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Über 80 Viertklässler ermitteln zum zehnten Mal ihren "Champ des Südens"
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Maurice legt mit dem BMX-Rad jetzt richtig los

VOLKER ALTHOFF 11.07.2011 0 Kommentare

Da brauchte so manches Kind wie der zehnjährige Dominik Pulmann aus der Neustadt ziemlich starke Nerven: "Das war sehr anstrengend, zwischen den Holzklötzen zu fahren. Man musste sehr langsam sein, durfte dabei aber das Treten nicht vergessen." Entsprechend aufgeregt war der Viertklässler von der Grundschule Karl-Lerbs Straße in der Neustadt, der sich für das Turnier erfolgreich in der Vorrunde qualifiziert hatte. Mit seinem blauen Trendbike fuhr er auch gekonnt durch die anderen sieben Aufbauten des Parcours. An den Stationen ging es um Balance, Spurwechsel, Slalomfahren und einen Bremstest.

Die zehnjährige Sophie Leonhardt von der Freien Evangelischen Bekenntnisschule in Habenhausen fand die Aufgabe drei sehr einfach, wo sie mit ihrem blauen Kinder-City-Rad und einer Kette in der Hand einen Kreis fuhr. "Hier musste man langsam fahren und konnte sich Zeit lassen", hat sie festgestellt. Am schwierigsten war für sie der "Achter", vier Klötze stieß sie um. Nachdem sie die gesamten Strecken durchfahren hatte, hatte sie "eher ein nicht so gutes Gefühl", weil "man immer Angst hatte, irgendetwas falsch zu machen, und dann macht man etwas falsch". Aber Vater Torsten war ganz stolz auf seine Tochter und meinte: "Insgesamt hat sie alles gut gemacht. Ich weiß, dass sie mit dem Fahrrad umgehen kann, und ich finde es gut, dass es ein solches Turnier gibt."

Amalia Kuhn aus der Neustadt war sehr zufrieden mit den Leistungen ihres Enkels Dominik Pulmann. "Ich freue mich, dass er dabei ist", sagte sie. "Er achtet im Straßenverkehr mehr auf Ampeln und ist an Kreuzungen vorsichtiger." Reinhard Buck, Kontaktpolizist in der Neustadt, fallen immer wieder Defizite bei den Schülern auf: "Ich habe erlebt, dass sie auf dem Schulhof ganz gut fahren, aber draußen machen sie grobe Fehler." Genau da setzt das Fahrradturnier an, das die Kontaktpolizisten der Polizeiinspektion Süd dieses Jahr zum zehnten Mal organisierten. Wie auch die Prüfungen zum "geprüften Radfahrer" (Fahrradführerschein), die die Kops der Reviere Huchting, Woltmershausen, Kattenturm und Neustadt mit den vierten Grundschulklassen in den Stadtteilen unternommen haben, soll der Wettbewerb "Champ des Südens" in erster Linie dazu beitragen, die Zahl der Fahrradunfälle mit Kindern zu reduzieren.

Claudia Hallensleben von der Polizeiinspektion Süd, die für Prävention und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, nannte noch weitere Ziele: "Wir wollen dadurch Mängel an Fahrrädern beseitigen, Defizite bei den Fähigkeiten ausgleichen, womit wir speziell motorische Fähigkeiten der Kinder im öffentlichen Straßenverkehr meinen. Sie sollen lernen, das Fahrrad zum Beispiel beim Blick über die Schulter oder beim Wechsel der Straßenseite zu beherrschen. Wichtig ist auch, dass sie Entfernungen und Geschwindigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer richtig einschätzen und somit sicher im Straßenverkehr auftreten." Da sei der Wettkampf ein wichtiger Baustein, findet Kontaktpolizist Reinhard Buck und meint: "Sie beschäftigen sich intensiver damit, üben und bereiten sich vor."

Das brauchte Maurice Rabe nicht. "Ich fahre ganz gut mit dem Fahrrad", meinte der Zehnjährige aus Huchting selbstsicher. Der Viertklässler von der Grundschule Delfter Straße hatte recht, denn er gewann das Turnier und wurde "Champ des Südens". Er durchfuhr alle Stationen fehlerfrei. Seine Mutter Natascha Rabe und ihr Freund Patrick Kaiser waren überglücklich. "Ich freue mich, dass er gewonnen hat," sagte Kaiser.

Andreas Löwe, Inspektionsleiter im Revier Süd, übergab dem Sieger wie auch den zweit- und drittplatzierten Gewinnern (Ole Vöge und Veron Lehmann, beide Schule Oderstraße) die Pokale und war begeistert über die Leistungen aller Kinder, die alle Preise bekamen: "Sie waren mit Ehrgeiz und Spaß dabei. Ich hoffe, dass sie das umsetzen, was sie bei den Übungen gelernt haben." Das möchte Maurice zukünftig mit seinem neuen blauen BMX-Rad, das er als Preis bekam, unter Beweis stellen. "Jetzt lege ich richtig los", freute er sich und fuhr zum Schluss eine Proberunde.