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„Schmetterlust“ im Bürgerhaus
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Der Saal bebt

Matthias Holthaus 02.06.2019 0 Kommentare

Wenn es im Bürgerhaus Obervieland „Schmetterlust“ heißt, erklingen aus 80 Kehlen Schlager aus den 50er- bis 80er-Jahren.
Wenn es im Bürgerhaus Obervieland „Schmetterlust“ heißt, erklingen aus 80 Kehlen Schlager aus den 50er- bis 80er-Jahren. (Roland Scheitz)

Kuchen essen, Lieder singen und das alles auch noch mit netten Nachbarn: Im Bürgerhaus Obervieland war wieder die „Schmetterlust“ angesagt. Der Termin war klug gewählt: Am Europäischen Nachbarschaftstag luden das Bürgerhaus Obervie­land und die Gewoba zum gemeinschaftlichen Singen ein und nahezu 80 Interessierte nahmen diese Einladung an.

„Haben Sie bitte Spaß und bringen Sie den Saal zum Beben“, fordert Daniela Klostermann, Leiterin des Bereichs Sozialmanagement bei der Gewoba, das Publikum auf. Und das lässt es sich auch nicht zweimal sagen: Die Musiker Janina Illing und Tobias Bertzbach geben den Takt vor und auf einer Leinwand laufen die Texte mit.

„Es gibt einen schönen, bunten Schlagermix“, erklärt Janina Illing vor Beginn der „Schmetterlust“. „Zur Sicherheit sind alle Texte auf Deutsch. Viele Lieder sind aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren, es geht bis in die Achtziger. Wir hoffen, dass es ein unterhaltsames Programm für alle wird.“ Eine Chance für die Nachbarschaft würde die „Schmetterlust“ bedeuten, meint die Künstlerin, die auch im Hafenrevue-Theater zu erleben ist. Und sie habe bereits beim vorherigen Nachbarschaftsfrühstück bemerkt, dass das Publikum sehr begeisterungsfähig sei. „80 Mieterinnen und Mieter haben zusammen gefrühstückt“, kann Daniela Klostermann von der Gewoba berichten. „Und wir haben auch Bewohnerinnen und Bewohner aus Huchting und aus der Neustadt zu Gast.“

Die Menschen zusammenzubringen, sei das Ziel der „Schmetterlust“, erklärt Organisatorin Christel Fangmann: „Die Gewoba ist auf mich zugekommen, um Konzepte für die Nachbarschaft zu entwickeln. Die Gewoba ist toll und innovativ, das ist richtig klasse.“ Christel Fangmann kann aus Erfahrung sprechen: Zusammen mit dem Wohnungsunternehmen veranstaltet die Eventmanagerin seit einigen Jahren die „Singenden Balkone“ in Osterholz-Tenever. „Singen macht immer gute Laune und es ist mir eine Herzensangelegenheit, Menschen zusammenzubringen“, sagt sie.

„Wir wollen singen und nicht lange schnacken“, ruft sie anschließend ins Publikum. „Mal sehen, ob wir den einen oder anderen vom Stuhl bekommen. Unser Ziel ist es, dass die Straße bebt!“

Janina Illing und Tobias Bertzbach legen los: „Über den Wolken“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“, „Ganz Paris träumt von der Liebe“, aber auch Abbas „Dancing Queen“ singen die überwiegend älteren Anwesenden, was wiederum viele Kinder von draußen hereinlockt.

Das freut auch Stefan Markus, Leiter des Bürgerhauses Obervieland: „Das ist hier was ganz Tolles für die Nachbarschaft. Die Bürgerhäuser haben den Auftrag, Nachbarn zusammenzubringen.“ Besonders schön finde er es, dass auch so viele Menschen aus Huchting da sind. „Ich hoffe, aus der Schmetterlust wird eine Reihe“, sagt er, „ich finde, das ist ein Glücksfall, dass die Gewoba das macht.“

Auch Margrit Pemöller aus Huchting findet es bei der „Schmetterlust“ schön: „Ich wollte das hier mal kennenlernen, außerdem ist heute der Europäische Tag der Nachbarn“, erklärt sie ihre Motivation. Sie ist gleich mit einer ganzen Gruppe hier: „Wir sind 16 Leute. Freitags singen wir auch immer im Klönhof in Huchting. Deshalb kannte ich auch alle Lieder.“

Frau Borchert aus Kattenturm hat von der „Schmetterlust“ aus der Zeitung erfahren: „Ich wohne in einer Gewoba-Wohnung, die machen sehr viel. Ich wohne seit 30 Jahren hier und bin sehr zufrieden.“ Und mit dem Singen hat sie ebenfalls bereits Erfahrung, kann sie berichten: „Ich bin auch im Rehasport im Singverein.“

Eher von der Sängerin Janina Illing angetan ist ihr Begleiter, Herr Schmidt aus Huckelriede: „Das ist eine ganz tolle Frau – tolle Figur, tolle Stimme, tolles Kleid.“

Eine ausliegende Einladung im Café Rosengarten hat die Huchtingerin Waltraut Markwart zum Singen in das Bürgerhaus Obervieland geführt. „Das wäre gut, wenn es das in Huchting auch gäbe“, sagt sie, „da sind auch viele ältere Leute.“ Auch sie sieht die „Schmetterlust“ als gute Gelegenheit an, mal unter Leute zu kommen. „Und mitgesungen habe ich auch, die Lieder kennt man ja alle.“

Währenddessen zieht bei Hanna Aronis „Eviva España“ eine Polonaise durch den Saal, angeführt von Janina Illing, anschließend wird bei Udo Jürgens „Griechischer Wein“ begeistert mitgeklatscht: „Die Theorie ,Singen macht glücklich‘ ist ja nun belegt“, sagt Janina Illing und Daniela Klostermann meint: „Man sieht, dass Musik funktioniert. Bei der vorherigen Schmetterlust war es nicht so voll.“ Das Format werde scheinbar sehr gut angenommen: „Das wollen wir regelmäßig wiederholen.“