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Spaß beim Crossgolf
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Gar nicht Etepetete

Matthias Holthaus 16.03.2019 0 Kommentare

Vor der Sporthalle beziehen die Crossgolfer Position, um die Bälle ambitioniert auf das Fußballfeld zu schlagen.
Vor der Sporthalle beziehen die Crossgolfer Position, um die Bälle ambitioniert auf das Fußballfeld zu schlagen. (Matthias Holthaus)

„Golf ist ein Spaziergang mit Ärgernissen“, soll Mark Twain einmal gesagt haben – doch um diese Ärgernisse zu minimieren, gibt es Menschen, die einem dieses Spiel beibringen. Matthias Jürgens ist solch ein Mensch, der den Leuten das Golfspielen beibringen möchte. Und das nicht in einem elitären Golfclub, sondern beim TUS Comet Arsten, der ab April „Crossgolf“ anbietet.

„Beim Crossgolf gibt es keine Löcher, vielmehr werden Dinge angepeilt wie zum Beispiel ein Tor“, erklärt der in Arsten wohnende Matthias Jürgens und zeigt auf eine weit entfernte Hütte und auf ein Fußballtor, das 50 Meter entfernt steht. Denn Crossgolf ist überall möglich, auch auf einem Fußballplatz: „Wir können den Platz nutzen, wenn kein Fußball gespielt wird.“ Dann treffen sich regelmäßig Golfbegeisterte und solche, die es werden wollen, am Fußballplatz, um die Grundlagen des Golfs zu lernen, sich zu bewegen oder einfach etwas Spaß zu haben.

Peter Bienek etwa kommt eigens inzwischen aus Hamburg herüber und sieht das Crossgolfen als Trainingseinheit an: „Ich bin auch schon in einen Club eingetreten und ich habe eine Partnerin, die ebenfalls spielt“, erzählt er. Denn das schließt sich nicht aus: Crossgolf und Golf in einem Club: „Wir haben auch die Möglichkeit, zum Golfclub nach Verden zu fahren. Dort bieten sie Kooperationen mit Vereinen an und haben dort auch fünf bis sechs Bahnen gebaut, um die Platzreife zu erlangen.“ „Platzreife“ hat man dann, wenn man sich mit den Regeln und der Etikette des Golfspielens auskennt und die notwendigen und grundlegenden Fähigkeiten mitbringt. Und vielleicht auch ein wenig das Golf-Vokabular drauf hat, denn nicht jeder weiß auf Anhieb, was ein „Putter“ oder ein „Bunker“ ist oder was „Dimple“ für einen Zweck haben.

Ein Putter ist demnach der Schläger, der am Schluss den Ball ins Loch befördert und ein Bunker ist eine Sandfläche vor dem „Grün“, das ist die Rasenfläche rund um das Loch. Und Dimple sind die kleinen Dellen im Golfball. Das alles und noch viel mehr steht in einer kleinen Begleitmappe, die Matthias Jürgens jedem Interessierten mit auf den Weg gibt, und was er den Leuten noch mit auf den Weg gibt, ist der Spaß an der Sache und dass Crossgolf eine lockere Angelegenheit ist, gar nicht Etepetete. „Bei Crossgolf muss man auch keinen Dresscode einhalten, man kann dafür auch einfach eine Jeans anziehen“, sagt er. Ein lockeres Warmmachen steht ebenfalls vor jeder Crossgolfeinheit an, bevor die Bälle ambitioniert auf das Fußballfeld geschlagen werden. Das Equipment wird dabei gestellt, man kann aber auch seine eigenen Schläger mitbringen. „Für Crossgolf reicht aber ein Driver, ein 7er-Eisen, ein Putter, ein Sandwich und ein Pitch“, sagt Matthias Jürgens, und was das nun bedeutet, lernt man dann bei ihm innerhalb einer Stunde.

Seit April vergangenen Jahres bietet Matthias Jürgens Crossgolf beim TUS Komet Arsten an, er selber spielt Golf in Syke und in Verden und auch im Urlaub – und seine Tochter tut es ihm gleich: Sie ist zehn Jahre alt, spielt seit drei Jahren und hat bereits ihre Platzreife abgelegt. Turniere spielt sie auch, erzählt Matthias Jürgens, „und sie ist Initiatorin der Golf AG an der Schule an der Alfred-Faust-Straße.“ So jung muss man aber nicht sein, um Crossgolf spielen zu können: „Alle Menschen sind herzlich willkommen: Jung, alt und auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen.“

Auch zum Stressabbau eignet sich Golf, meint Peter Bienek und Matthias Jürgens ergänzt, dass Golfen auch bei Schulterproblemen helfe: „Die hatte ich, doch seitdem ich spiele, bin ich immer fit. Wenn man Golf normal spielt, ist man immer auf der ,Grünen Linie´.“

Auf besagter grünen Linie bewegt sich auch Ursula Jürgens, die zwar ebenfalls in Arsten lebt, jedoch nicht mit Matthias Jürgens verwandt ist: „Man ist an der frischen Luft, in Bewegung und in Kontakt mit anderen. Man rostet nicht ein, das ist eine nette Atmosphäre.“ Seit einem Dreivierteljahr spielt sie Crossgolf und auch ihr Mann, Dietmar Jürgens, ist mit von der Partie: „Das ist eine kleine Freizeitbeschäftigung, um in Bewegung zu bleiben. Man fühlt sich ganz wohl dabei und kommt gut miteinander aus. Hier kann man gut ohne Platzreife ganz relaxed spielen und Matthias Jürgens bringt es einem auch gut bei.“ Das vierte Mal ist Helmut Lechen aus Kattenesch dabei: „Ich habe lange überlegt, ob Golfen mich interessiert, denn so ein Golfplatz ist erst einmal eine Hürde. Doch ein Freund hat mir erzählt, dass man das hier ohne Hürde schaffen kann.“

Matthias Jürgens betreibt das Crossgolfen ehrenamtlich – und das passe gut, sagt er: „Ich mache gerade eine Ausbildung zum Golfsekretär, dabei wird man an die Aufgabe herangeführt, einen Golfplatz zu führen.“ Einen eigenen Golfclub hat er bereits, den „1. Bremer Cross-Golf-Club“, wo er Workshops anbietet und Jung und Alt die Grundlagen des Golfens beibringt. „Ich bin gerne hier“, sagt er, „und ich versuche, jede freie Minute mit Golf zu verbringen.“

Weitere Informationen

Wer nun Lust hat, Crossgolf zu spielen, kann das montags von 16 bis 18 Uhr, dienstags von 11 bis 12 Uhr und donnerstags von 11 bis 12 sowie von 16 bis 18 Uhr beim TUS Komet-Arsten, Egon-Kähler-Straße 145, tun. Das erste Mal ist die Teilnahme kostenlos, danach kostet der Kursus für Einsteiger pro Stunde sechs Euro für Erwachsene und vier Euro für Schülerinnen und Schüler ab fünf Jahre. Weitere Informationen sind unter https://www.tuskometarsten.de/, unter tuskometarstencrossgolf@aol.de und unter Telefon 0176-34 29 51 28 erhältlich.