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Crowdfunding fürs Bettenhaus
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„Wir werden das stemmen!“

Matthias Holthaus 05.02.2018 1 Kommentar

MIT / Initiative Genossenschaft Bettenhaus / Gelände Klinikum Mitte
Hartwig Gerecke (von links), Astrid Thomsen, Peter Bargfrede und Margot Müller von der Stadtteilgenossenschaft Hulsberg sind optimistisch, dass es klappt mit dem Crowdfunding fürs Bettenhaus. (Walter Gerbracht)

Ein Kurzurlaub, Überraschungsdinner oder Briefmarken mit dem Bild des Bettenhauses auf dem Gelände des Klinikums Bremen-Mitte: Das Crowdfunding für das „vertikale Dorf“ und somit für das Wohnprojekt der Stadtteilgenossenschaft Hulsberg kommt in die heiße Phase. Wer das Projekt unterstützen möchte, gibt nicht nur Geld, sondern bekommt auch etwas zurück. „Eine Reise für zwei Personen an die niederländische Küste, mit Fahrer“ gebe es etwa für 450 Euro, erzählt Hartwig Gerecke von der Stadtteilgenossenschaft. Und die Überraschungsdinner für vier und für sechs Personen, die für 450 und 650 Euro Unterstützung ausgelobt sind, bieten ebenfalls eine Besonderheit: Die Genossenschaft organisiert alles, und eine Köchin kommt ins Haus der Spenderin oder des Spenders.

Noch bis Donnerstag, 15. Februar, kann man die Stadtteilgenossenschaft mit einem Betrag unterstützen. Bis dahin sollen 6000 Euro zusammenkommen, die anschließend für die Machbarkeitsstudie ausgegeben werden sollen: Dann kommen Architekten, Genossenschafts- und Finanzexperten zusammen, um die Möglichkeiten einer Nutzung des Bettenhauses zu prüfen.

Bezahlbar soll es sein

„Wir wollen, dass Leute aus unterschiedlichen Schichten zusammenkommen“, erläutert Astrid Thomsen von der Stadtteilgenossenschaft ein Ziel der Initiative. „Bezahlbare Wohnungen für Menschen in unterschiedlichen wirtschaftlichen Lagen und mit geringem und mittlerem Einkommen“, heißt es seitens der Genossenschaft. Daneben interessiere sich die Bremer Heimstiftung für einen Ort, an dem Tages- und Kurzzeitpflege praktiziert werden könne, die Innere Mission könne sich vorstellen, dort eine Behinderten-WG aufzumachen und mit der Gewoba sei die Initiative ebenfalls im Gespräch, sagt Astrid Thomsen.

Klar ist auch der Stadtteilgenossenschaft: Das wird nicht billig. Ebenso klar ist der Genossenschaft aber auch: „Wir wollen das Bettenhaus nicht umbauen, wenn wir das ­finanziell nicht stemmen können. Deshalb ist das Crowdfunding auch so wichtig, um vernünftig kalkulieren zu können“, sagt Margot Müller, eine weitere Gründerin der Genossenschaft.

Mit einem zweistelligen Millionenbetrag rechnet die Initiative, um die knapp 12 000 Quadratmeter, einschließlich Keller, in ein vielfältiges Wohnprojekt umzuwandeln. Durch die Genossenschaftsmitglieder, Fördertöpfe, projektbezogene Darlehen, Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau und Förderungen der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW-Bank) soll diese Summe aufgebracht werden.

Die Stadtteilgenossenschaft ist von ihrem Vorhaben überzeugt: „Das Bettenhaus abzureißen, wäre fatal“, sagt Astrid Thomsen. Allein schon aus ökologischen Gründen sei ein Abriss nicht vertretbar. „In Deutschland gibt es kaum noch Sand“, sagt sie, „und bei einem Abriss gäbe es Schutt ohne Ende.“ Unter klimatischen und ökologischen Gesichtspunkten sei ein Abriss ungünstig: „Es kann nicht sein, dass man erst alles platt macht und hinterher über die Konsequenzen staunt.“ Die Genossenschaft hingegen habe vor, nur so viel abzureißen wie notwendig. Außerdem sieht die Stadtteilgenossenschaft ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Parkhaus und Bettenhaus: „Es heißt immer ,Entweder oder‘. Wir wollen aber nicht, dass das gegeneinander ausgespielt wird. Wir wissen um die schwierige Parkplatzsituation und verstehen die Sorgen. Vielmehr sollten innovative Mobilitätskonzepte in Betracht gezogen werden.“ Schade sei, dass das Mobilitätskonzept für das entstehende neue Hulsberg-Viertel nicht vorankomme. Peter Bargfrede ist der Ansicht, die Mobilität der Zukunft sei im Konzept der Krankenhausgesellschaft „Gesundheit Nord“ (Geno) nicht berücksichtigt: „Shuttlebusse, ÖPNV, außerdem steigen viele junge Leute inzwischen vom Auto auf andere Möglichkeiten um.“ Für ihn steht fest: „Die Geno ist total überfordert.“ Margot Müller sieht daher auch die Zusammenarbeit mit anderen Ortsteilen als Voraussetzung an: „Es geht nicht nur ums Bettenhaus, sondern um das ganze Viertel.“

Dass sich die weitere Planung durch die länger währende Nutzung des Bettenhauses durch die Geno nun weiter verzögert, findet die Hulsberg-Initiative nicht problematisch: „Die Genossenschaft hat das gut weggesteckt, und weitere Pläne werden entwickelt“, sagt Astrid Thomsen. „Wir werden das stemmen!“


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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