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Erlebnisfläche: Weg am Haus Neuenland soll Generationen zusammenbringen

jean-Charles Fays 24.03.2011 0 Kommentare

Angela Wilhelms hat lange dafür gekämpft. Die Mutter der achtjährigen Felice, die in die zweite Klasse der Grundschule Karl-Lerbs-Straße geht, und der elfjährigen Alissa, die früher zur Grundschule Karl-Lerbs-Straße ging, hat den Vorschlag bereits vor drei Jahren über ihren Mann Reinhard Bumann in den Beirat Neustadt eingebracht. Am Dienstag wurde der "Weg der Begegnung", deren gleichnamige AG sie als Projektbeauftragte an der Grundschule geleitet hat, endlich Realität. Nie wieder sollen Kinder durch dunkle Gassen und an der vielbefahrenen Karl-Lerbs-Straße entlanglaufen müssen, weil der direkte Zugang von der Gottfried-Menken-Straße von einem Zaun und einem verwilderten Bolzplatz versperrt ist.

Die Umsetzung des 90000 Euro teuren Projekts bedurfte 30 Projektsitzungen, Geduld, Kompromisse und diplomatisches Geschick. Am Ende waren aber alle glücklich, dass Teil 1 des Projekts nach anderthalbjähriger Planungszeit endlich zum Abschluss gebracht werden konnte. Entlang des neuen Weges soll nun ein generationenübergreifender Spielplatz entstehen. "Und zwar mit Geräten, auf denen auch Senioren spielen können", sagt der Leiter des Sozialamts Süd, Peter Wührmann. Dazu passend ist am Rand des geschwungenen Weges ein Platz entstanden, auf dem Senioren Boule spielen und Kinder beispielsweise kegeln können - wie sie es bereits bei der Einweihung eifrig getan haben. "Das Quartier soll wieder enger zusammenwachsen", sagt Wührmann. Es gehe darum, die Flächen zwischen den Ansammlungen von sozialen Einrichtungen im Quartier Thedinghauser Straße wieder für die Bewohner nutzbar zu machen. Wührmann: "Die Erlebnisfläche ist ein echtes Juwel." Die Anwohner könnten sich wieder angstfrei

begegnen, die dunklen Flächen, der Zaun und die Wildnis seien verschwunden. Das sei sehr wichtig für das Quartier und den Ortsteil, der sonst von einer sehr dichten Bebauung geprägt ist.

Gewoba-Bereichsleiter Manfred Corbach begründete das Engagement der Wohnungsbaugesellschaft in die Erlebnisfläche in Höhe von 30000 Euro mit drei Faktoren. "Erstens musste der Schulweg wieder sicherer werden, zweitens musste Leben ins Quartier, und es mussten Angebote für Eltern her, und drittens musste der Bolzplatz wieder aufleben." Mit dem Fußballplatz sprach Corbach ein trauriges Quartiers-Kapitel an. Als Anfang der 90er-Jahre ein Bolzplatz entstand, hatten sich Anwohner über den Kinderlärm beschwert, und das Spielen war dort ein Jahr später nach Anwohnerprotesten verboten worden. Daraufhin verkümmerte der Bolzplatz und mit ihm das umliegende Gelände. Mit der Kleinspielfläche, die im zweiten Bauabschnitt der Erlebnisfläche Gartenstadt-Süd geschaffen wird, soll alles anders werden.

"Was vorher eine schwarze Wand war, ist heute eine Begegnungsstätte", sagt die stellvertretende Ortsamtsleiterin Gudrun Junghans. Jetzt hofft sie, dass auch noch die restlichen 160000 Euro aufgetrieben werden, die für den zweiten Bauabschnitt benötigt werden und ruft zu Spenden auf.