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Förderprogramm für Quartiere
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Hilfe für Hammersbeck

Michael Brandt 23.09.2019 0 Kommentare

In ein Problemgebiet, wie Lüssum möchte der Rot-Grün-Rote Senat investieren.
In ein Problemgebiet, wie Lüssum möchte der Rot-Grün-Rote Senat investieren. (Christian Kosak)

Der rot-grün-rote Senat steckt mehr Geld in die Nordbremer Problemgebiete. Die Mittel für die Quartiere, die Geld aus dem Programm „Wohnen in Nachbarschaften“ (Win) bekommen, werden mithilfe einer neuen Finanzstruktur faktisch angehoben. Das jedenfalls planen die grünen Senatorinnen Anja Stahmann (Soziales) und Maike Schaefer (Stadtentwicklung). Im Zuge des Ausbaus sollen Stellen aufgestockt werden. Und zwei Quartiere erhalten eine Art Win-Anwärterschaft: die Alwin-Lonke-Straße in Grambke und die Kaspar-Ohm-Straße in Hammersbeck.

Sogenannte Win-Gebiete gibt es in Bremen-Nord seit Jahren in Lüssum-Bockhorn, Grohn, Marßel und Blumenthal. Dort werden Gemeinschaftsaktionen, Kurse, Gesprächskreise und ähnliche Aktivitäten organisiert. Die Angebote haben die Aufgabe, die Gemeinschaft zu festigen. Der Evaluationsbericht eines Berliner Büros, der jetzt für ganz Bremen vorliegt, gibt dem Programm „Wohnen in Nachbarschaften“ gute Noten und schlägt den Ausbau vor.

Veränderung bei der Finanzierung

Der wichtigste Schritt, sagt Bernd Schneider, Sprecher von Sozialsenatorin Anja Stahmann, ist aber eine strukturelle Veränderung bei der Finanzierung. Denn es ist geplant, die Projekte, die langfristig laufen, aus der Win-Projektförderung herauszunehmen und in ein eigenes Landprogramm zu übernehmen. Je nach Gebiet mache dies zwischen 50 und 70 Prozent der Förderung aus, so Schneider. Die Quartiersmanager und -foren bekommen so mehr Luft, neue Vorhaben anzuschieben und auszuprobieren.

Grundsätzlich ist künftig eine Förderung in folgender Höhe vorgesehen: Lüssum-Bockhorn bekommt 150 000 Euro im Jahr, Grohn, Marßel und Blumenthal erhalten je 75 000 Euro. In Marßel wird die Stelle des Quartiersmanagers auf eine volle Stelle aufgestockt. Das Win-Quartier dort ist bisher nur mit wenigen Stunden ausgestattet. Und auch in Blumenthal, wo bisher das Quartiersmanagement über 30 Stunden verfügt, wird aufgestockt. Schneider betont dabei, dass die Personalkosten für die Quartiersmanager nicht zulasten des Projekttopfes gehen sollen.

Konzept wird entwickelt

Wie künftig die konkrete Aufbau-Strategie für die Alwin-Lonke-Straße und die Wohnblöcke an der Kaspar-Ohm-Straße aussehen soll, ist laut Bernd Schneider noch offen. Dafür werden seinen Worten nach noch Konzepte entwickelt. Weil im kommenden Jahr – das zeichnet sich schon jetzt ab – eine haushaltslose Zeit droht, werde jedoch versucht, erste Entscheidungen, die diese Straßen betreffen, noch in diesem Jahr zu treffen. Alle Koalitionspartner seien sich jedenfalls einig, dass in diesen Quartieren etwas getan werden muss.

Um herauszufinden, welche Quartiere neu aufgenommen werden sollen, hatten sich die Gutachter das „Monitoring Soziale Stadt“ angesehen, das erstmals seit 2013 vorliegt. Darin werden – für die gesamte Fläche der Stadt – vier Werte erhoben und verglichen: der Sprachförderbedarf, die Bildungsabschlüsse (Nicht-Abiturquote), sowie die Zahl derer, die als Kinder und als Erwachsene Hilfe vom Staat in Anspruch nehmen. So seien die Gutachter auch zu dem Schluss gekommen, dass Blumenthal und Marßel stärkere Unterstützung benötigen als bisher. Mit den detaillierten Ergebnissen der Untersuchung wollen Vertreter der Behörden auch durch die Beiräte ziehen, um die Fragen, die sich daraus ergeben, vor Ort zu diskutieren.

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Zwei Beispiele dazu: In Lüssum ist die Bevölkerung im Zeitraum 2014 bis 2017 um 5,8 Prozent gewachsen. Überwiegend sind es Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die hierhergezogen sind. Die Zahl der Mädchen und Jungen unter 15 Jahren, die auf Hilfe vom Staat angewiesen sind, ist um 40,3 Prozent gestiegen. Entsprechend lang ist die Liste der inhaltlichen Problemfelder, die die Mitarbeiter des Gutachterbüros definiert haben. Sie reichen von der Kinderarmut über die Stigmatisierung aufgrund des Wohnortes bis hin zur Abschottung der Nationalitäten.

In Marßel sehen die Grundprobleme zwar ähnlich aus, es gibt aber andere Vorzeichen. So ist die Bevölkerungszahl beinahe gleich geblieben, aber es hat offenbar ein Austausch stattgefunden: Der Anteil von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit ist um knapp 30 Prozent gestiegen. So warnen die Gutachter auch explizit davor, dass hier die Akzeptanz von Zuwanderung in der Bevölkerung abnimmt. Auch das subjektive Sicherheitsempfinden ist ein Thema mit zunehmender Bedeutung, ist dem Evaluationsbericht zu entnehmen.

Ende dieses Jahres läuft das Win-Programm aus. Dass es danach – in der Richtung, die die Gutachter jetzt vorschlagen – weitergeht, daran lässt Anja Stahmann aus ihrer Sicht keinen Zweifel: Das Programm sei „ein ganz besonders wichtiger Baustein für eine soziale und gerechte Stadtentwicklung“. Und noch eines: „Die Herausforderungen von Integration und Teilhabe in den Gebieten haben sich mit der verstärkten Zuwanderung ab 2015 noch einmal deutlich vergrößert.“


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Leserkommentare
suziwolf am 18.10.2019 17:40
@Posaune ...

Es kann aber [doch] sein,
dass aus „Luftschlössern“
... „Lustschlösser“ werden.

Im Sinne von ...
suziwolf am 18.10.2019 17:36
@s+j ...

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