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Schwachhauserin Maria von Bismarck führt am 6. August ihre Inszenierung von Joseph Haydns „Die Schöpfung“ in Osterholz auf
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Adam, Eva und arabische Klänge

EDWIN PLATT 03.08.2017 0 Kommentare

Die Schöpfung, Erfolgsinszenierung kommt nach Osterholz // Die Fotos stammen von Edgars Bunga und sind während der Probe
Maria von Bismarck bei den Proben zur neu erarbeiteten Aufführung. (Edgars Bunga)

Und das sollen auch die Zuschauer in Osterholz bald durch die erneute Aufführung ihrer Inszenierung der „Schöpfungsgeschichte“ erfahren.

Für Maria von Bismarck aus Schwachhausen habe es vor zwei Jahren seinen Lauf genommen, berichtet sie. Damals, als sie der trennenden Debatte um die Unterschiedlichkeit der Religionen im Zusammenhang mit dem Zuzug Geflüchteter etwas entgegensetzen wollte.

Der Gedanke an eine religionsverbindende Inszenierung habe sie ein Jahr lang dazu angetrieben, Gelder einzuwerben, berichtet von Bismarck. Im Herbst 2016 fanden demnach erste Gespräche statt, um Orchester, Sänger, Chöre und Darsteller zu finden. Bald darauf, im Januar 2017, gab es erste Proben. Auch konnte sie die Bremer Kantorei St. Stephani gewinnen, mit Tim Günther als Dirigent. Sie fand Schüler aus der ­Oberschule an der Koblenzer Straße, die Fluchter­fahrungen aus Syrien und Afghanistan ­teilten. Und sie konnte Instrumentalisten ­gewinnen, die in klassischer und arabischer Musik ausge­bildet waren, und auch Sänger – darunter Corinna Reynolds, Clemens Löschmann, Lars Grünwoldt, Rahib Lahoud und Sema Mutlu, die Perkussionisten Gerd Seemann und Mohanad Akkash, weiter ­Julians ­Busse am Klavier sowie die Musiker Marko ­Gartelmann und Bezad Rooshanpour.

Jugendliche bringen ihr Wissen ein

Musikalische Grundlage der szenischen Darstellung wurde Joseph Haydns Musik zur Schöpfung. Und dabei sollte Freiraum bleiben für eine klassisch europäische Spielweise sowie für arabische Interpretationen. Für die Szenen habe sie ein eigenes Konzept, sagt sie. Die Jugendlichen sollten ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit in die Szenen einbringen können, die aufgeführt werden sollen.

Darin geht es um Himmel und Erde, Explosionen von Planeten, den ersten Wind, das Licht und das entstehende Meer und schließlich um die ersten Menschen, Adam und Eva, und die Liebe. „Jede Probe kostet Geld“, sagt Maria von Bismarck. Denn auch Profis sind am Werk. Im Januar  starteten Zusammentreffen und szenische sowie ­musikalische Proben. Am 2. April war Premiere der religionsverbindenden Inszenierung von „Die Schöpfung“ in der Kulturkirche St. Stephani, mit weiteren zwei Aufführungen an den folgenden Tagen. Ausverkauft war die erste, ausverkauft die zweite, und auch die dritte Vorstellung in St. Stephani war es. Doch die jugendlichen Geflüchteten aus Syrien und Afghanistan wollten mehr zeigen.

Maria von Bismarck weiß um die Herausforderungen, die die Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 25 Jahre bei den Proben hatten, zum Beispiel damit, sich zu kon­zentrieren, Ruhe zu halten, sich bei Konflikten zu vertragen, einander gegenseitig zu akzeptieren, ihre religiöse Position zu ­finden, eine Vorstellung von der Schöpfung zu ­entwickeln und diese darzustellen. Her­ausgekommen waren damals drei ausverkaufte Aufführungen. Einen Erfolg erwarten alle Beteiligten nun auch für die anstehende Präsentation auf der Osterholzer Bühne.

Von Bismarck sieht das Projekt „Die Schöpfung“ bereits jetzt als Erfolg. Unter den Mitwirkenden sei die Aufgeschlossenheit gegenüber Andersgläubigen von vornherein groß gewesen, sagt sie. Mit der Zusammenarbeit seien neue Freundschaften entstanden, und die Teilnehmer hätten sich bei der Zusammenarbeit Wissen über die gleichen religiösen Ursprünge aneignen können.

Ort der Aufführung in Osterholz ist die Melanchthon-Gemeinde, wo auch Flüchtlinge aktiv sind, die beim Stück mitwirken. Es könnte fast ein Heimspiel werden in einem Stadtteil, der große Bereitschaft zeigt, Geflüchteten nicht nur Unterkunft zu ­gewähren, sondern sie auch über Kultur und Kunst in die Gesellschaft zu integrieren. Es wird bei der Aufführung ermäßigte Eintrittspreise geben.

Das Stück „Die Schöpfung“ wird am Sonntag, 6. August, um 18 Uhr, in der Osterholzer Heerstraße 124 aufgeführt. Der Eintritt kostet zehn Euro, ermäßigt fünf Euro.

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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
Schüler brauchen keine Erhebungen und sie sollten nicht als Versuchskaninchen herhalten müssen.

Grundschüler brauchen Unterricht, der ...
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