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Neubauprojekt an der Kornstraße
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Ideen für Autohaus-Gelände sorgen für Irritationen

Karin Mörtel 14.08.2019 5 Kommentare

Wo einst Neuwagen den Besitzer wechselten, ist an der Kornstraße seit ­Jahren Stillstand ­eingekehrt.
Wo einst Neuwagen den Besitzer wechselten, ist an der Kornstraße seit ­Jahren Stillstand ­eingekehrt. (Roland Scheitz)

Die Ideen der Investoren für das verlassene Areal des Autohauses Brinkmann an der Kornstraße sorgen in der benachbarten Kreativszene für Wirbel. Wie berichtet, läuft derzeit ein städtebaulicher Ideenwettbewerb zu der Frage, wie an dem etwa drei Hektar großen Standort ein zukunftsweisendes Miteinander von Wohnen und verträglichem Gewerbe verwirklicht werden kann.

Als Reaktion auf den WESER-KURIER-Bericht hat sich nun aus der Nachbarschaft des Gebietes, auf dem Neues entstehen soll, in den sozialen Netzwerken Saskia Behrens aus der Co-Werkstatt Kalle zu Wort gemeldet. Sie schreibt auf Facebook: „Bremen, setz dich, wir müssen reden.“

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Sie fordert darin die Verantwortlichen der Stadt sowie die Projektentwickler dazu auf, neue Wege zu gehen und sich aktiv darum zu bemühen, das Potenzial des Ortes und seiner Menschen in der Umgebung zu nutzen. Nicht über eine Einladung zum Bürgertreff. Sondern mit direkter Ansprache und einem echten Interesse daran, die kreativen Jungunternehmerinnen, die in das Kreativnetzwerk der Co-Werksatt eingebunden sind, von Beginn an in den Planungsprozess einzubinden. „Ich hatte schon Gespräche, in denen ich unseren Mitgestaltungswillen unterstrichen habe. Aber eben bisher auch nicht mehr als das durfte“, bemängelt sie den bisherigen Kontakt zu den Planern. 

Sie wolle das nicht als Kritik an dem Bauvorhaben an sich verstanden wissen, „da werden wir sicher gut zusammenarbeiten“, betont die Freiberuflerin. Allerdings gehe es ihr um die Grundsatzfrage, wie die Stadt sowie Investoren mit der Kreativszene in Bremen umgingen. „Es besteht ein Widerspruch zwischen dem großen Wunsch, als kreative, innovative Stadt zu gelten, und der Tatsache, dass wir immer erst dafür kämpfen müssen, uns einbringen zu dürfen – da muss ein anderes Selbstverständnis her“, fordert Behrens. Trotzdem endet ihr Statement im Internet auch offen und versöhnlich: „Das könnten wir besser. Zusammen. Also: Wie machen wir’s am Besten?“

Investor über Forderung verwundert

Diese Frage stellt sich für Jost Paarmann von der Gesellschaft „Projektentwicklung Kornstraße“ eigentlich gar nicht. „Ich habe großen Respekt vor der Arbeit, die die Kreativen im Netzwerk der Co-Werkstatt Kalle leisten. Und ich stimme mit Frau Behrens darin überein, dass man sehr früh ins Gespräch kommen muss, aber genau das haben wir doch getan“, zeigt sich der Investor verwundert. Zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt seien der Öffentlichkeit die ersten Ideen der beteiligten Architekturbüros präsentiert worden, um gleich zu Beginn des Planungsprozesses Anregungen aufnehmen zu können. „Außerdem haben wir schnell Kontakt zum Beirat gesucht und werden auch Vertreter daraus als stimmberechtigtes Mitglied in das Gremium aufnehmen, das den Siegerentwurf küren wird, das ist normalerweise nicht üblich“, betont Paarmann.

Alle Anlieger seien aufgefordert worden, sich einzubringen. „Bei dem öffentlichen Kolloquium hätte Frau Behrens also die beste Chance gehabt, gehört zu werden.“ Weitere Möglichkeiten gebe es schon bald, wenn die Büros erneut ihre städtebaulichen Ideen vorstellen. Bis dahin ginge es aber ohnehin erst einmal darum, Abstände, Höhen und Wegebeziehungen zu klären. „Sobald wir uns dann um die Nutzungsfragen kümmern, wäre der geeignete Zeitpunkt, in die intensivere Diskussion einzusteigen“, findet Paarmann. Dazu sei er nach wie vor bereit. Allerdings bevorzugt im direkten Gespräch anstatt über Onlinenetzwerke.