umnutzung einfach ohne Gutachten vom Tisch gewischt werde. Und es habe auch niemand über eine Nutzung des Gebäudes durch die Behörden nachgedacht.

Ingo Kramer von der Bürgerinitiative meint, wenn der Leitgedanke der Politik sei, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, dann sei dieses Vorhaben hier verfehlt worden: „Die 25 Prozent sozialen Wohnungsbau werden von den übrigen 75 Prozent Wohnraum bezahlt. Diese Mieten werden sich die meisten Menschen im Viertel nicht leisten können und werden dem Mietniveau im Viertel schaden.“ Niemand bezweifle, dass das teure Wohnungen werden würden, sagt daraufhin Robert Bücking, nimmt jedoch die Überseestadt als Beispiel: „Dort waren das anfangs auch zehn bis zwölf Euro Miete pro Quadratmeter, doch wenn diese Mieter wieder ausziehen, ist das schon ein Euro weniger. Wir lassen hochpreisige Wohnungen zu, weil sich das irgendwann einpendelt.“ Argumente, die beim Publikum nicht recht verfangen wollen: „Das wird Auswirkungen auf den Mietspiegel haben“, heißt es da, „bezahlbarer Wohnraum ist nur durch städtischen Eingriff möglich.“

Landesdenkmalpfleger will nicht mehr als elf Etagen

Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki sagt: „Wir sind gegen den vorgelegten Entwurf, das Hochhaus muss niedriger werden. Wir können zähneknirschend mit elf Geschossen leben, mehr verträgt dieser Standort nicht. Und wir denken auch, dass Bremen das Ganze nicht vielleicht komplett in Frage stellen sollte.“

Ingo Kramer von der Bürgerinitiative schlägt dann einen Wettbewerb für die Umnutzung des Gebäudes vor. „Wenn man in der Lage ist, aus Bunkern Wohnraum zu machen, dann kann man das auch aus Bankgebäuden.“


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Leserkommentare
onkelhenry am 19.10.2019 18:12
74 Jahre SPD!

Nirgendwo ist die Kluft zwischen arm und reich größer.
Schlechte Wirtschaft, schlechte Bildung ... von vielen ...
peteris am 19.10.2019 17:47
Das Affentheater geht also in die nächste Runde. ...
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