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Viel Lob im Beirat für Pilotprojekt in Schwachhausen / Stadtteilparlament stimmt grundsätzlich für Fortsetzung
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Anwohner wollen Spielstraßen behalten

Andreas Becker 26.09.2011 0 Kommentare

Allerdings will man den dreimonatigen Probelauf nicht aus dem Stand verlängern, ohne den Anwohnern die Gelegenheit zu geben, Einwände zu äußern. Nach einem einstimmigen Beschluss bekräftigt der Beirat seinen bereits gefassten Beschluss zur Einrichtung von temporären Spielstraßen. Er spricht sich dafür aus, das Projekt zunächst bis zum 31. März 2012 zu verlängern. Gehen bis Ende Oktober massive Einwände im Ortsamt ein, dann wird das Stadtteilparlament erneut beraten.

An dem Pilotprojekt der temporären Spielstraßen beteiligen sich seit Anfang August die Max-Reger-Straße sowie die Rembrandt- und die Schumannstraße. Mittlerweile hat sich das Modell auf die Neustadt ausgeweitet. Die Straßen werden einmal wöchentlich für drei Stunden für den Auto- und Lkw-Verkehr gesperrt, damit die Kinder ungefährdet spielen können. Begleitet wird die Aktion vom Verein Spiellandschaft Stadt, der mit seinem Spielmobil vor Ort ist.

Parallel zur Verlängerung des Projekts solle eine Befragung in den betroffenen Straßen stattfinden. Tamara Duffner-Hüls vom Amt für Soziale Dienste berichtet, dass ihre Behörde bereits dabei sei, einen Fragebogen zu entwerfen. Der neue Beiratsbeschluss mache weitere Fragen erforderlich, die zunächst abgestimmt werden müssten. Danach werde der Fragebogen an ein paar ausgewählten Familien "getestet".

Verlässliche Zahlen

Mittlerweile liegen auch die ersten verlässlichen Zahlen über die Nutzung vor. Laut Tamara Duffner-Hüls lockt das Angebot in der Rembrandtstraße bisher im Schnitt 15 bis 40 Kinder pro Woche an. Dazu kommen zwischen fünf und 20 Erwachsene. "Insgesamt sind das rund 190 Personen", so Duffner-Hüls. In der Max-Reger-Straße haben bisher mehr als 200 Personen die Spielstraße in Anspruch genommen. Als Ergebnis von sechs Zählungen spielen im Schnitt wöchentlich zwischen 15 und 30 Kinder auf Fahrbahn und Bürgersteigen. In der Schumannstraße sind es 20 bis 40 Kinder sowie 15 bis 20 Erwachsene. Nach Angaben von Tamara Duffner-Hüls wird das Projekt aus den Zuweisungen der Kinder- und Jugendmittel finanziert, die maßgeblich vom Beirat verteilt werden. "Wenn es gewünscht wird, kann das Projekt fortgesetzt werden", sagt die Behördenvertreterin. Allerdings müssten die Familien und die anderen Anwohner dahinterstehen.

In der Aussprache äußerten sich die Betroffenen durchweg positiv. Ein Anwohner aus der Rembrandtstraße sagte, eine große Mehrheit sei für die Fortsetzung. "Die Kinder freuen sich und viele Erwachsene auch. Man trifft sich und trinkt ein Feierabendbier zusammen." Es habe sich nicht nur eine Spielstraße, sondern ein echtes Miteinander entwickelt. "Sollte das Geld fehlen, machen wir das auch eigenverantwortlich weiter", sagte er.

Auch die Regelung, während der Spielzeit woanders zu parken, habe sich unter den Nachbarn eingespielt. Das Problem seien andere Autofahrer, die sich über die vielen freien Plätze freuten und ihr Auto dort abstellten. Er plädierte dafür, Ersatzflächen zum Parken einzurichten, da es sich um ein Mischgebiet mit Gewerbe handele.

Auch eine Anwohnerin aus der Schumannstraße sprach sich dafür aus, das Projekt fortzusetzen: "Die Spielstraße ist nicht mehr wegzudenken. Wir wollen auf jeden Fall weitermachen", sagte sie. "Die Nachbarschaft ist auf den Beinen und genießt es." Dabei habe sich in der kurzen Zeit ein neuer Zusammenhalt entwickelt. Interesse an dem Projekt äußerten auch Anwohner der Saarbrückener und der Holbeinstraße, die bislang noch keine Spielstraßen sind.

Der Einsatz der Anwohner machte sichtlich Eindruck auf die Beiratsmitglieder. "Was spricht eigentlich gegen die Fortsetzung des Projekts?", fragte Hans-Peter Weigel (Grüne) in die Runde. Gerhard Scherer (CDU) brachte eine Verlängerung bis Ende März 2012 ins Spiel. Beiratssprecherin Barbara Schneider (Grüne) und Ansgar Matuschak (CDU) plädierten dafür, bis zur unbefristeten Ausweitung die Anwohner-Befragung abzuwarten. "Wir sollten das beschlossene Verfahren einhalten, um sauber zu arbeiten", so Schneider.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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