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Müllbeseitigung durch Langzeitarbeitslose ausgeweitet

Maren Brandstätter 21.10.2018 0 Kommentare

Wünscht sich für das Programm zur Müllbeseitigung durch Langzeitarbeitslose eine längere Perspektive: Wirtschafts- und Arbeitssenator Martin Günthner.
Wünscht sich für das Programm zur Müllbeseitigung durch Langzeitarbeitslose eine längere Perspektive: Wirtschafts- und Arbeitssenator Martin Günthner. (Maximilian von Lachner)

Vermüllte Grünflächen, Straßen und Spielplätze sind ein Dauerthema in Bremens Beiräten. Seit Kurzem steuert das Land Bremen mit dem sogenannten PASS-Programm gegen das Ärgernis. PASS steht für Perspektive Arbeit Saubere Stadt und bietet Langzeitarbeitslosen eine sozialversicherungspflichtige Anstellung mit dem Schwerpunkt Müllbeseitigung. Insgesamt 130 Männer und Frauen aus Bremen und Bremerhaven nehmen an dem Projekt teil, vier von ihnen sorgen seit August in Oberneuland und in Horn-Lehe dafür, dass achtlos weggeworfener Abfall dort landet, wo er hingehört.

Ursprünglich lagen im Fokus des zuständigen Arbeitsressorts sozial benachteiligte Stadtteile, in denen das Programm greifen sollte. Bei den Ortsamtsleitern Inga Köstner (Horn-Lehe), Jens Knudtsen (Oberneuland) und Gernot Neumann-Mahlkau (Borgfeld) sorgte diese Form der Selektierung allerdings für Unverständnis. „Müllprobleme enden nicht an Stadtteilgrenzen“, argumentiert Köstner.

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Sie sei daher mit ihren Kollegen im Ressort vorstellig geworden, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch der Bremer Nordosten Bedarf in Sachen Sauberkeit habe. Mit Erfolg. Alle zwei Wochen ist das vierköpfige Mitarbeiterteam des Beschäftigungsträgers bras e.V.  jeweils für zwei bis drei Tage in Horn-Lehe und Oberneuland im Einsatz. In Borgfeld hat die Gröpelinger Recycling Initiative (GRI) die Trägerschaft für ein weiteres Team übernommen.

An seinen Einsatztagen arbeitet das PASS-Team eine feste Route ab, die sich allerdings je nach Bedarf auch ändern kann, berichtet bras-Geschäftsführer Kai Hausen. In Horn-Lehe liege auf dieser Route zurzeit der Hollergrund, das Bunsenquartier und die Slipanlage am Unisee. In Oberneuland sei der Tillingweg, der ehemalige Sportplatz an der Mühlenfeldstraße, der Vorfluter am Holler Fleet und die Grünfläche an der Franz-Schütte-Allee in Höhe des Bremischen Schwimmvereins im Fokus der Mitarbeiter.

Keine Selbstverständlichkeit

Ganz einfach gestalte sich die Auswahl der Einsatzorte allerdings nicht, erzählt Hausen. Insbesondere seit Gründung der Bremer Stadtreinigung müsse man im Vorfeld sehr genau überprüfen, welcher Bereich in wessen Zuständigkeit falle, damit es keine Überschneidungen gebe. Inga Köstner hofft dennoch, dass die Horn-Leher Bürger im Ortsamt Meldung machen, wann immer ihnen irgendwo erhöhtes Müllvorkommen auffällt. „Ob dort dann immer das PASS-Team zum Einsatz kommt, kann ich wegen der unterschiedlichen Zuständigkeiten nicht versprechen“, sagt sie. Wichtig sei dennoch, dass das Ortsamt Kenntnis über alle potenziellen Einsatzgebiete erhält, um handeln zu können.

Dass bras im Bremer Nordosten im Einsatz ist, ist keine Selbstverständlichkeit, erzählt Kai Hausen. Die Standorte der unterschiedlichen Betriebsstätten lägen allesamt in den Stadtteilen mit niedrigem Sozialindikator, sagt er. Das sei seinerzeit in den 1980er-Jahren so gewollt gewesen. Da die Mitarbeiter der Betriebsstätte Garten- und Landschaftsbau mit Sitz in Gröpelingen aber aufgrund eines Pflegevertrags mit der Bremer Universität ohnehin regelmäßig in Horn-Lehe seien, habe man sich entschieden, die PASS-Trägerschaft hier und im benachbarten Oberneuland zu übernehmen.

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Während zurzeit noch im 14-tägigen Rhythmus im Nordosten für Ordnung gesorgt wird, soll sich die Frequenz im kommenden Sommer deutlich erhöhen. „Aller Voraussicht nach wird das Team dann wöchentlich im Einsatz sein“, stellt Hausen in Aussicht. Für die Mitarbeiter biete das PASS-Programm eine gute Möglichkeit, dem Wunsch nach Tagesstruktur, einem kollegialen Umfeld und vor allem Anerkennung nachzukommen. Allerdings sei die Anstellung, die zu 100 Prozent vom Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen finanziert wird, von begrenzter Dauer. 2019 ende das PASS-Programm.

Senator Martin Günthner (SPD) erklärte im September beim Runden Tisch in Borgfeld allerdings, er hoffe auf eine Perspektive für die Beschäftigten für weitere fünf Jahre. Kai Hausen hofft auch darauf. Und auf ein Umdenken in puncto Kostenübernahme. Zwar bezahle das Arbeitsressort die Lohnkosten, „aber die anfallenden Sachkosten tragen wir“, erzählt der bras-Geschäftsführer. Ein Aspekt, der jetzt auch im Horn-Leher Beirat auf Kritik stieß, der das Projekt ansonsten ausdrücklich begrüßte. Die Fraktionen forderten den Senator daher in einem einstimmig verabschiedeten Antrag auf, sämtliche anfallenden Sachkosten für das PASS-Programm zu übernehmen.


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Leserkommentare
theface am 18.10.2019 20:54
Das kann so nicht stimmen, sonst wären SPD und Grüne ja nicht mehr in der Landesregierung.
Opferanode am 18.10.2019 20:48
Ich hatte die gleiche Frage. Aber eine vernünftige Antwort würde mir besser gefallen, als so schulmeisterlich daherzukommen, mit der Aufforderung, ...
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