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Sorge um Uni-Sportstätten

Maren Brandstätter 06.02.2019 0 Kommentare

Wie die Uni-Sporthallen ist auch der Sportturm dringend sanierungsbedürftig. Zu 90 Prozent werden die Sportstätten der Universität vom Schulsport genutzt.
Wie die Uni-Sporthallen ist auch der Sportturm dringend sanierungsbedürftig. (Christina Kuhaupt)

Werden nach der Schließung des Unibads auch die Sporthallen der Bremer Universität nach und nach dicht gemacht? Diese Frage beschäftigt zusehends mehr Bürger und Ortspolitiker in Horn-Lehe. Schon jetzt sind Hallenzeiten für Schulen und Vereine ein rares Gut im Stadtteil, entsprechend problematisch wäre die Schließung einer oder mehrerer Hallen.

Man gehe nicht davon aus, dass die Sportstätten im Zuge der Schließung des Unibads ebenfalls geschlossen werden, teilt nun eine Sprecherin der Uni auf Nachfrage mit. „Wie beim Unibad herrscht jedoch auch bei den Sportstätten ein hoher Sanierungsbedarf“, erklärt sie. Falls es aufgrund dessen dazu komme, dass die Anlagen nicht mehr sicher genutzt werden könnten, müsse die Universität diese schließen. „Über die Mittel für eine Sanierung der Sportstätten verfügt die Universität nicht“, betont die Sprecherin. Sie hoffe daher auf entsprechende finanzielle Unterstützung, „denn die Sportstätten werden zu 90 Prozent vom Schulsport genutzt“.

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Um den Sanierungsbedarf der einzelnen Hallen zu ermitteln, hat die Universität ein Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis seit Kurzem vorliegt. „Eine ausreichende Befassung hat aber noch nicht stattgefunden“, erklärt die Sprecherin. Bewertet seien in dem Gutachten Brandschutz, Schadstoffbelastungen und Unfallgefährdungen in den Sporthallen, Außenanlagen und dem Sportturm. „Das Gutachten dient der Universität zunächst zur Eigeninformation, weiter Schritte sind noch nicht beschlossen“, teilt sie mit.

Die CDU-Beiratsfraktion sieht in dem Abriss des Unibades "den Einstieg zur Fragmentierung des gesamten Sportzentrums“. Mit einer solchen Entwicklung nähme der Sport in ganz Bremen erheblichen Schaden, denn das Uni-Sportzentrum sei ein unverzichtbarer Teil der sportbezogenen Infrastruktur, konstatiert Sprecher Claus Gülke. Klar sei, dass die Universität mit dem dauerhaften Unterhalt ihrer Sportstätten überfordert sei, weshalb das Wissenschafts- und das Sportressort die Frage der weiteren Zuständigkeit im Hinblick auf den aktuellen Sanierungsstau klären müsse. „Sofern der Studiengang Sport nicht wieder eingeführt wird, steht hier aus unserer Sicht vor allem das für den Sport zuständige Ressort von Anja Stahmann in der Verantwortung“, erklärt Gülke.

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In der SPD-Beiratsfraktion setzt man jetzt vor allem auf baldige Gespräche. „Mit Bildung, dem Sportamt und den Vereinen“, sagt Sprecherin Catharina Hanke. „Die Universität hat dieses Problem nie offen kommuniziert – es ist wie beim Unibad“, kritisiert sie. Dabei habe der Beirat mehrfach nachgefragt. „Die Schulen und Vereine sind auf jede Halle angewiesen“, betont Hanke. Bezüglich der Halle an der Grazer Straße sei es eine Überlegung wert, ob sich nicht ein anderer Träger finden lasse. „Eventuell das Sportamt oder die Sportvereine“, sagt sie. In Anbetracht der Nähe zum neuen Horner Bad gehe eine solche Lösung zudem auch in Richtung eines Sportzentrums. „Noch kann man diese Halle gut sanieren“, betont Hanke. Die SPD wolle keinesfalls so lange tatenlos zusehen, bis eine Sanierung nicht mehr möglich sei.

Die Grünen-Fraktion im Horn-Leher Beirat ist vor allem darüber verärgert, „dass die Universität offensichtlich ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat und es zu diesem Sanierungsstau hat kommen lassen“, erklärt Jochen Behrendt, stellvertretender Sprecher des Ausschusses Kinder und Bildung. „Diese Versäumnisse dürfen keinesfalls zu Lasten des Schul- und Vereinssports gehen“, betont er. „Wir fordern eine unverzügliche Planung durch die Universität und die verantwortlichen Ressorts mit dem Ziel, zeitnah und möglichst reibungslos die notwendigen Sanierungsarbeiten durchführen zu lassen.“

An einem Strang ziehen

Anstatt „den schwarzen Peter“ bezüglich der Sanierungskosten von einem Ressort zum anderen hin und her zu schieben, sollten alle Verantwortlichen und beteiligten Senatsstellen an einem Strang ziehen, um schnell und pragmatisch eine Lösung für die Betriebserhaltung der Uni-Sporthallen zu finden, konstatiert Ulf-Brün Drechsel, Sprecher der FDP-Beiratsfraktion. In erster Linie sei das Wissenschaft, aber auch Kinder und Bildung und unter Umständen auch Sport. Eine Schließung oder Teilschließung der Sportstätten sei schon allein aufgrund der sehr hohen Auslastung durch den Schulsport nicht akzeptabel, betont Drechsel. Sonst seien am Ende die sportlich aktiven Bürger und insbesondere die Schulkinder die Leidtragenden, die die Suppe der versäumten Instandhaltung auslöffeln müssten.

Dass zur Sanierung der Sporthallen entsprechende finanzielle Mittel der Stadt fließen müssen, ist aus Sicht von Links-Fraktionssprecher Manfred Steglich unstrittig. „Nicht nur die sportbetonte Oberschule an der Ronzelenstraße und andere Einrichtungen in Horn-Lehe sind dringend auf die in die Jahre gekommenen Sportstätten angewiesen, sondern mittelfristig vor allem die Universität selbst“, sagt Steglich. Schließlich sei ein Ziel des Bremer Wissenschaftsplans 2025, die Ausbildung für die Lehrämter an Grundschulen sowie Gymnasien und Oberschulen im Fach Sportpädagogik wieder aufzunehmen. „Eine Schließung oder gar ein möglicher Abriss der Sportstätten widerspräche diesem Vorhaben.“


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Leserkommentare
darkstarbremen am 21.10.2019 19:36
Endlich ein richtiger Ansatz in der Ausbildung. Das ist sehr zu fördern. Und was wird mit den anderen Studiengängen in der Pflege in Bremen?
darkstarbremen am 21.10.2019 19:31
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