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BI Leben im Viertel zieht in Beirat ein
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Wenig Überraschungen

Sigrid Schuer und Christian Hasemann 03.06.2019 0 Kommentare

Mitte. Östliche Vorstadt. Hastedt. Die Wahl der Beiräte offenbart im Bremen Mitte eine kleine Überraschung: Gemessen an den sehr deutlichen Zugewinnen der Bündnisgrünen in der Bürgerschaft legen sie im Vergleich mit den Ergebnissen von vor vier Jahren im Beirat Mitte gerade mal einen Sitz zu. Dort sind sie nun mit fünf Sitzen vertreten.

Das entspricht einem Stimmenanteil von 31,1 Prozent. Eine noch größere Überraschung gibt es im Beirat Östliche Vorstadt: Dort müssen die Bündnisgrünen sogar einen Verlust von sechs auf fünf Sitze hinnehmen. Für Spitzenkandidatin Alexandra Werwarth ist dies offenbar kein Grund zur Sorge: „Ich freue mich, dass wir in der Östlichen Vorstadt sogar noch Stimmen hinzu gewonnen haben“. Schade sei der Verlust eines Sitzes natürlich trotzdem.

SPD muss Federn lassen

Alexandra Werwath hat es genauso in den Beirat Östliche Vorstadt geschafft wie der Architekt und bisherige Beiratssprecher Steffen Eilers. Sie freut sich über das stärkste Personenstimmergebnis mit 1 344 Stimmen. Irmgard Lindenthal, ist für ihr Engagement in der zurückliegenden Legislaturperiode, nicht nur für frauenbewegte Themen, mit der Wiederwahl belohnt worden. Ebenso hat es Harald Klussmeier in den Beirat geschafft. Als Neuling in der Östlichen Vorstadt ist bei den Bündnisgrünen Sonja Terloh in den Beirat gelangt.

Weniger überraschend indes ist der Einzug in den Beirat von Stefan Schafheitlin, Spitzenkandidat der Bürgerinitiative „Leben im Viertel“, die bei diesen Beiratswahlen zum ersten Mal für die Östliche Vorstadt antrat. Aus dem Stand gab es 4,9 Prozent und einen Sitz. Zugleich dürfte das der Grund sein, warum die Grünen knapp den sechsten Sitz verpasst haben. Der Wunsch Schafheitlins war es, in einem politischen Gremium vertreten zu sein, um Einfluss auf die Entwicklung des Viertels nehmen zu können, was Müll und Lärm angeht.

Dagegen musste die SPD wiederum Federn lassen. Sie verliert in der Östlichen Vorstadt mit einer Einbuße von sieben auf jetzt 17 Prozent einen Sitz und ist nun nur noch mit drei Sitzen vertreten. Spitzenkandidatin Anke Kozlowski schaffte es erneut in den Beirat, genauso wie Rainer Ballnus, gefolgt von Janne Herzog. Die Linke liegt bei 19,5 Prozent, gewinnt einen Sitz hinzu und kommt damit jetzt auf vier Sitze. Helmut Kersting schafft ebenso den Wiedereinzug in den Beirat Östliche Vorstadt wie Birgit Menz. Weitere Sitze erhielten Annika Port und Christina Maria Müller.

Auf gleichem Niveau wie vor vier Jahren bewegt sich die CDU mit zwei Sitzen. Sie erhält 13,2 Prozent der Stimmen. Politikurgestein Peter Kadach, der mittlerweile seit Jahrzehnten für den Beirat wirkt, zieht genauso wie Klaus-Peter Jonitz wieder in das Stadtteilparlament ein. Jürgen Schultz ist dank seines persönlichen Ergebnisses von 40,5 Prozent der Stimmen für seine Partei im Beirat Östliche Vorstadt erneut für die FDP dort vertreten. Sie erreicht 3,7 Prozent. Die Satirepartei Die Partei holt mit 3,2 Prozent einen Sitz für Aaron Teckemeier.

In Mitte: Wie die Bündnisgrünen holt auch Die Linke mit 23,7 Prozent einen Sitz mehr und liegt jetzt gleichauf mit der SPD, jeweils bei drei Sitzen. Mit ihren Stimmengewinn stehen die Chancen gut, dass der Beiratssprecher erneut von den Grünen gestellt wird. Die SPD konnte 18,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Vor vier Jahren lag sie noch bei 24,4 Prozent. Mit Holger Ilgner, Birgit Olbrich und Michael Steffen sind erneut drei alte Bekannte im Beirat Mitte vertreten.

Auch die CDU holte mit rund 18 Prozent wieder drei Sitze, die von Spitzenkandidat Dirk Paulmann, Ingrid Kreiser-Saunders und Ann-Kathrin Mattern bekleidet werden. An erster Stelle der fünf Sitze der Bündnisgrünen steht Spitzenkandidatin Waltraut Steimke, gefolgt von Jonas Friedrich und Astrid Selle sowie Joachim Werner Musch und dem Neuling Insa Drechsler-Konukiewitz.

Für die Linke sind im Stadtteilparlament Mitte erneut Matthias Rauch sowie Jörg Windszus und Kerstin Posch vertreten. Die FDP holte 5,8 Prozent der Stimmen. Mit einem für ihn persönlich sehr guten Ergebnis von 66,2 Prozent zieht Peter Bollhagen erneut in den Beirat Mitte ein.

Im Beiratsbereich Hemelingen, zu dem auch der Ortsteil Hastedt gehört, bleibt die SPD stärkste Kraft, erreicht aber nur noch 28,2 Prozent der Stimmen und ist somit die große Verliererin. Demnach bedeutet dies, dass die SPD nach derzeitigem Stand zwei Sitze verlieren wird. Die CDU konnte von dem Stimmenverlust der anderen großen Volkspartei und der höheren Wahlbeteiligung nicht profitieren. Entgegen dem stadtweiten Trend verliert sie in Hemelingen knapp drei Prozentpunkte.

Als Gewinner dürfen sich auch in Hemelingen die kleinen Parteien fühlen: Mit der FDP, der AfD und der Partei ziehen gleich drei Parteien neu in den Beirat ein. Künftig sind sieben Parteien zu koordinieren.

Mit Blick auf die Ortsteile zeigt sich Hemelingen als ein geteilter Stadtteil: Im Hastedt sind die Grünen mit 26,3 Prozent der Stimmen die stärkste Partei. Die Linken kommen dort auf gute 15 Prozent, während die AfD nur 4,4 Prozent der Stimmen für sich verbuchen konnte. Ganz anders das Bild im sozial benachteiligten und direkt benachbarten Ortsteil Hemelingen. Hier kommt die AfD auf 11,1 Prozent Wählerstimmen, die Grünen auf vergleichsweise geringe 14,6 Prozent. In den ehemaligen Dörfer Arbergen und Mahndorf, traditionell eher bürgerlich wählend, erlangte die CDU die meisten Wählerstimmen – jeweils etwas mehr als 31 Prozent. Die Linken konnten in diesen Ortsteilen dagegen nur schwach punkten. Sie kommen auf 7,5 Prozent in Arbergen und 5,7 Prozent in Mahndorf.

Der bisherige Beiratssprecher Uwe Jahn (SPD) freut sich auf spannende Beiratsarbeit, mit einer Einschränkung: „Auf die AfD freue ich mich nicht.“


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?
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