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BI Pro Unibad fordert Überarbeitung des Bäderkonzepts

Gerald Weßel 13.06.2018 0 Kommentare

Wollen das Unibad saniert und beibehalten behalten wissen Protest aus ganz Bremen
Wollen das Unibad saniert und beibehalten behalten wissen Protest aus ganz Bremen (PETRA STUBBE)

Seine Stunden sind gezählt: Das Unibad begleitete die Universität Bremen durch ihre Geschichte, doch wenn es nach dem neuen Bäderkonzept der Landesregierung geht, ist damit bald Schluss. Die Initiative Pro Unibad (BI) will dies verhindern. Nicht nur die Schließung stößt ihnen böse auf, sondern auch die in die Höhe schießenden Kosten des Bäderkonzepts, dass neben der Schließung des Unibades einen groß angelegten Umbau des Horner Bades vorsieht.

Das Gesamtvolumen der Maßnahmen des Bäderkonzepts beträgt 39 Millionen Euro. 13,7 Millionen Euro entfallen auf den Neubau der Schwimmstätte in Walle. Die 25,3 Millionen Euro für das geplante Kombi-Bad in Form eines Frei- und Hallenbades mit zehn 50-Meter-Bahnen setzten sich wie folgt zusammen: 19,5 Millionen Euro sind für die Halle, 4,6 Millionen für den grundlegenden Umbau des Freibades sowie 1,2 Millionen Euro für die künftige Verkehrsanbindung Umgestaltung des Bad-Vorplatzes vorgesehen. Dabei waren die Kosten anfangs nicht auf 25,3 sondern auf nur insgesamt zehn Millionen, später mit 14,6 Millionen angesetzt worden. Heute betragen sie fast das Dreifache der einst geplanten Summe. Nach einem Gutachten, aus dem die BI zitiert, würde eine Sanierung von Unibad und Horner Bad selbst unter schlechtesten Bedingungen höchstens 18 Millionen Euro kosten.

BI befürchtet Preisanstieg

Seit kurzem sei nun auch bekannt, dass die Betriebskosten der Neubauten deutlich höher lägen, als gedacht, eröffnet Stefan Quass von der BI vor der Tür der Schwimmstätte an der Universität in Horn-Lehe. Die Initiative hat dorthin geladen, um einen Spaziergang von hier bis zum Horner Bad zu unternehmen. „Bei den Kostenzunahmen scheint das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht zu sein“, sagt Stefan Quaß. Unter anderem verwirre ihn auch sehr, dass bis heute kein Bauantrag gestellt worden sei. „Das wäre eigentlich wirklich mal Zeit“, so Quaß weiter. Die Bauarbeiten sollten ja in Horn nach dem Ende der diesjährigen Freibadsaison beginnen.

Wenn es nach den Mitspazierenden geht, soll es dazu nicht kommen. Gut zwei Dutzend Personen versammeln sich mittags am Unibad und machen sich auf den Weg. Eine von ihnen ist Lynne Brauer aus Horn. „Das Unibad ist unheimlich wichtig“, betont sie, die jeden Tag hier vor der Arbeit schwimmen geht. Vor allem für die Vereine und Schulen sei das Bad mit seinen 50 Meter langen Bahnen schlicht unverzichtbar. So lerne ihre Tochter als Mitglied des Vereines Störtebeker Bremer Paddelsport hier das Kentern. „Das ist lebensnotwendig“, sagt sie und verweist auf die ansonsten nur schwer erreichbaren Übungsstätten. Eine Schließung des Unibades würde ihrer Ansicht nach für Chaos sorgen. Man habe ja, als das Unibad zeitweise einmal geschlossen war, schon einmal gesehen, dass die anderen Bremer Bäder den Ansturm von Privatleuten, Vereinen und Schulen nicht auffangen könnten. „Uns ist egal, ob da mal eine Fliese im Becken kaputt ist“, stellt sie klar. „Wir wollen unsere 50 Meter Bahnen.“ Der ehemalige Horn-Leher Beiratssprecher Stefan Quass (CDU) berichtet, dass er schon mit seinem Sohn hier schwimmen gewesen sei. Es liege den jungen und auch den älteren etwas am Unibad, berichtet Martin Schultz von der BI. Er selbst habe die Geschichte des Unibades von Anfang an mitbekommen, an der Universität studiert und seinen zwei Kindern hier das Schwimmen beigebracht. Hauptargument zur Rettung des Bades ist für ihn die Erreichbarkeit. „Man ist von überall in Bremen sehr schnell hier.“ Das Unibad sei nicht nur ein Schwimmbad, sondern ein Bindeglied zwischen Bremerinnen und Bremern an die Universität.

Meike Austermann-Frenz aus Schwachhausen betont ebenfalls, dass das Bad ein Ort für alle Bremer sei. „Klar ist es sanierungsbedürftig“, räumt sie ein. „Energetisch ist da sicher einiges zu erneuern.“ Dies sei aber kein Grund das Bad zu schließen. Im Vergleich mit anderen Bädern in Deutschland, die sie aus dem Urlaub kenne, sei das Unibad selbst im jetzigen Zustand noch gut in Schuss. Bremen sei verpflichtet, das Unibad geöffnet zu halten. „Die geplante Schließung ist eine unsägliche Entscheidung“, ist für sie klar. „Das Bäderkonzept muss überdacht werden", lautet also die Forderung. Martin Schultz weiß von einer Frau zu berichten, die seit 30 Jahren im Unibad jeden Tag schwimmen gehe. Die heute über 80jährige habe ihm berichtet, dass im Unibad über die Jahre so manche Sache vernachlässigt worden sei. „Schon auffällig“, gibt er zu Bedenken. „Man will das schnell vom Tisch haben." Es fehle den Koalitionsparteien schlicht der Mut vor den Bürgern einzugestehen, dass man sich mit dem Bäderkonzept geirrt habe.

Aus Sicht des zuständigen Sportressorts hat sich an der Ausgangslage indes nichts geändert. "Das Konzept, was inzwischen mit Geld hinterlegt ist, steht", sagte ein Sprecher. "Es hat sich nichts am Bad geändert."


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
Inwiefern wurden denn die Gehälter der Pflege in Kliniken gedrückt? Der TVÖD Pflege in den Kliniken wurde nicht gesenkt. Das ist auch richtig so. Nur ...
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